Wearables sorgen für Stimmung auf Knopfdruck

Wearables, die am Kopf getragen werden - ein ungewöhnlicher Anblick!

Wearables, die am Kopf getragen werden – ein ungewöhnlicher Anblick! (Bild: Thync YouTube Kanal)

Wearables können inzwischen nicht nur Fitnessdaten, sondern auch die eigene Stimmung überwachen – und vielleicht sogar beeinflussen?!

Zeit für Neuentwicklungen!

Wearables – ein Trend, der bereits seit geraumer Zeit durch die Medien geistert. Dabei handelt es sich dem Wortursprung zufolge um Gadgets, die am Körper getragen werden können beziehungsweise direkt in die Kleidung integriert sind. Bekannte Varianten von Wearables sind das Fitnessarmband zur Überwachung von Bewegung und Kalorienverbrauch oder auch intelligente Laufschuhe, die mittels Sensoren Laufverhalten und Strecke analysieren. Viele Leute bringen den Überbegriff Wearables auch sofort mit diversen Überwachungs- und Analysefunktionen in Verbindung.

In regelmäßigen Abständen – meist dann, wenn ein neues Wearable-Gadget auf den Markt geworfen wird, greifen die Medien diesen Trend wieder auf. Bei näherer Betrachtung der vorgestellten, angeblich hoch innovativen Geräte zeigt sich jedoch oft: Nichts wirklich Neues. Kein neues Design, keine neuen Funktionen. Soll es das tatsächlich schon gewesen sein mit dem Hype um Wearables?

Das glauben wir nicht. Und haben herausgefunden, dass es doch Innovationen in diesem Bereich gibt und die Forschung keineswegs stillsteht. Besonders beeindruckt hat mich, dass einige Wearables in der Lage sind, unsere Stimmung präzise zu erkennen. Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange: Angeblich sind einige der Wearables auch dafür konzipiert, unsere Stimmung aktiv zu verändern. Die Entwickler verfolgen hierbei unterschiedlichste Methoden, mit denen unsere Laune direkt oder indirekt beeinflusst werden soll. Der spannendste Ansatz steckt im Startup Thync.

Thync – Energieimpulse fürs Gehirn

Die Amerikaner von Thync denken das Konzept der Wearables einen Schritt weiter als bisherige Entwickler auf diesem Gebiet. Ihre Idee nimmt den direktesten Weg, um unsere Stimmung zu verändern. Der Vibe ist ein leicht gebogenes weißes Plastikteil, welches am Kopf getragen wird. Mittels Neurostimulation, d.h. Anregung von Nervenzellen durch schwache Stromimpulse, wird die Hirntätigkeit des Trägers beeinflusst. Im Vibe sind Elektroden enthalten, über welche die Impulse abgegeben werden.

Neurostimulation – das klingt eigentlich eher nach etwas, wovon Nicht-Mediziner besser die Finger lassen sollten. Umso erstaunlicher ist daher die scheinbar äußerst simple und auch für absolute Laien verständliche Anwendung des Thync Systems. Es gibt nur zwei grunsätzliche Modi: Wer auf Action aus ist und früher vielleicht einen Espresso oder Energydrink zu sich genommen hätte, klemmt sich im Jahre 2015 das Modul an die Schläfe bzw. in den Nacken. Statt der Tasse Tee zur Beruhigung wird das kleine Gerät hinter den Ohren befestigt. Die Steuerung der elektrischen Impulse und deren Frequenz erfolgt wie nicht anders erwartet über eine Smartphone-App. Nur ca. 10 Minuten soll es dauern bis sich die Wirkung entfaltet, welche bis zu einer Stunde andauern kann. In einem nur knapp dreiminütigen Video wird die korrekte Anwendung erläutert:

Das klingt zugegebenermaßen so ganz anders als die bisherigen Wearable-Gadgets. Entsprechend stolz auf diesen Durchbruch ist auch Jamie Tyler, Mitbegründer von Thync:

„Nach jahrelanger Forschung haben wir eine Möglichkeit gefunden, auf Areale im Gehirn einzuwirken, die für die Stressverarbeitung verantwortlich sind.“ (Quelle: Rheinenergie-Blog)

Das Unternehmen betont, dass der Vibe nicht als medizinisches Gerät, sondern als Wellness-Gadget für den privaten Anwender gedacht ist. Ob man den Vibe so bedenkenlos einsetzen kann, wie dessen Macher proklamieren, sei allerdings dahingestellt. Tatsache ist, dass es zum Einsatz einer derartigen Form von Neurostimulation noch keine Langzeitstudien gibt. Dennoch ist der Vibe bereits über die Homepage des Startups für den stolzen Preis von 299 Dollar erhältlich. Das Fazit von Netzfrauen.org zu dieser Innovation:

„Sie werden feststellen, es handelt sich um ein Gerät, wo die Welt nur darauf gewartet hat.“

Die Ironie ist unverkennbar. So faszinierend die Idee auch klingen mag, welchen Sinn hat es, die eigene Stimmung fernzusteuern wie einen Roboter? Manchmal kommt man nicht zur Ruhe und an anderen Tagen kann man sich nicht aufraffen. Solche Schwankungen sind schlicht und einfach menschlich.

Stress vermeiden mit dem Zensorium Being

Diese Smartwatch hat einiges zu bieten. Neben bereits gängigen Funktionen wie Aktivitätsüberwachung bietet sie zum Beispiel die Messung des Blutdrucks.

Diese Smartwatch hat einiges zu bieten. Neben bereits gängigen Funktionen wie Aktivitätsüberwachung bietet sie zum Beispiel die Messung des Blutdrucks. (Quelle: www.zensorium.com/being-gallery)

Wer dieser sehr direkten Art der Stimmungsveränderung auch eher skeptisch gegenübersteht, lässt sich vielleicht eher von einem Gadget mit dem interessanten Namen Zensorium Being begeistern. Was auf den ersten Blick wie eine etwas billige Smartwatch aussieht, hat es in sich. Zensorium Being sieht zwar aus wie eine Smartwatch, leistet aber im Bereich Selftracking und vor allem Tracking der eigenen Emotionen einiges mehr. Die verbauten Sensoren messen nicht nur den Puls des Trägers, was viele Smartwatches ebenfalls anbieten. Auch Kalorienverbrauch, Blutdruck, REM Schlafphasen und die Dauer des Schlafs werden gemessen. Darüber hinaus wird auch die Leitfähigkeit der Haut analysiert. Diese erlaubt Rückschlüsse auf die emotionale Anspannung. Das ermittelte Stresslevel wird dem Nutzer über Smileys am Display angezeigt. Es soll ihm helfen, Stressfaktoren zu erkennen und Stresssituationen künftig zu umgehen. Wie die Person die Infos des Gadgets nutzt und auf welche Weise man sein Stresslevel senkt, bleibt jedem selbst überlassen (Quelle: Noows.de).

Fazit

Das Startup Think hat die Wearables-Szene auf jeden Fall aufgerüttelt. Es zeigt, wohin die Richtung in Zukunft gehen kann: Weg von der reinen Überwachung von Fitness- und Aktivitätswerten hin zum Tracking und Manipulieren der eigenen Stimmung. Datenschützer fürchten in solchen Fällen den Missbrauch von Stimmungsdaten durch Hacker oder andere Akteure. Es bleibt abzuwarten, wohin die Reise geht. Was haltet ihr von Konzepten wie Thync – begeisternd oder unheimlich?


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