Technische Zukunft im Fußball: wie Technik unseren Lieblingssport beeinflusst

Wir zeigen dir, wie Technik unseren Lieblingssport Fußball heute und in Zukunft beeinflusst.

Wir zeigen dir, wie Technik unseren Lieblingssport Fußball heute und in Zukunft beeinflusst. (Bild: „Fußballspiel Hammer SpVg – FC Gütersloh“ von Dirk Vorderstraße, Lizenz: CC BY 2.0)

Mit der EM 2016 hat die technische Zukunft im Fußball begonnen: wir zeigen dir, wie Technik unseren Lieblingssport heute und in Zukunft beeinflusst.

Messsysteme machen Unsichtbares messbar

War der Ball nun drin oder nicht? Abseits? Foul? Handspiel? – Bisher ist es noch nötig, sich auf zuweilen blind wirkende Schiedsrichter zu verlassen. Diskussionen zwischen Spielern und Schiri sind wahrlich nicht selten. Das kann zwar einen gewissen Unterhaltungswert haben, nervt dann aber auf Dauer doch eher.

Die technische Zukunft im Fußball hat diesbezüglich 2016 gestartet: die Torlinientechnologie fand erstmals in der diesjährigen EM Einsatz. Mit dem Hawk Eye System des britischen Sony-Ablegers Hawk Eye Innovations wird jedes Tor mit sieben Kameras aus unterschiedlichen Blickwinkeln überwacht. Das ermöglicht es, einen dreidimensionalen Verlauf der Ball-Flugbahn zu berechnen. Der Schiedsrichter erhält vibrierender Weise eine Meldung auf sein Armband-Display, wenn der Ball eindeutig ins Tor trifft. Mit dieser Technik gelingt es also, Fehler eindeutiger und präziser aufzuzeigen – der Schiri hat plötzlich einen Assistenten, der ihm beim Bewerten hilft. Das sorgt für eine fairere Fußball-Zukunft. Das Hawk Eye System wurde vorher bereits getestet, wie dieser Film vom TSG 1899 Hoffenheim zeigt:

Das Spielfeld wird zum Großdisplay mit Messtechnologien

Klar: der Ball ist rund und muss ins Eckige – das wird sich nie ändern. Aber wie steht es ums Drumherum? Bewegungstracking, Sensoren an Rasen, Spielern und Fußball – das sind doch Technologien, die heute schon einsetzbar sind. Auch diese Technologien können dazu beitragen, dass das Spiel noch fairer, weil eindeutiger wird. Auch für Zuschauer bringen diese Technologien ein schöneres Spiel, können wir doch nun bzw. in Zukunft eindeutiger erkennen, was auf dem Spielfeld vor sich geht.

Schon heute wird im Profifußball jede Bewegung auf dem Platz von Kameras registriert. Mit moderner Messtechnik werden bald noch viel mehr Daten erhoben. (Grafik: obs/Porsche Consulting GmbH)

Die technische Zukunft im Fußball könnte im Rasen beginnen. Im Stade de France wurde dem aktuellen EM-Rasen das Desso GrassMaster-System spendiert, welches aus 100-prozentigem Naturrasen besteht. Darin eingelassen wurden zwei Millionen Kunstfasern in 18 cm Tiefe in einem Raster von 2 x 2 cm. Diese Fasern verflechten sich mit den Graswurzeln, um sich so zu verankern und eine ebene Spieloberfläche mit beeindruckender Stabilität zu schaffen.

Nun stelle man sich einen Kunstrasen vor, der zum Display wird: bei dem Glasfaser-Spielfeld zeichnet sich die Freistoß-Linie mit korrekter Distanz automatisch auf das Rasen-Display, sodass Spieler eindeutige Vorgaben, wir Zuschauer einen eindeutigen Blick auf die Lage haben. In Spielpausen wird Werbung zur Freude der Sponsoren auf einer gigantischen Fläche gezeigt – da müssen natürlich auch wir Zuschauer durch. Vielleicht wird Werbung dann auch mal witzig und unterhaltsam, sodass wir Fans auch etwas davon haben.

Technische Zukunft im Fußball optimiert das Training

Werden nun zusätzlich die Spieler mit Sensoren an markanten Körperpunkten ausgerüstet, beispielsweise an Fingern und Unterarm, unbedingt auch an der Fußspitze, so wäre es ein Leichtes, Regelverstöße zu erkennen. Bei einem Abseits beispielsweise färben sich Außenlinie und Ball einfach rot, während ein akustisches Signal den Spielfluss unterbricht. Nach dem Training können die Spieler ihre Perspektive und die Reaktionen der Mitspieler durch ihre Kontaktlinsen-Kameras betrachten, um alle Spielzüge noch mal durchzugehen und auszuwerten. Trainer können im wahrsten Sinne des Wortes die Perspektive der Spieler einnehmen, um das Spiel individuell zu bewerten.

Auch lassen sich durch Sensoren, die Körperwerte wie Blutdruck, Herzschlag, Grad der Dehydrierung usw. messen, körperliche Schwächen sind leichter zu analysieren. So kann das Training individueller und präziser gestaltet werden. VR-Technologie kann den Spielern einen Was-wäre-wenn-Eindruck geben, um taktische Fehler auszuschließen. Die technische Zukunft im Fußball wird das Training der Spieler sehr positiv beeinflussen; viel individueller können Spieler ihre Schwächen ausgleichen und präzise daran trainieren.

Zuschauen wird zum genialen Erlebnis

Zur aktuellen EM stammt das eingesetzte Soundsystem von Yamaha und Nexo. Es basiert auf dem M7CL48-ES-Digitalmischpult von Yamaha. Die vier getrennten Stadion-Zonen werden von knapp 300 Nexo GEOS12-Lautsprechern in 44 Clustern beschallt. Weiter testet die UEFA zur EM 2016 erstmals, wie sich Fußball mit virtueller Realität versteht: ein kleiner Nutzerkreis kann sich 360°-VR-Content mit einer VR-Brille ansehen, wofür OZO-Kameras aus dem Hause Nokia Einsatz finden. Jede einzelne (!) Kamera kostet mehr als 50.000 Euro! Acht Bildsensoren und Mikros werkeln in ihnen, um den VR-Content zu den Nutzern zu liefern.

Spulen wir ein paar Jahre vor und die VR-Technologie sorgt dafür, dass wir fühlen, was Spieler fühlen. Zugegeben: so ein Ball am Hinterkopf wird wohl eher nicht gewollt sein, aber die Sinneseindrücke der Spieler auf dem Feld am eigenen Körper zu spüren, würde das Fußball-Erlebnis noch mal richtig vorantreiben!

Auch Wearables erhöhen das Zuschauer-Erlebnis

Kontaktlinsen-Kameras, die von den Spielern getragen werden, wären nicht nur praktisch fürs Training der Spieler. Sie würden es uns Fans ermöglichen, Spieler-Perspektiven einzunehmen oder aus Rückbetrachtungen die Perspektive des Spielers zu verfolgen. Das und das durch Sensoren möglich gemachte Nachfühlen brächte in Diskussionen Eindeutigkeit: „Nein, das war kein Handspiel, der Ball kam zu mir – äh, zum Spieler …“

Um Panini-Bildchen zu kennen, muss man nicht mal Fußball-Fan sein. Die Sammelbilder haben zweifelsfrei Kultcharakter, und auch die technische Zukunft der Bilder kann nett werden: die Sammelkarten könnten digitalisiert und auf dem Smartphone gespeichert werden. Auch Karten-Displays im Mini-Format wären denkbar, die dann direkt auf die Social Network-Seiten der jeweiligen Spieler führen. Die Spieler selbst bzw. deren Management könnte die Sammelbildchen so stetig aktualisieren, sodass die Sammelkarten individuellen Charakter erhalten. Eine Kamera-Verknüpfung mit den Digital-Sammelkarten könnte dazu beitragen, dass Fans schauen können, was ihre Idole gerade trainieren.

Die technische Zukunft im Fußball macht Stadien zu Hologrammen

Kommen wir zum gigantischsten Traum: wir schreiben das Jahr 2030, die ganze Welt freut sich auf die Fußball-WM. In Holo-Stadien nehmen hunderttausende Zuschauer Platz, um das Ereignis zu genießen – rund um den Globus in sämtlichen Arenen. Wo das Spiel tatsächlich stattfindet, ist im Jahr 2030 absolut nebensächlich! Denn hochmoderne Hologramm-Technologie sorgt für Übertragungen, die weltweit gleichzeitig stattfinden können. Die Zuschauer sehen ihre Idole, als stünden sie vor ihnen.

Unrealistisch ist diese Vorstellung nicht, wenn wir bedenken, dass der bereits verstorbene King of Pop Michael Jackson als Hologramm bei den Billboard Music Awards 2014 auf der Bühne tanzte:

Technische Zukunft im Fußball: Fiktion wird real

Noch ist all das Zukunftsmusik: um Holo-Stadien weltweit zu etablieren, wäre ein momentan noch nicht zu stemmender technischer Aufwand notwendig. Aber Technik wandelt sich immer schneller und so ist es einfach eine Frage der Zeit, bis Fiktionen dieser Art real werden. Stelle dir nur vor, du könntest durch die fortschreitende Technologie virtuell in den Körper deines Idols schlüpfen und sein Spiel via Kontaktlinsenkamera und VR-Technologie sehen und fühlen! Being Thomas Müller. Oder Manuel Neuer. Die HoloLens von Microsoft zeigt zumindest wo die Reise hingehen kann.

Wie siehst du die technische Zukunft im Fußball: werden Hologramm-Spieler auf einem Glasfaser-Rasen kicken, der gleichzeitig als Display fungiert? Was würde dein Zuschauer-Erlebnis grandios steigern? Und welcher Technologie traust du zu, Spiele noch fairer zu gestalten?


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