Sofortbildkamera: Revival der Partyknipse

Fujifilm-Instax-210

Bild: „Fujifilm Instax 210“ von Yutaka Seki, Lizenz: CC BY 2.0

Inmitten des Zeitalters der Digitalfotografie meldet sich die Sofortbildkamera zurück: die Partyknipsen legen ein Revival mit stetigem Wachstum hin.

Sofortbildkameras haben immer fasziniert

Es gibt Technik, die kurz nach Erscheinen wieder in der Versenkung verschwindet. Weil sie überholt ist, weil sie keiner möchte. Und es gibt Technik, die trotz allem nebenbei laufendem Fortschritt ewig zu faszinieren scheint. Zur zweiten Kategorie zählen Sofortbildkameras: am 21.02.1947 wurde die „Land camera“ genannte Sofortbildkamera aus dem Hause Polaroid vorgestellt, 1963 erschien der „Polacolor“ genannte Farbfilm. In den 70er und 80er Jahren waren Sofortbildkameras, oft auch „Polaroids“ genannt, der absolute Hit: jeder knipste wild durch die Gegend und man erfreute sich an Momentaufnahmen, die zwar qualitativ nicht, emotional aber umso mehr überzeugen konnten.

Und genau das ist es wohl auch, was noch heute fasziniert: die emotionale Komponente. Seien wir ehrlich, qualitativ sind wir mit Digitalkameras aktueller Generationen besser aufgestellt denn je, sogar viele Smartphone-Cams machen heute bessere Fotos als Sofortbildkameras. Aber dennoch: sie halten sich. Sie halten sich nicht nur, sondern sie gehen wie geschnitten Brot weg: im Jahre 2014 verkaufte Fujifilm sagenhafte 4,3 Millionen Exemplare der beliebten Sofortbildkamera Instax Mini.

Sofortbildkamera Fuji instax mini 90

Fuji instax mini 90 mit Schnappschüssen (Bild: „Camera and photos…“ von Michael Sheehan, Lizenz: CC BY 2.0)

Digitale Bilderflut vs. ausgewählte Momentaufnahmen

Nächstes Jahr wird die Sofortbildkamera also 70 Jahre alt. Und es ist nach wie vor ein Erlebnis, mit ihr auf Fotostreifzug zu gehen: blasse Farben und nicht allzu begeisternde Schärfe machen nichts. Wer Sofortbildkameras einsetzt, will das Erlebnis und keine perfekten Bilder. Jedes Foto ist ein unveränderbares Unikat, jedes Bild hält einen Moment fest, wie es Digitalkameras einfach nicht schaffen: sofort hältst du dieses eine Unikat in den Händen, sofort nach dem Moment, den du einfangen wolltest.

Es geht nicht um Qualität, dafür sind andere Fotoapparate besser geeignet. Nein, es geht um Emotionen, um ausgewählte Momentaufnahmen, die der digitalen Bilderflut, die wir auf Facebook, Instagram, Flickr und Co. erleben, etwas entgegensetzen möchte. Ein Sofortbild in der Hand zu halten und ihm beim Entwickeln zuzuschauen, ist etwa so, als packe man ein sehnlichst erwartetes Geschenk aus. Es erinnert an die gute, alte, analoge Zeit, in der man Fotos in Alben betrachtete und sich mit diesen Momenten auseinandersetzte. Es ist eher eine haptische als eine visuelle Erfahrung.

Totgesagte leben länger

In Europa war es lange Zeit still um die Sofortbildkamera: die Mutter der Instantbilder, Polaroid, stellte 2007 die Produktion ein. Interesse zeigte um diese Zeit kaum jemand an der Sofortfotografie. Im Jahre 1998 versuchte es Fuji: auf der Photokina stellte der Japaner erstmals eigene Instantkameras vor. Der Erfolg blieb aus: zu dieser Zeit begann die  Digitalisierung und damit auch der bis heute ungebrochene DSLR-Trend.

2014 probierte es Fuji erneut – und diesmal war es von Erfolg gekrönt: gerade junge Leute stürmten den Photokina-Stand des Japaners. Die Sofortbildkamera erlebte ihr Revival, sie war zurück, um die Partys dieser Welt zu erobern. Während junge Generationen die Partyknipsen vorrangig genau dafür einsetzen, schwelgen ältere Semester eher in Erinnerungen.

Generation Digital Natives erlebt ein neues Gefühl

Es liegt im Trend, individuell und anders zu sein. Während das Gros mit DSLRs die digitale Bilderflut schafft, möchte man sich mit den Fujifilm instax-Cams abgrenzen. Der Generation Digital Natives spendiert diese Sofortbildkamera außerdem ein gänzlich neues Gefühl: jedes Bild ist ein Unikat, das nachträglich nicht so einfach bearbeitet oder vervielfältigt werden kann. Es ist etwas ganz Besonderes, die Scheckkarten-großen Bilder in der Hand zu halten.

Sofortbildkameras wie die Fujifilm Instax Mini 25 sind natürlich qualitativ schon deutlich besser als die ersten Polaroid-Sofortbildkameras. Sie spielen auch dem anhaltenden Selfie-Trend in die Hände; Selbstportraits sind kinderleicht machbar. Gerade auf Partys werden Sofortbildkameras gerne eingesetzt: das schnelle Knipsen des Augenblicks, der danach sofort in den Händen gehalten werden kann. Ob am Strand oder im Partykeller: die aktuelle Technologie erlaubt viele Umgebungen, um das Jetzt in einzigartiger Weise festzuhalten.

Sofortbildkamera als Partyknipse

Auf Partys lohnen sich die Sofortbildkameras besonders! Lustige, manchmal auch anrührende Momente festzuhalten – dafür sind sie gemacht. Zwar sind die Instantknipsen in der Anschaffung recht günstig, um aber immer mit ihnen zu fotografieren, sind die Filme einfach zu teuer und die Technik nicht ausgereift genug. Auch bei besonderen Partys, beispielsweise bei der eigenen Hochzeit, bleibt zu überlegen, ob die Sofortbildkameras nicht eher ergänzend eingesetzt werden sollten. Schließlich möchte man doch vom schönsten Tag im Leben auch qualitativ hochwertige Fotos, idealerweise auch in digitaler Form, um sie später einfacher zu versenden. Hier lohnt sich dann die Überlegung, einen tragbaren Fotodrucker einzusetzen, um den Sofortbild-Effekt zu haben.

Retro trifft auf digital: die Zukunft der Sofortbildkamera

Polaroid-Snap

Sofortbildkamera Polaroid SNAP (10 Megapixel-Digitalkamera)

Weder Polaroid noch Fuji wollen es beim aktuellen Stand belassen. Während die Fujifilm instax-Serie Trends wie Selfies mitmacht, baut Polaroid Geräte, die das Überspielen der Aufnahmen auf den Computer erlauben. Retro trifft auf digital. Beide Hersteller setzen auch auf Entwicklungsmaschinen, die portabel sind, um Partys zu rocken. Auf ihnen können digitale Fotos vom Smartphone als Sofortbild entwickelt werden. Praktisch: vorher kannst du mit der dazugehörigen App Farben und Kontraste optimieren. Im Ergebnis erhältst du Digitalqualität auf Sofortbildpapier. Was denkst du?

Setzen sich solche portablen Entwicklungsmaschinen durch oder tut es nicht auch der portable Fotodrucker? Nutzt du Sofortbildkameras? Wenn ja: in welchen Situationen? Was magst du an ihnen, was ist für dich nachteilig?


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