Ventilator vs. Klimaanlage

Rekordhitze

Bild: „Rekordhitze…“ von Silar, via Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Der April hat uns schon recht heiß überrascht, und im Mai geht es temperaturmäßig auch nach oben. Zeit also sich Gedanken über die (hoffentlich) heißen Sommertage zu machen. Wie kann man sich abseits von Badesee, Meer oder Swimmingpool die wohlverdiente Abkühlung verschaffen. Was bringt im Büro oder Wohnzimmer etwas Erleichterung, wenn draußen die Sonne gnadenlos runterbrennt oder die Luft extrem schwül zu stehen scheint?

  1. Variante A – der Ventilator: größter Vorteil ist hier sicher der Preis und die vom Gerät verbrauchte Strommenge. Günstige Ventis bekommt man bereits ab knapp € 10,-, und die Stromaufnahme ist meistens auch geringer als der eigene TV. Der größte Nachteil: der Ventilator gaukelt uns nur eine Abkühlung vor. Besonders wenn es schwül wird und das Thermometer über die magische 25°-Grenze steigt, wird der Windmacher immer weniger bringen. Ventilatoren wälzen lediglich die vorhandene Luft um. Kommt die umgewälzte Luft auf die haut, glaubt der Körper dass sich die Temperatur senkt. Wie gesagt, dieser Effekt geht nur bis zu einer Temperatur von ca. 25° und ist immer vom pers. Empfinden abhängig. Als Alternative bietet sich noch eine Kombination aus Luftverdampfer und Ventilator an. Hier wird Wasser fein zerstäubt und mit Hilfe der Ventilation im Raum verteilt. Die feinen Wassertropfen (keine Angst – die sind wirklich ganz fein, und lassen es nicht im Büro oder Zimmer regnen) lassen das Temperaturempfinden glauben, dass es herunterkühlt.
  2. Variante B – die Klimaanlage: auch wenn Klimaanlagen immer günstiger werden, so günstig wie Ventilatoren werden die Kühlmaschinen nie werden. Angesichts der darin verbauten Technik kein Wunder, und so sind Klimageräte echte Temperatursenker. Egal ob Standalonelösung oder Splitgeräte: die Temperatur im Raum wird wirklich gesenkt. Dazu kommt, dass Klimaanlagen auch eine entfeuchtende Wirkung haben, und besonders an schwülen Tagen für ein angenehmeres Raumklima sorgen. Zudem muss immer bedacht werden, dass eine Lösung mit einem Klimagerät um einiges mehr an Strom benötigt als ein Ventilator.

Was aber bei Klimageräten unbedingt beachtet werden muss:

  • Größe des Raums: nicht jede Anlage ist für jeden Raum geeignet. Überdimensionierte Anlagen machen aus einem kleinen Raum schnell mal Sibirien während unterdimensionierte Lösungen annähernd wirkungslos verpuffen und dabei nur Strom kosten.
  • Richtiges Aufstellen: Klimaanlagen, die einem ins Genick blasen, werden bei den meisten Menschen binnen kürzester Zeit Schmerzen und ein „steifes Gnack“ verursachen. Überhaupt ist es wenig ratsam sich direkt von einem Klimagerät anblasen zu lassen.
  • Richtiges Einstellen: auch wenn es vermeintlich angenehm ist bei 35° im Schatten die Klimaanlage im Büro auf 20° zu stellen, gesund ist das nicht. Weder für einen selbst, noch für die Stromrechnung. Sinnvoller dagegen ist es ca. 5° bis 7° unter die Außentemperatur zu gehen. Der Kühlungseffekt ist ebenso gegeben, die Gefahr beim Rausgehen sich nachhaltig zu verkühlen oder Beschwerden mit dem Kreislauf zu bekommen ist um einiges geringer.
  • Split oder Standalone: Splitgeräte haben den großen Vorteil große Räume besser und gleichmäßiger zu kühlen. Auch die entfeuchtende Wirkung ist bei diesen Lösungen oft (aber nicht bei jedem Produkt) besser als bei der Standalone-Lösung. Der kleine aber nicht zu vergessende Nachteil beim Splitgerät: dieses muss in Österreich von einem Klima-Techniker (egal welches Modell hier zur Anwendung kommt) installiert werden. Ebenfalls benötigt diese Bauart regelmässige Wartung. Die Standalone-Lösung kann dagegen vom Konsument selbst aufgestellt und in Betrieb genommen werden, und ist mobil. Aufpassen muss man hier nur – so wie bei einem Kühlschrank auch – dass nach einem allfälligen Ortswechsel etwas mit dem Einschalten gewartet wird, damit das Kühlmittel im Gerät sich wieder setzen kann, und somit einem Schaden des Kühlsystems vorgebeugt wird. Damit lässt sich das Teil überall in der Wohnung oder dem Büro schnell mal aufstellen.

Wie man sieht, sollte man im Vorhinein genau wissen, welche Art der Abkühlung man sucht. Für viele reicht das reine Umwälzen der Luft, anderen wollen wiederum echte Abkühlung. Auch eine Kombination aus beidem wird immer beliebter. Dabei dient der Ventilator zur besseren und gleichmäßigeren Verteilung der abgekühlten Luft am Einsatzort. Was auch immer bei Euch daheim zum Einsatz kommen wird: wir wünschen Euch jetzt schon einen schönen und vor allem einen heißen Sommer!


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3 Kommentare

  • Oliver Leu sagt:

    Zitat: “ Kommt die umgewälzte Luft auf die haut, glaubt der Körper dass sich die Temperatur senkt.“

    Obenstehendes Zitat ist so nicht richtig: Da die Umgebungstemperatur relativ zur Körpertemperatur höher ist und die kühlere Umgebungsluft in höherer Menge dem Körper zugeführt wird, findet eine tatsächliche physikalische Abkühlung des Körpers statt. Es ist also nicht so, dass der Körper „glaubt“ seine Temperatur senke sich, sonder die Körpertemperatur wird gesenkt.
    Ob die Raumtemperatur dabei ebenfalls gesenkt wird oder nicht ist nicht relevant.

  • helga sagt:

    Danke für Tipps! Ganz hilfreich! Eine Klimaanlage haben wir den Großeltern installieren lassen. Die Umgebungstemperatur steigt in letzter Zeit, so haben die fachlichen Hände des Klima-Technikers die Adaptation der Eltern daran erleichtert:) Ihnen geht es viel besser:) Danke!

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