Teil 2: „Wenn Du sie nicht schlagen kannst,…

…dann mußt Du sie kaufen.“. So habe ich in meinem Blog-Eintrag am 15.06.2011 über die geplante Fusion von Garmin und Navigon geschrieben. Nun ist eben eine Händler-Benachrichtigung von Garmin reingeflattert zur bevorstehenden Übernahme. Tja, und was soll ich sagen? Im Juni habe ich in meinem Blog-Eintrag noch gemutmaßt, was Garmin bei erfolgreicher Übernahme mit dem deutschen Navi-Hersteller vor hat, jetzt weiß ich dass nicht so weit daneben gelegen habe.

Verschmelzung von Garmin & NavigonIm Blog-Eintrag damals habe ich drei denkbare Varianten angeführt, wobei meine persönlich favorisierte jene war, dass Garmin aus Navigon mittelfristig eine Softwareschmiede machen wird, die für den Weltmarktführer in Sachen Navigation Entwicklung und Forschung insbesondere bei der Betriebssoftware und für Android- und Mac-Plattformen sein wird. Nun in der eben reingeflatterten Händlerinfo wird das bestätigt. Navigon wird auf der IFA noch sein Sortiment für 2012 vorstellen – ebenso wie Garmin. Und das als eigenständige Firma und Marke. Danach wird ab 2012 peu a peu Navigon zur Softwareschmiede zurück umgebaut, die dann für Garmin entwickeln wird.

Was bedeutet das für Kunden? Navigon-Produkte werden natürlich auch weiterhin supportet. Also kein „Abverkauf und dann Schluß“, sondern ein geregeltes Auslaufen der Produkte samt gesichertem Service (auch was Software- und Kartenupdates anbelangt) auf die kommenden Jahre hin. Wer Garmin kennt, weiß dass dies kein leeres Versprechen ist, sondern dann entsprechend auch durchgezogen wird. Damit ist auch sichergestellt, dass man in Zukunft ohne Bedenken bei Navigon-Navis ohne Weiteres zugreifen kann.

Persönliches Fazit: der Navigationsmarkt wird damit um eine Marke bereinigt. Was sich in den letzten Jahren mit diversen Insolvenzen (z.B. Mio) angekündigt hat, wird nun konsequent fortgesetzt. Nachdem der Hype rund um Navigation in den letzten Jahren zurückgegangen und ein Ende gefunden hat, passiert das, was eigentlich immer in solchen Situationen passiert: es werden Firmen geschluckt und umgebaut oder gänzlich aufgelassen. Wobei zu oft in der Vergangenheit der Kunde auf der Strecke blieb (siehe das Aus der alten portablen Navi-Serien von Blaupunkt). Hier wird nun ein geordneter Rückzug aus dem operativen Geschäft angegangen, bei dem der Kunde auf Jahre hinaus auf der sicheren Seite steht. Ich kann nur hoffen, dass diese Entwicklung anhält, und weitere Auflassungen von Marken oder Fusionen so abgewicklet und vereinbart werden, dass die Konsumenten niemals wieder durch die Finger schauen.