Wie baue ich mir einen Bluetooth-Lautsprecher – DIY-Bauanleitung

Unterwegs oder im Freien die eigene Musik genießen – gute Laune ist vorprogrammiert. Doch wie wäre es, wenn du dir deine eigene Bluetoothbox bauen könntest? Wir zeigen dir, wie es geht, welche Bauteile du brauchst und wie das Ergebnis hinterher aussehen könnte. Natürlich sind deiner Kreativität dabei keine Grenzen gesetzt!

Ein Gehäuse nach Wahl – genau wie du es gerne haben möchtest

Um die Retro Bluetooth Box nachzubauen, brauchst du zunächst mal ein passendes Chassis. Unser Chassis ist aus 6 mm starken Sperrholz gefertigt, du hast bei der Materialwahl aber freie Hand. Statt dem Holzgehäuse könnte auch eine alte Munitionskiste oder ein Kunststoffgehäuse dienen. Deiner Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, nur die Kabel müssen entsprechend länger ausfallen.

Bauanleitung Retro Bluetooth Box - Gehaeuse

Unser Holzgehäuse haben wir nach der Lackierung noch mit Ornamenten und Beschriftungen aufgepeppt. Wer es lieber professionell aussehen lassen möchte, kann die Funktionen auch mit einem Labelprinter beschriften.

Die Technik

Die Basis für die Box bildet der einfach zu beschaltender Verstärkerbaustein TDA 2009. Der Baustein mag mit seinen elf Beinen zunächst komplex wirken, die Verwendung ist aber denkbar einfach. Der Baustein verlangt nicht viel mehr als die notwendige Betriebsspannung und ein Eingangssignal, um auf zwei Kanälen (Stereo) bis zu 20 Watt liefert.

Das Herzstück für die Bluetooth Box bildet der einfach zu beschaltender Verstärkerbaustein TDA 2009.

Die von uns verwendeten Boxen vom Typ Visaton FR 8 haben je eine Nennbelastbarkeit von 10 Watt für Sinussignale, und 15 Watt bei Musikbelastung. Die Leistung der Treiber passt also gut zu dem verbauten Verstärker. Nach vorne werden die Treiber mit einem optionalen Schutzgitter vor Fremdeinwirkung und Beschädigung geschützt. Alternativ können hier auch Gitter aus dem PC Bereich verwendet werden, oder aus Kupferdraht selbst gelötet werden.

Musik via Bluetooth oder Kabel? – unsere Box kann beides!

Der Verstärker erhält sein Musiksignal wahlweise auf zwei Wegen: Einmal über das klassische 3,5mm Klinkekabel, das an nahezu jedem Smartphone eingestöpselt werden kann, oder drahtlos über die Bluetoothverbindung. Hier verwenden wir einen Bluetooth-zu-3,5mm Adapter, der die Musik drahtlos empfängt und über Kabel an den Verstärker weitergibt.

Bauanleitung Retro Bluetooth Box - dieBox

Für den analogen Soundeingang braucht es nicht mehr als eine passende Audiobuchse, die im Gehäuse befestigt wird. Der drahtlose Empfänger ist eigentlich für den Betrieb am USB Port vorgesehen, daher kommt noch ein Spannungswandler zum Einsatz, der die passende Betriebsspannung bereitstellt. Auch der Empfänger wird letztendlich mittels Kabel an den Verstärkerbaustein angeschlossen. Die Umschaltung erfolgt durch einen einfachen Schalter an der Vorderseite.

Mobil dank Akkutechnik

Apropos Stromversorgung: Ihre Energie bezieht unsere kleine Beschallungsanlage aus einem 8xAA Batteriehalter, in dem wiederaufladbare NIMH Zellen eingesetzt werden können. Der Akku liefert 12 Volt und kann mit einem normalen Ladegerät für Autobatterien oder einem entsprechendem Gerät aus dem Modellbaubereich nachgetankt werden. Eine Erweiterung mit einem zusätzlichen 2xAA Fach auf insgesamt 10 Zellen wäre ideal, um tatsächlich die volle Leistungsfähigkeit des Verstärkers abzurufen.

Zwar bieten Lithium-Ionen Batterien mehr Leistung bei gleichem Gewicht, sind aber deutlich empfindlicher & anspruchsvoller was das Laden, die Lagerung sowie die Nutzung bis zur Tiefentladung angeht. Daher setzt unser Modell auf erprobte und zuverlässige Technik.

Für den Betrieb des USB Bluetoothsticks haben wir zusätzlich einen 5V Spannungswandler eingebaut, der dank digitaler Technik sehr verlustarm die Spannung reduziert. Mit voll aufgeladenem Akku steht somit einer Hördauer von etlichen Stunden nichts mehr im Weg – analog kann dabei noch länger gehört werden, als über Bluetooth.

Als schwerste Komponente der Box ist die Batterie im untersten Bereich der Box platziert. So können wir das Eigengewicht nutzen, um die Box kippstabil zu gestalten, sollte sie auf unebenem Untergrund oder in der Schräge betrieben werden.

Die Platine

Herzstück der mobilen Bluetoothbox ist die eigens hierfür entwickelte Platine. Im Video haben wir eine geätzte Platine verwendet. Geeignetes Ätzmittel findest du im Onlineshop, oder kannst die Schaltung sonst auch auf einer gewöhnlichen Lochrasterplatine aufbauen – bis auf die Beine des TDA 2009 haben alle Leiterbahnen und Bauteile Standardmaße.

Den TDA 2009 lötest du bei der Verwendung einer Lochrasterplatine am besten auf einen Sockel, und biegst die Beine entsprechend zurecht. Es ist nicht viel, aber leider orientiert sich das Flexiwattgehäuse nicht am gewöhnlichen Rastermaß von 2,54mm.

Schaltplan, Layout, Stückliste:

Für die einfache Bestückung und um dir den Nachbau zu erleichtern haben wir den Schaltplan, das Layout und den Bestückungsplan hier für dich veröffentlicht:

Das Layout zum herunterladen und ausdrücken für deine eigene Platine findest du hier zum Download: Klick! (PDF Datei)

Bauteilliste:

Um die Montage so einfach wie möglich zu gestalten, sind der Stufenschalter, das Potentiometer sowie der Bluetoothstick und die Power LED mittels Flachbandkabel angesteckt.

Bauanleitung Retro Bluetooth Box - Schalter

So lässt sich die Platine ohne lästige Kabel löten, und sollte ein Defekt vorliegen, kann man sie auch später leicht und schnell ausbauen und reparieren. Flachbandkabel findest du als Meterware im Shop, oder kannst alte Floppy / IDE Kabel dafür verwenden. Einfach eine Stiftleiste anlöten, fertig ist die saubere Verkabelung.

Nachdem alles aufgebaut ist, wird die Platine mittels Abstandshaltern im Gehäuse befestigt, und die externen Komponenten angesteckt. Zum Schluss noch die Stellräder aus Aluminium aufsetzen und festschrauben, fertig ist die mobile Bluetoothbox im individuellen Look. Hier noch einmal die ganze Bauanleitung als Video:

Du hast Fragen oder Anregungen zur Bauanleitung deiner Bluetooth Box? Schreib uns einen Kommentar!


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