Voller Ideen: Geocaching

Als im Mai 2000 der damalige US-Präsident Bill Clinton GPS zur zivilen Nutzung freigab, kam ein anderer US-Amerikaner auf eine Idee: Dave Ulmer aus Seattle versteckte nämlich eine Dose, veröffentlichte die Koordinaten derselben und forderte im Usenet andere dazu auf, diese Dose zu suchen und zu finden.

Es dauerte keinen ganzen Tag, bis der Erste den Fund meldete. Dies war der Beginn von „Geocaching“ – einem Trendsport, der heute mehr als 11 Jahre danach einen unglaublichen Boom auch bei uns erlebt. Aus der einen Dose, sind mittlerweile mehr als 1,3 Millionen (!!!) weltweit geworden – auf allen Kontinenten verstreut. Alleine in Österreich gibt es mehr als 17.000 davon, und Schätzungen gehen von bis zu 12.000 mehr oder minder aktiven Cacher aus. Doch um was geht es beim Geocachen?

Grundsätzlich ist es (fast) immer das selbe: jemand versteckt eine Dose, andere suchen diese. Lediglich der Weg zum Fund ist unterschiedlich. Heute gibt es verschiedenste Arten so genannter Geocaches (sprich: Geo-Käsches). Der am weitesten verbreitete ist der „Traditional“ (vulgo Tradi). Hier werden gleich von vornherein die Koordinaten des Versteckes veröffentlicht. Die andere weit verbreitete Art ist der „Multi Cache„, eine Art Schnitzeljagd, bei der man zu Beginn nur den Startpunkt weiß, und sich von Stage zu Stage vorarbeiten muss, um zum Ziel zu gelangen.

Wels aus der Sicht eines Geocachers

Wels aus der Sicht eines Geocachers

Der „Mystery“ dagegen ist ein Rätsel, dessen Lösung einem die Koordinaten des Verstecks verrät. Eine weitere Spielart ist der „Earthcache„: hier muss keine Dose gesucht und gefunden werden, sondern es wird eine geologisch interessante Stelle aufgesucht, und es müssen diverse Fragen dazu beantwortet werden, damit dieser Geocache als „gefunden“ gewertet werden kann. Und weil Geocacher sehr gesellige Menschen sind, gibt es regelmäßige Treffen – so genannte „Events“ – die auch gleich wie ein gefundener Geocache gezählt werden.

Ist ein Geocache versteckt worden, so kann man dessen genaue Beschreibung und allfällige Koordinaten im Internet auf einer der Caching-Seiten finden. Geocaching.com ist die größte derartige Seite im Netz, eine andere vom Navi-Hersteller Garmin gehostete Site ist Opencaching.com. Einfach einen Account anlegen (bei fast allen Seiten ist dieser grundsätzlich gratis), und schon hat man Zugriff auf die oben erwähnten Cache-Beschreibungen. Das nächste, das benötigt wird ist ein Navigationsgerät. Empfehlenswert sind natürlich Outdoor-Navis. Diese Geräte sind nicht nur wasser- und stoßfest, sie haben zudem meist die so genannte „Paperless Geocaching“-Funktion integriert. Das bedeutet, dass man beim Suchen der Verstecke nicht kiloweise Beschreibungen in Papierform mitnehmen muss, sondern alles bequem am Navi ablesen kann. Wem ein solches Gerät für den Anfang zu teuer ist, der kann natürlich auch mit sinem Smartphone cachen gehen. Sehr gut hierfür ist die Android-App c:geo, die auch noch gratis zu beziehen ist. Aber erfahrungsgemäß landen die meisten Geocacher früher oder später beim Outdoor-Navi.

Und jetzt? Raus in die Natur! Sobald man sich für einen oder mehrere Caches entschieden hat, kann man auch schon mit dem Suchen loslegen. Es gilt aber: unauffällig und an seine Umwelt angepaßt suchen. Die meisten Mitmenschen wissen nicht, was da gerade vor sich geht, und so mancher aufmerksamer Bürger denkt bei besonders auffälligem Verhalten nicht an eine Outdooraktivität. Dass man sich im Wald entsprechend verhält sollte wohl auch klar sein. Nach dem erfolgreichen Fund wird dann dieser noch im Internet veröffentlicht, es wird beschrieben wie die Suche war, und ob einem der Cache gefallen hat.

Hier ein paar Eindrücke vom Geocachen:

Ein typischer Geocache

Ein typischer Geocache

Beim Loggen

Beim Loggen

Manche Verstecke sind eine Herausforderung

Manche Verstecke sind eine Herausforderung

Geocache Größe Small mit Logbuch

Geocache Größe Small mit Logbuch

Und wofür das Ganze?

Geocacher sind keine ausgemachten Freaks, sondern haben Technologie und Outdoor-Aktivitäten zusammengeführt. Vermeintlich altbekannte Plätze können so neu entdeckt werden (ein jeder Geocacher hat mindestens ein „Aha-Erlebnis“). Gleichzeitig erfährt man vor allem in Städten allerlei Wissenswertes zu den erkundeten Plätzen. Gerade in Großstädten bietet sich mit Hilfe dieser Schatzsuche eine spaßige Alternative zum herkömmlichen Stadtführer. Außerdem ist Geocaching eine ziemlich gute Möglichkeit nicht nur Kinder vom Computer oder der Spielkonsole weg zu holen. Der Reiz ein Versteck auszumachen und zu finden ist meist größer als einen neuen Highscore an einem schönen Tag in den eigenen 4 Wänden zu knacken.

Übrigens: detailiertere Infos und tolle Angebote findet ihr auf Conrad.at/geocaching


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