Wie ich das Raumschiff Enterprise aus einer Drohne baue

Eine Drohne in das Raumschiff Enterprise umbauen? Wir zeigen euch, wie dieser einfache Drohnen-Umbau funktioniert.

Eine Drohne in das Raumschiff Enterprise umbauen? Wir zeigen euch, wie dieser einfache Drohnen-Umbau funktioniert.

Eine Drohne in das Raumschiff Enterprise umbauen? Wir zeigen euch zum 50-jährigen Star-Trek-Jubiläum, wie dieser einfache Drohnen-Umbau funktioniert.

Star Trek auf dem Küchentisch – Wie ich die Enterprise aus einer Drohne baue

Der Umbau von Drohnen ist zu einer immer beliebteren Sportart geworden. Vor allem Star-Wars-Drohnen wie der Millennium Falcon oder ein fliegender R2D2 liegen voll im Trend. Auch Doc Browns DeLorean aus »Zurück in die Zukunft« hat mithilfe moderner Drohnentechnik bereits das Fliegen gelernt. Doch was ist mit Star Trek? Bietet das Universum der Föderation, Klingonen und Romulaner nicht ebenso unzählige Möglichkeiten für den Umbau einer Drohne? Wir zeigen euch passend zum 50-jährigen Jubiläum der beliebten Science-Fiction-Serie, wie Ihr eine Drohne in das Raumschiff Enterprise umbaut.

Vom Sofa zum Küchentisch

»To boldly go where no one has gone before!« – Dieses Motto beherzigte nicht nur jahrelang die Crew des Raumschiffs Enterprise auf ihren zahlreichen Abenteuern in den unendlichen Weiten des Universums, sondern ist auch die Motivation der technikbegeisterten Industriedesignerin Sabrina Moschütz aus Berlin.

Eigentlich arbeitet Sabrina derzeit an der Entwicklung eines fernsteuerbaren, fliegenden Oloiden. Diese konvexe geometrische Figur aus zwei sich senkrecht schneidenden Kreisen, die 1929 vom Bildhauer und Maschinenbauer Paul Schatz entdeckt worden ist, wurde auf der Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin erstmals vorgestellt und wird vermutlich irgendwann die Luftfahrt revolutionieren. Utopische Ideen sind Sabrinas Leidenschaft – und so lassen sie die selbstgebauten Flugobjekte auch in ihrer Freizeit nicht los.

Utopische Ideen sind Sabrinas Leidenschaft – und so lassen sie die selbstgebauten Flugobjekte auch in ihrer Freizeit nicht los.

Utopische Ideen sind Sabrinas Leidenschaft – und so lassen sie die selbstgebauten Flugobjekte auch in ihrer Freizeit nicht los.

Dass am Ende ein Modell des Raumschiffs Enterprise ihr erstes selbstgebautes Flugobjekt werden würde, hat Sabrina selbst nicht gedacht. Als Kind saß sie noch mit Vater, Bruder und Pizza auf dem Sofa und fieberte mit der Besatzung der Enterprise auf deren Reisen zu fremden Welten, unbekannten Galaxien und neuen Zivilisationen. Die Begeisterung ihres Vaters für die Technik des Star-Trek-Universums und Sabrinas Interesse am Basteln und Werkeln führte schließlich zu der Idee, das Raumschiff Enterprise 50 Jahre nach dem Serienstart selbst zum Fliegen zu bringen – und zwar ohne große Mühe am heimischen Küchentisch.

Der Beginn des Projekts

Anders als Kirk, Spock und McCoy war Sabrina allerdings nicht auf die futuristische Technologie des 23. Jahrhunderts angewiesen, um eine Drohne in das Raumschiff Enterprise umzubauen, sondern allein auf die Technik der Gegenwart. Neben einem fertigen Quadrocopter mit Akku und Fernbedienung wurde sie bei Conrad unter anderem auch bei der LED-Beleuchtung fündig. Lediglich für das Chassis des Raumschiffs musste sie ein wenig im Bastelbedarf stöbern und neben Acrylglas und handelsüblichem Klebeband vor allem Hartschaum (Optitron / Deptron) besorgen, aus dem sie per Cutter das Modell fertigte.

Liste der verwendeten Materialien

Insgesamt sind für das Enterprise-Modell ca. 20 Teile nötig, die Ihr aus 2-3 qm Hartschaum zuschneiden könnt.

Insgesamt sind für das Enterprise-Modell ca. 20 Teile nötig, die Ihr aus 2-3 qm Hartschaum zuschneiden könnt.

Insgesamt sind für das Enterprise-Modell ca. 20 Teile nötig, die Ihr aus 2-3 qm Hartschaum zuschneiden könnt. Für die Verkabelung solltet Ihr ein paar Meter bereithalten (ca. 8 x 1 m), aus denen Ihr die jeweils benötigten Stücke anfertigt. Zwei bis drei Packungen Kaffee sollten auf Eurer Einkaufsliste ebenfalls nicht fehlen: Sabrina hat für Ihr erstes Modell ca. 80 Arbeitsstunden aufgebracht – ein wenig Geduld ist also nötig. Ansonsten erfordert das Projekt keine besonderen Fähigkeiten, eine gewisse Affinität für den Modellbau sowie etwas Fingerspitzengefühl können aber nicht schaden, um mit Begeisterung bei der Sache zu bleiben.

Die Auswahl der Drohne

Vor Baubeginn stand zunächst die Überlegung, an welcher Stelle des Modells sich der Quadrocopter befinden soll. Entweder baut man zunächst das komplette Modell des Raumschiffs und verteilt die Rotoren anschließend um den Schwerpunkt, oder die Drohne wird in das Modell, d. h. in die Untertassensektion, mit eingebaut. Die erste Variante hätte den Vorteil gehabt, dass die Flugeigenschaften insgesamt besser und das Gewicht gleichmäßiger verteilt gewesen wären. Allerdings hätte dies auch einen erheblichen Programmieraufwand für die Steuerungseinheit bedeutet.

Vor Baubeginn stand zunächst die Überlegung, an welcher Stelle des Modells sich der Quadrocopter befinden soll.

Vor Baubeginn stand zunächst die Überlegung, an welcher Stelle des Modells sich der Quadrocopter befinden soll.

Die zweite Variante war daher die einfachere: eine fertige und programmierte Drohne zu kaufen und das Modell um diese herum zu bauen. Letztlich fiel die Wahl auf einen Graupner ALPHA 250Q Race (225 x 65 mm) – zum einen weil eine leistungsstarke Drohne (4 Ultra-Brushless-Motoren mit 2.300 KV) erforderlich war, um das Modell zum Fliegen zu bringen, zum anderen weil diese Drohne sehr puristisch ist und neben den Rotoren und der Empfängereinheit kein störendes Beiwerk aufweist, das beim Bau hätte hinderlich sein können. Darüber hinaus erreicht diese sehr stabile Drohne eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 100 km/h und bringt eine extrem präzise Flug-Regelung mit.

Raumschiff Enterprise: Das Original!

Die Entscheidung für den Bau der originalen Enterprise aus den 1960er-Jahren fiel vor allem aus praktischen Gründen. Der Retrolook ist zwar sehr schön, aber vor allem kam das Design der alten Enterprise dem Modellbau entgegen.

Die Entscheidung für den Bau der originalen Enterprise aus den 1960er-Jahren fiel vor allem aus praktischen Gründen.

Die Entscheidung für den Bau der originalen Enterprise aus den 1960er-Jahren fiel vor allem aus praktischen Gründen.

Einerseits ließ sich die gesamte Technik des Quadrocopters in der Untertassensektion unterbringen, andererseits konnten die einzelnen Teile – Untertasse, Rumpf, Gondeln etc. – unabhängig voneinander aus dem Hartschaum gefertigt und am Ende wie bei einem Stecksystem zusammengefügt werden. Hartschaum verhält sich ähnlich wie Styropor, ist jedoch feiner und lässt sich besser verarbeiten. Der Zuschnitt gelingt sehr einfach und auch im Nachhinein lassen sich die Ecken und Kanten noch rückstandsfrei abschleifen. Eine Dicke von drei Millimetern ist hier völlig ausreichend. Andernfalls würden die Flugeigenschaften des Modells die Drohne zu sehr beeinträchtigen. Entsprechende Blueprints finden sich übrigens problemlos im Internet. Und der Fantasie sind darüber hinaus keine Grenzen gesetzt.

Link zu den Blueprints: http://www.cygnus-x1.net/links/lcars/blueprints-main2.php

Entsprechende Blueprints für den Bau finden sich übrigens problemlos im Internet. Und der Fantasie sind darüber hinaus keine Grenzen gesetzt.

Entsprechende Blueprints für den Bau finden sich übrigens problemlos im Internet. Und der Fantasie sind darüber hinaus keine Grenzen gesetzt.

„Die Dimensionen entsprechen nicht exakt denen des Originals“, erzählt Sabrina. „Wir mussten das Modell ein bisschen an die Eigenschaften der Drohne anpassen.“

Aus diesem Grund hatte sie gemeinsam mit ihrem Vater zunächst einen einfachen Prototyp aus Papier hergestellt, um zu schauen, ob das Modell überhaupt flugfähig wäre. Zwar war der Test erfolgreich und der Bau des Hartschaum-Modells (z. B. aus Optitron oder Deptron) konnte folgen, gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass der Rumpf nicht mehr als 300 Gramm wiegen dürfte, um die verwendete Drohne (Eigengewicht: 357 g) in der Luft halten zu können. Dementsprechend mussten die Proportionen etwas zusammengestaucht und die Gondeln etwas gekürzt werden – Scotty möge uns verzeihen!

Von Idee zum Modell: Der Bau

Wer die einzelnen Teile mit einem Cutter aus dem Hartschaum geschnitten hat, kann sie problemlos mit Styroporkleber verbinden. Die Klinge des Cutters sollte sehr scharf sein, da die Kanten des Hartschaums ansonsten leicht ausfransen. Zwar lassen sich diese auch im Nachhinein noch abschleifen, aber der zusätzliche Arbeitsaufwand lässt sich mit einer ordentlichen Klinge vermeiden. Für die Brücke der Enterprise und die berühmten Bussard-Kollektoren an den Gondeln könnt Ihr transparente Kugeln aus Polysterol (Ø 30 mm) verwenden und diese zum Beispiel mit blauer Folie auskleiden. Wer sein Raumschiff-Modell beleuchten will, sollte sich im Vorfeld überlegen, wo sich die LEDs und die entsprechenden Kabel befinden sollen. Mit guter Planung lässt sich alles „unter Putz“ verlegen. Für die Befestigung der Drohne reichen einfache Kabelbinder.

Wer sein Raumschiff-Modell beleuchten will, sollte sich im Vorfeld überlegen, wo sich die LEDs und die entsprechenden Kabel befinden sollen.

Wer sein Raumschiff-Modell beleuchten will, sollte sich im Vorfeld überlegen, wo sich die LEDs und die entsprechenden Kabel befinden sollen.

Damit das Ganze am Ende nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden stehen kann, benötigt zumindest die Untertassensektion ein paar Standfüße. Kleine Röhrchen aus Acrylglas (Ø 5 mm) sind sehr stabil und sehr unauffällig – also sehr gut geeignet. In welcher Reihenfolge Ihr die einzelnen Teile baut, ist im Grunde Euch überlassen. Am besten fertigt Ihr die Segmente getrennt voneinander und steckt sie am Ende ineinander. Nutzt bei der Vorbereitung die Blueprints, um die Größe der einzelnen Teile genau zu berechnen. Wer sauber schneidet, sollte dann keine Probleme bekommen. Die Verbindungsstücke und eventuell auch der Rumpf können innen noch mit Leichtschaumplatten (Kappa) verstärkt werden, damit das Modell auch ein paar Stöße vertragen kann. Ganz leicht ist das Fliegen eines Quadrocopters nämlich nicht.

Warp 1, Energie!

Sabrina selbst hat das Fliegen zunächst mit einer Mini-Drohne geübt, überlässt die Enterprise aber nun trotzdem lieber einem Freund und professionellem Drohnen-Piloten. Neben der Ausrichtung der Drohne ist beim Fliegen nämlich immer auch die ungleiche Gewichtsverteilung zu berücksichtigen. Da sich die Rotoren komplett in der Untertassensektion befinden, muss das Gewicht des Rumpfes kontinuierlich ausgeglichen werden. Ein unerfahrener Drohnen-Pilot könnte hier schon ein paar Schwierigkeiten bekommen. Aber mit ein bisschen Training lässt sich auch dieses Hindernis bewältigen.

Neben der Ausrichtung der Drohne ist beim Fliegen nämlich immer auch die ungleiche Gewichtsverteilung zu berücksichtigen.

Neben der Ausrichtung der Drohne ist beim Fliegen nämlich immer auch die ungleiche Gewichtsverteilung zu berücksichtigen.

Mit dem Ergebnis war Sabrina jedenfalls sehr zufrieden, auch wenn sie bei ihrem nächsten Raumschiff-Modell noch mehr ins Detail gehen würde. Die nötige Erfahrung hat sie zweifellos gesammelt und dabei viel über Modellbau und die benötigten Materialien gelernt. Herauszufinden, wie sich ein Material verhält und bearbeitet werden kann, war für sie bei diesem Projekt besonders spannend.

Insgesamt hat Sabrina für den Bau des 90 cm langen und 44 cm breiten Modells ca. zwei Wochen benötigt. Ein wenig Geduld und Ausdauer sollte man für den Umbau einer Drohne also mitbringen. Aber mit dem Ziel einer fliegenden Enterprise vor Augen geht die Motivation nie verloren. Der Kreativität sind schließlich keine Grenzen gesetzt. Ob LEDs für die Brücke oder den Deflektor, kleine Fenster auf Decal-Folie oder vielleicht sogar eine dritte Antriebsgondel – letztlich, so Sabrina, „kann man fast alles in die Luft bringen“.

Insgesamt hat Sabrina für den Bau des 90 cm langen und 44 cm breiten Modells ca. zwei Wochen benötigt.

Insgesamt hat Sabrina für den Bau des 90 cm langen und 44 cm breiten Modells ca. zwei Wochen benötigt.

Hier ein Aufnahme vom Testflug:

Und Ihr? Welche Raumschiffe und Modelle wolltet Ihr schon lange mal zum Fliegen bringen? Seid Ihr bereits erfahrene Drohnen-Piloten, die mit ausgefallenen Flugobjekten hantieren? Oder haben wir euch auf eine neue Idee gebracht? Lasst es uns wissen! Wir freuen uns auf Tipps, Anregungen und vor allem auf eure eigenen Modelle.


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