Wie KI in Zukunft unsere Welt verändern wird

Roboter trägt Fackel

Foto: Robot! von Melissa Brawner (Lizenz: CC BY 2.0)

Siri und Cortana waren gestern

KI in Form von Siri und Cortana kennt wohl so gut wie jeder. Das Prinzip ist klar: du unterhältst dich mit der Sprachsteuerung und sie gibt mehr oder minder intelligente Antworten. Einen lustigen Einblick in minder intelligente Antworten gibt dir die Site shitthatsirisays.tumblr.com.

Intelligenter wollen sich Viv und Watson geben. Viv lässt sich als Siri 2.0 bezeichnen; Samsung hat das Startup im Oktober 2016 übernommen. Das Besondere: die Siri-Väter Adam Cheyer, Dag Kittlaus und Chris Brigham haben Viv gegründet. Viv soll können, was Siri kann, nur besser. Die Entwickler beschreiben dieses „besser“ damit, dass Viv Nachfragen beantworten kann, ohne den Kontext erneut erklären zu müssen.

Wurden also für Siri diverse Szenarien entworfen und programmiert, so generiert Viv für jede Frage ein neues Programm, welches Antworten sucht und gibt. Viv könnte nicht nur auf Samsungs Smartphones kommen, sondern auch den Bereich Smart Home unterstützen.

IBM’s Watson hingegen möchte eher den wirtschaftlichen Sektor ansprechen. Konfidenzbasierte Antworten soll Watson in der Praxis liefern und dafür die natürliche Sprache verarbeiten, maschinell lernen und Hypothesen erzeugen sowie bewerten können. Das ist nicht ohne! Watson soll im Kundenservice eingesetzt werden und wird gerade im Gesundheitswesen sowie in der Finanzbranche gesehen. Ein Beispiel folgt weiter unten.

KI als Vermögensverwalter

Die Zeiten, in denen Menschen in verstaubte Bankhallen gingen, um sich von anderen Menschen über Finanzanlagen beraten zu lassen, gehören nahezu der Geschichte an. Verschiedene Vermögensverwalter setzen auf Künstliche Intelligenz. Diese berät zwar nicht, trifft aber automatisiert Anlageentscheidungen – hoffentlich im Sinne der Kunden.

Algorithmen verteilen das Geld dabei auf verschiedene Finanzprodukte. Frei von Eigeninteressen oder Willkür wird der „Robo-Advisor“, wie die KI genannt wird, mit den Zielen des Kunden gefüttert. Der Kunde muss noch angeben, wie lang er das Kapital anlegen möchte und zu welchen Risiken er bereit ist.

Grundsätzlich arbeiten die Robo-Berater ähnlich, wenngleich das Ziel anders ausfallen kann. Legt die eine KI eher Wert auf das Risikoprofil, arbeitet die andere eher an der Zielrendite. So richtig vertrauenswürdig wirkt das Geschäft ohne Menschen wohl noch nicht. Die Spiegel-Redaktion spricht davon, dass „vor allem technikaffine und in Finanzdingen erfahrene Männer … den Robotern zulaufen“. Finanzverwaltung frei von Provisionsgedanken und Eigeninteressen klingt allerdings sehr gut!

Roboter beherrscht die Welt

Foto: The Magic Robot von Tiffany Terry (Lizenz: CC BY 2.0)

Robo-Chefs auf dem Vormarsch

Welch tiefgreifende Einflüsse Künstliche Intelligenz schon jetzt auf den Arbeitsmarkt hat, beweist das Unternehmen Hitachi. Für den Konzern wirkt sich „eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter … extrem effizient und positiv“ aus. In dieser Meldung verweist Hitachi auf das japanische Unternehmen Deep Knowledge, welches KI in den Vorstand berufen hat. Markttrends seien so schneller voraussagbar.

Das Marktforschungsinstitut Gartner ist überzeugt, dass sich KI als Zuspieler für die menschliche Arbeitswelt etablieren wird. Nicht nur als Zuspieler, sondern womöglich sogar als Robo-Chef! So sollen laut Gartner bis 2018 3 Millionen Menschen einen künstlich intelligenten Boss haben. Das mag in einigen Fällen sogar besser sein als menschliche Intelligenz.

Spannend ist auch der Einsatz von KI im Recruiting-Bereich. Wired berichtete darüber, dass die Robo-Kollegen schon jetzt automatisch Lebensläufe auswerten und per Stimmanalyse herausfinden können, ob Bewerber eher energisch oder eher gelassen sind. Die Mitarbeiterbewertung sollte so objektiv wie möglich durchgeführt werden – und Maschinen können das mit einem völlig rationalen Blick auf blanke Zahlen. So ein unpartaiischer Chef wird sicherlich viele Mitarbeiter erfreuen!

KI in Sicherheit und Politik

Forensiker sind in der Polizeiarbeit unverzichtbar, sie kommen jedoch erst nach einer Tat zum Einsatz. KI kann die Frage, wo Gefahren drohen, durch Algorithmen beantworten: gefüttert mit historischen Erfahrungswerten kann treffsicher prophezeit werden, wo zum Beispiel Einbrüche erwartet werden können.

Auch die sozialen Netzwerke liefern Daten, mit denen KI gefüttert werden kann. Vielfach werden Anzeichen für auftretende politische Unruhen punktgenau herauszufiltern. Auch das Identifizieren bestimmter Personen aus größeren Bildmengen wird bereits genutzt.

Jede Regierung, die ihre Bürger lieber im Blick behält, träumt wahrscheinlich von solchen Mustererkennungen. Der Oxford-Philosoph Nick Bostrom ist besorgt von dieser Idee. Er sieht die Gefahr, dass „Gesichtserkennung und Data Mining … dazu genutzt werden, ungewünschte Personengruppen zu diskriminieren, oder es autoritären Regimen [zu] erlauben, Dissidenten zu unterdrücken“.

KI findet erfolgreichen Einsatz in der Medizin

Kommen wir noch mal zurück zu IBM’s Watson. Eine Patientin wurde von Ärzten monatelang unter die Lupe genommen, um herauszufinden, was sie plagt. Watson erkannte die Krankheit binnen 10 Minuten! Kein Wunder: die Künstliche Intelligenz glich das Krankheitsbild mit Millionen Studien ab und fand Zeichen für die Leukämie der Patientin. Gerade die Krebsforschung im Zusammenhang mit AI ist IBM ein Anliegen. Einer der führenden Forschungsköpfe des Projekts, Dr. Larry Norton, erklärt die Intention in diesem Video:

Werden wir selbst durch KI intelligenter?

Die Modifizierung des menschlichen Körpers: in Science-Fiction-Streifen ist das immer wieder ein Thema. Die Idee macht einigen Menschen Angst, andere beflügelt sie. Ray Kurzweil, Leiter der technischen Entwicklung im Hause Google, außerdem Autor, Futurist und Erfinder, ist überzeugt, dass wir alle bis 2030 Mensch-Maschinen-Hybriden sein werden.

Transhumanismus; eine Selbstoptimierung der Gesellschaft – das ist das große Ziel. Mit Implantaten wird der Mensch zu einer optimierten Version von sich selbst: körperlich verbunden mit dem World Wide Web erhalten wir Zugang zu Informationen, ohne uns eines Geräts wie Smartphones bedienen zu müssen.

Schlaue neue Welt? Kurzweil sieht unsere Hirne mit Direktzugängen zur Cloud. Da bekommt Slades Song „Far far away“ mit der Zeile „With my head up in the clouds“ eine ganz neue Bedeutung! Durch unsere Körper sollen Nanobots rauschen, die digitale Informationen empfangen und verarbeiten. Innerhalb der nächsten 15 Jahre sieht Kurzweil unseren Verstand zu einem „Hybrid aus biologischer und nicht-biologischer Intelligenz“ werden.

Das mache uns zu besseren, klügeren und noch komplexeren Wesen. Mit jedem neuen Input wächst auch die Cloud und nur zehn Jahre später, also um 2040, werde die menschliche Denke non-biologischen Denkprozessen weichen. Kurzweil sieht das durchaus als zweischneidiges Schwert: „Feuer hielt uns warm, half uns beim Kochen von Essen, aber es brannte auch unsere Häuser nieder. Jede Technologie hat ihre Vorzüge und ihre Tücken.“

Künstliche Intelligenz: wie stellst du dir das vor?

Nanobots, die unsere Körper intelligenter werden lassen, Finanzberatung vom Roboter und medizinische Hilfe: wir sind in einem spannenden Umbruch! Einiges klingt nach wie vor nach Science Fiction, anderes funktioniert heute schon gut, wie Konzerne wie Hitachi zeigen.

Was wäre für dich ein echtes Vorankommen mit Künstlicher Intelligenz? Wo siehst du KI als nützlich, wo als gefährlich an? Welche KI könnte dich richtig begeistern? Oder sind Siri und Cortana für dich schon das Maximum?


Produkte, die Sie interessieren könnten


Ein Kommentar

  • Kurt sagt:

    Ich habe auf meinem Handy Cortana deaktiviert …. und es ist mir bewußt, dass dies nichts ändert…
    Aber ich werde diese Horror-Zukunft eh nicht mehr erleben – wo eine Maschine entscheidet, wer überlebt und wer nicht …..
    Technik und Elektronik sollten dem Menschen dienen, nicht umgekehrt!

Sag uns deine Meinung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.