…alles muss versteckt sein: Der USB Datentresor

Datentresor-Funktionsweise

Vor einigen Wochen habe ich den ID60 von Identsmart (früher hieß die Firma Identos) in die Finger bekommen. Laut Beschreibung ein Datentresor zum Verstecken von Daten am Computer. Okay, also gleich mal antesten.

Die Verpackung ist eher unspektakulär. Ohne großes Gepolter stehen die wichtigsten Infos und Features drauf. Macht man das Paket auf, findet man einen USB-Stick und eine einfach gedruckte Anleitung. Diese ist eher rudimentär gehalten, und für jemanden der halbwegs was mit Computern anfangen kann ausreichend. Ob die Beschreibung für einen kompletten DAU* ausreicht, wage ich durchaus zu bezweifeln. Denn – um ehrlich zu sein – auch ich hatte dann ein kleines Aha-Erlebnis. Dazu aber später mehr.

Die Installation des Datentresor

Ich nahm also dann mal mein Microsoft Surface Pro 3 zur Hand, und steckte den Stick für den Datentresor in den USB-Slot. Und dann: nix. Genau gar nix passierte. Ich bin es ja – wie eigentlich alle User von Windows gewohnt, dass sich gleich das System meldet, und meint einen Treiber installieren zu müssen. Oder eben einen drauf hinweist, dass man da was angesteckt hat. Aber es kam nix. Weshalb ich schon glaubte dass der Stick defekt wäre. In der eingangs erwähnten rudimentären Beschreibung war kein Wort davon zu lesen. Nur dass man nach Anstecken des Sticks die Software von der Herstellerwebsite herunter laden müsse. Okay, das habe ich dann auch mal gemacht, immer noch davon ausgehend dass dies genau nix bringt und der Stick eben kaputt ist.

Und genau hier fand dann das Aha-Erlebnis statt: nachdem ich den Download vorgenommen hatte, und diesen installiert hatte, erwachte der Stick plötzlich zum Leben. Die durchaus gute Software führte mich durch die Installation, nur damit ich dann wieder fast zu scheitern drohte: nach Installation richtet man ja den versteckten Bereich auf der Festplatte ein. Dabei sind maximal 50GB möglich. Die Software schlug mir 17GB vor, und ich dachte mir, dass ich gleich 50 will. Also 50 eingegeben und natürlich eine Fehlermeldung bekommen. Okay, dann eben 40, wieder eine Fehlermeldung. Ein Blick in die Beschreibung aus der Packung: kein Anhaltspunkt. Auf der Website des Herstellers gesucht, aber nix gefunden. Also die Fehlermeldung gegoogelt, und siehe da ich wurde fündig. Was ich nicht bedacht hatte: auf der SSD meines Surface ist nur noch 17GB freier Platz zur Verfügung. Aha, von daher weht also der Wind. Okay, also probieren wir das Ganze mit 17GB aus. Gesagt, getan und siehe da es funktionierte.

Datentresor-Identsmartt-ID60-Installation

Mein virtuelles Laufwerk ist eingerichtet

Also habe ich jetzt 17GB versteckten und mit 256Bit verschlüsselten Space auf meinem Drive. Der Datentresor wird mittels eines selbst zu wählenden Codes geschützt. So lange der Stick angesteckt ist, sieht man im Explorer auch den Space als eigenen Ordner samt Unterordner. Zieht man den Stick aber ab, verschwindet er, und lässt sich auf herkömmliche Art nicht finden. Natürlich gibt es sicher x Möglichkeiten für versierte Spezialisten den geschützten Bereich zu finden. Die 256Bit lassen sich auch irgendwie hacken, aber es ist trotzdem für Otto-Normal-User bzw. für Unternehmen mit halbwegs Sicherheitsanspruch eine durchaus praktikable und vernünftige Art, Daten zu sichern, zu verstecken und zu verschlüsseln. Sobald eine Datei in den geschützten Bereich des Datentresor verschoben wird, ist diese automatisch verschlüsselt und erscheint auch nicht sobald der Stick abgezogen ist.

Die Installation selber ist durchaus schnell – in jedem Fall schneller als der Hersteller von seiner eigenen Software glaubt. Denn im Gegensatz zu den beiden oben beschriebenen kleineren „Problemen“ ist eine längere Installationsdauer sehr wohl in den FAQs beschrieben.

Mangelhafte Beschreibung

Die eigentliche Schwäche des Sticks und der Software (die natürlich integraler Bestandteil dieser echt feinen Lösung ist) bildet eher die rudimentäre Beschreibung. Dass der Stick offensichtlich nicht vom OS erkannt wird sollte da ebenso Teil der Beschreibung sein, wie ein Kompendium der Fehlermeldungen Teil der FAQs sein sollte. Überhaupt wäre eine etwas umfangreichere und durchaus auch für DAUs verständliche gedruckte Beschreibung eine feine Geschichte.

Datentresor-Identsmartt-ID60

Mein Fazit zum ID60 IDENTsmart

Bis auf die Frage der richtigen Beschreibung ist der IDENTsmart ID60 Datentresor eine gelungene Geschichte. Auch nach 2 Wochen im Einsatz ist von einer Beeinträchtigung der Performance oder anderer kleinerer und größerer Problemchen, die man von so manchen Security-Lösungen kennt, nichts zu merken.

*DAU = Dümmster anzunehmender User


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