Tipps für eine längere Akku-Lebensdauer von Smartphone und Tablet

Ständig an der Strippe: muss nicht sein dank unseren Tipps für längere Akku-Lebensdauer.

Ständig an der Strippe: muss nicht sein dank unseren Tipps für längere Akku-Lebensdauer.(Bild: „republica 2014 – Tag 2“ von re:publica, Lizenz: CC BY 2.0)

Ein leidiges Thema: Der Akku ist just in dem Moment leer, in dem man das gar nicht brauchen kann. Schluss damit – die folgenden Tipps helfen.

Mythen rund um langlebige Akkus

Wie behandelt man Akkus gut und richtig?

Wie behandelt man Akkus gut und richtig? (Bild: „HTC EVO 4G Battery“ von Tony Webster, Lizenz: CC BY 2.0)

Die Geschichte des Akkus ist eine Geschichte voller Missverständnisse – könnte man wohl so sagen. Wie behandelt man Akkus gut und richtig? Weisheiten lauern an jeder Ecke, jedoch stellen sich viele davon als reine Mythen heraus. So tapst der digitale Nomade weiterhin im Dunkeln – mit leerem Akku, denn die Zeiten, die der Hersteller beim Neukauf des Geräts angab, stimmen schon längst nicht mehr.

Dass so viele Mythen um Smartphone-, Tablet- und weitere Akkus entstanden sind, ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass diese Tipps für bestimmte Akku-Typen sicher mal hilfreich waren. Jedoch sind so viele Typen mit so unterschiedlichen Produktionsmaterialien unterwegs, dass es das Akku-Lebensdauer-Rezept gar nicht geben kann. Die größte Verbreitung finden heute Nickel-Metallhydrid- und Lithium-Ionen-Akkus (NiMH und LiIon). Auch der Lithium-Polymer-Akku ist verbreitet, in ihm werkelt ein polymeres, kein flüssiges Elektrolyt.

Der NiMH-Akku findet bei mobilen Endgeräten längst keine Abnehmer mehr. Er wurde in den Baumarkt verfrachtet und treibt heute lediglich Wecker oder andere batteriebetriebene Endgeräte an. Deshalb ignorieren wir ihn im Folgenden und stürzen uns auf LiIon-Akkus, die in Smartphones, Handys und Tablets eingesetzt werden.

Diverse Begrifflichkeiten rund um den Akku

Oftmals liest man Begriffe, die inflationär verpulvert werden: da wäre der Ladezyklus zu nennen. Was bitte ist das? – Ein Zyklus meint das vollständige Laden und Entladen eines Akkus, was jedoch nicht in einem Rutsch geschehen muss. Vom Ladezyklus ist besonders häufig beim Neukauf die Rede: findige Verkäufer geben den Ratschlag, erst mal die Akkustandsanzeige zu kalibrieren, bis sich der Ladezyklus eingespielt habe. Dieser Tipp rührt daher, dass bei Neugeräten die Akkuladestandsanzeige nicht sonderlich verlässlich ist.

Und der Grund dafür liegt schlicht in der Tatsache, dass sich der Akku selbst, die Ladeelektronik und die Software des Geräts erst mal aufeinander einspielen müssen. Erst sind einige Ladezyklen notwendig, damit im Hintergrund erkannt werden kann, wie lange das Laden und Entladen denn nun tatsächlich dauert. Der Akku verändert sich in dieser Zeit kaum merklich, lediglich die Ladestandsanzeige wird genauer.

Auch von der Ladeelektronik wird ganz gern gesprochen. Diese umfasst alles, was zerstörerische Gegebenheiten verhindern soll, integriert also auch Überhitzungsschutz oder eine Überladung. Weiter sorgt die Ladeelektronik dafür, den Ladestrom zu optimieren, um den Akku selbst so wenig wie möglich zu belasten.

Der Nickel-Cadmium-Akku, der mittlerweile in keinem mobilen Endgerät mehr verbaut wird, hat zum Mythos des „Memory-Effekts“ geführt. Der Akku soll unter diesem Memory-Effekt leiden, da er sich an den letzten Ladezustand „erinnert“. Das Laden wird an diesem Punkt wieder aufgenommen, was die Akkuleistung immens reduziert. Daraus entstand der Mythos, ein Akku müsse vor dem Laden erst vollständig entladen sein. Für LiIon-Akkus ist das vollkommen irrelevant – du brauchst den Akku deines Smartphones oder Tablets also nicht erst entladen. Ab und zu, jedoch nicht häufiger als einmal im Monat oder gar alle zwei Monate, kannst du deinen Akku vollständig ent- und wieder aufladen. Das hat jedoch nichts mit dem Akku selbst zu tun, sondern mit der Ladeelektronik, die so optimal kalibriert wird.

Demselben Akku-Typen haben wir diesen Mythos zu verdanken: der Akku sollte mehrfach ge- und entladen werden, um ihn zu trainieren. Wird beispielsweise ein Handy 10 Stunden lang geladen, soll die Wiederholung dieses Vorgangs die Leistungsfähigkeit zurückbringen. Beim Nickel-Cadmium-Akku, der bei zu langem Laden keine volle Leistung mehr lieferte, hat diese „Konditionierung“ tatsächlich etwas gebracht, beim LiIon-Akku ist das jedoch vergebliche Liebesmüh.

Ständig an der Strippe: muss nicht sein

Gehörst du zu denen, die den Smartphone-Akku ständig laden?

Gehörst du zu denen, die den Smartphone-Akku ständig laden? (Bild: „Tuckered out, but still needs the phone“ von m01229, Lizenz: CC BY 2.0)

Gehörst du zu denen, die den Smartphone-Akku ständig laden? – Du kommst nach Hause und das erste, was du nach dem Schuhe ausziehen machst, ist, dein Smartphone ans Ladegerät zu packen. Das ist ungut, da es deinen Akku unnötig belastet. Die LiIon-Akkus in unseren modernen Endgeräten sollten nicht jedesmal vollständig ge- und entladen werden. Vielmehr macht es Sinn, immer im Bereich zwischen 30 und 70 % Ladekapazität zu bleiben. Das vollständige Laden und Entladen belastet den Akku so stark, dass du das Gegenteil bewirkst und die Lebensdauer deines Akkus immens reduzierst.

Bewegst du dich im genannten Ladebereich, erhält dein Akku eine höhere Anzahl von Ladezyklen, die ihn sozusagen schonend oben halten. Die Bereiche darüber und darunter solltest du vermeiden. Dazu gehört es auch, darauf zu verzichten, den Akku bei einer Kapazität von 85 % noch schnell ans Ladegerät zu hängen oder das Gerät bei nur noch 10 % schnell mal einige Minuten dranzuhängen. Verzichte generell auf kurze Ladesessions und halte deinen Akku bei 30 bis 70 %.

Was passiert bei „Dauerladern“?

Wenn Geräte permanent am Ladegerät hängen, leidet die Ladeelektronik, die deinen Akku ja schützen soll.

Wenn Geräte permanent am Ladegerät hängen, leidet die Ladeelektronik, die deinen Akku ja schützen soll. (Bild: „Apple iPhone Charging via USB hub“ von Intel Free Press, Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Wenn Geräte permanent am Ladegerät hängen, leidet die Ladeelektronik, die deinen Akku ja schützen soll. Was passiert, wenn der Ladezustand bei 100 % liegt und du dein Smartphone oder Tablet dennoch am Ladegerät hältst? Der Ladevorgang kann solange unterbrochen werden, bis die Kapazität unter die 100 %-Marke fällt, von da an lädt die Ladeelektronik erneut aktiv. Alternativ wird solange Erhaltungsstrom geliefert, bis die Kapazität entsprechend gefallen ist, auch dann lädt die Ladeelektronik wieder aktiv. So oder so: der Akku wird zusätzlich belastet, denn gerade in diesem letzten Drittel vom Ladevorgang ist das Laden Akku-belastend.

Ist der Akku zusätzlich noch extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt, verändern sich die chemischen Prozesse im Akku-Inneren. Oftmals liegen Smartphone und Ladegerät in Fensternähe, wo es zu extremer Kälte oder Hitze kommen kann. In beiden Fällen leidet die Leistungsfähigkeit des Akkus, was die Lebensdauer verringern kann. Verzichte bei großer Hitze (ab 40° C) oder Kälte (unter 10° C), wenn möglich, auf das Laden des Akkus oder halte das Gerät bei starker Kälte warm.

LiIon-Akku: so geht das Laden

LiIon-Akku: so geht das Laden!

LiIon-Akku: so geht das Laden! (Bild: Wikipedia.de)

Der moderne LiIon-Akku, der mit gängiger Ladeelektronik ausgerüstet ist, wird zunächst auf etwa 80 % geladen. Darauf folgt eine lange Zeitspanne der Erhaltungsladung, während die Erhaltungsspannung immer mehr zurückfällt, bis sie durch die Ladeelektronik vollständig deaktiviert wird. Dies geschieht, wenn das Laden komplett ist. Sinkt der Ladezustand unter eine bestimmte Schwelle, die meist bei um die 95 % liegt, lädt der Akku wieder. Dieser Vorgang zeigt, dass deine Geräteakkus keinen Nutzen vom „Trainieren“ oder 12-stündigen Aufladen haben.

Wenn es mal schnell gehen soll, da du es eilig hast und auf den Akku in deinem Smartphone angewiesen bist, hilft übrigens ein ganz simpler Trick: schalte das Gerät aus. So kann sich der Ladestrom voll auf seine eigentliche Aufgabe, das Laden des Akkus, konzentrieren und muss sich nicht damit beschäftigen, das Gerät am Leben zu erhalten.


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