Smartphone vs. Digitalkamera: das Megapixel-Rennen

Smartphone-Kameras oder Digitalkamera? Das Megapixel-Rennen ist eröffnet!

Smartphone-Kamera oder doch eine Digitalkamera? Das Megapixel-Rennen ist eröffnet!

Smartphone-Kameras werden immer mächtiger. Lohnt sich die Anschaffung einer Digitalkamera überhaupt noch? Das Megapixel-Rennen ist eröffnet!

Kameras in Smartphones versuchen, klassischen Digitalkameras den Rang abzulaufen. Es ist ja auch praktisch: das Mobiltelefon hast du immer dabei, während Digitalkameras zusätzliches Gepäck bedeuten. Bilder mit 16 oder gar 20 Megapixel sind keine Seltenheit. Und so müssen sich die Kamera-Hersteller bemühen, um nicht schon in den Produktbeschreibungen schlecht auszusehen.

Megapixel sind nicht alles

Smartphone Kameras sind heutzutage sehr weit entwickelt.

Smartphone Kameras sind heutzutage sehr weit entwickelt (Bild:„Samsung Galaxy K Zoom“ von Kārlis Dambrāns, Lizenz: CC BY 2.0).

Jedoch hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass Megapixel nicht alles sind – die Qualität geschossener Fotos hängt eher von der Sensorgröße ab. Da für einzelne Bildpunkte weniger Platz vorhanden ist, sind hohe Pixelzahlen sogar eher störend. Dennoch kann nicht bestritten werden, dass Smartphone-Kameras immer bessere Bilder abliefern. Das hängt mit der Elektronik sowie der Linsentechnik zusammen, hier legen sich die Hersteller mächtig ins Zeug! Erfolgreich, wie man an Bildern sieht, die die Flaggschiffe von Sony, Samsung und Apple abliefern. Schaut man sich allerdings die Preise dieser Top-Smartphones an, lohnt sich deren Anschaffung kaum, wenn es vorrangig ums Fotografieren geht.

Digitalkameras machen auf billig

Kompaktkameras lohnen sich zum Beispiel, wenn die Qualität der Kamera des eigenen Smartphones geringer ist.

Kompaktkameras lohnen sich zum Beispiel, wenn die Qualität der Kamera des eigenen Smartphones geringer ist (Bild: „Me“ von Michelle Bradley, Lizenz: CC BY 2.0).

Der preisliche Trend geht bei Kompaktkameras deutlich in die andere Richtung: wenngleich sie Megapixel-Rekorde aufstellen, werden Digitalkameras immer billiger. Da gibt es bereits Angebote ab 70 Euro für Modelle mit 20 MP. Es dürfte klar sein, dass die Hersteller dann an anderen Ecken sparen müssen. Und das sieht man leider: der Blitz kann es kaum bewerkstelligen, schlechte Lichtverhältnisse auszugleichen. Es ist stellenweise schon schwierig, einen gelungenen Schnappschuss hervorzubringen – ganz zu schweigen von fotografischen Spielereien wie High- oder Low-key sowie Hintergrundunschärfen. Ein Bildstabilisator fehlt in dieser Preisklasse, Smartphone-Kameras bringen ihn jedoch mit. Der einzige Vorteil an billigen Kompaktkameras scheint der optische Zoom zu sein. Somit lohnt sich der Kauf einer solchen Digitalknipse nur, wenn die Smartphone-Kamera noch schlechtere Bilder produziert. Das ist bei Smartphones der Fall, die unterhalb der Mittelklasse liegen.

Es spricht doch einiges für Digitalkameras

Digitalkameras bieten viele Funktionen und sind trotzdem platzsparend.

Digitalkameras bieten viele Funktionen und sind trotzdem platzsparend(Bild: „Capture the Beauty“ von TheGuyCalledDennis, Lizenz: CC BY 2.0).

Digitalkameras lohnen sich dann, wenn sie Eigenschaften nutzen, die Smartphone-Kameras schon aus Platzgründen nicht bieten können: zoomen mit großzügigem Brennweitenumfang, ein großer Bildsensor, ein optischer Sucher oder die Möglichkeit, Wechselobjektive zu verwenden, gehören dazu. Smartphone-Kameras bieten in aller Regel Sensoren mit einer Größe von 1/3 Zoll. Viele günstige Kompaktkameras bieten leider nicht sonderlich mehr; Sensoren mit 1/2 Zoll gehören leider bereits zur gehobeneren Klasse.

Sehr große Schritte nach oben machen hingegen die in vielen Systemkameras verbauten „Four-Third-Sensoren“. Teure Kompaktkameras bieten noch größere Sensoren, die größte Sensorenfläche jedoch bieten Spiegelreflexkameras. Was diese Kameratypen ansonsten voneinander unterscheidet, kannst du in unserer Kamera-Kaufberatung lesen. Bessere (und damit auch kostspieligere) Digitalkameras sind den Smartphone-eigenen Kameras im Bildergebnis überlegen – wenn der Fotograf es versteht, die Möglichkeiten dieser Kameras auch zu nutzen. Fotografen, die mit Vollautomatik drauf losknipsen, werden Unterschiede zwischen Digitalkameras und Smartphone-Kameras kaum merken.

Schnell-Tipps für gelungene Fotos

Mit einigen Tipps und Tricks holst Du das Beste aus Deiner Kamera.(

Mit einigen Tipps und Tricks holst Du das Beste aus Deiner Kamera.(Bild: „Samsung Galaxy K Zoom“ von Kārlis Dambrāns, Lizenz: CC BY 2.0)

Es gibt einige kleine Tricks, mit denen du deine Fotos – egal, ob mit Smartphone- oder Digitalkamera aufgenommen – schon wesentlich verbessern kannst. Oft sind es Kleinigkeiten, die einen sichtbaren Unterschied zwischen „Schnappschuss“ und „geplantem Bild“ bringen. Die folgenden Tipps gehören zu diesen Kleinigkeiten:

  1. Kamerahaltung: anstatt deine Kamera mit der linken Hand aus der Tasche zu zuppeln und ungeplant auf den Auslöser zu drücken, hilft es, die Kamera mithilfe deiner Hände zusätzlich zu stabilisieren. Insbesondere bei größeren Kameras mit Wechselobjektiven macht es Sinn, das Objektiv mit einer Hand von unten zu greifen, während die andere Hand den Auslöser bedient. So hältst du die Kamera ruhiger, kannst den Objektivring bedienen und erhöhst die Wahrscheinlichkeit auf wackelfreie Bilder.
  2. Richtiger Zeitpunkt: kennst du die sogenannte „blaue Stunde“? Fotografen meinen damit die Dämmerungszeit, die zwischen Sonnenuntergang und Dunkelheit liegt bzw. zwischen Dunkelheit und Sonnenaufgang am Morgen. In dieser Zeit fotografierte Motive erhalten eine ganz besondere Stimmung, da die Farben anders wirken und zwischen Hell und Dunkel abgemilderte Kontraste miteinander spielen. Mittags in der prallen Sonne ist der Rotanteil des Lichts sehr stark, sodass Fotos in dieser Zeit weniger Stimmung in sich tragen. Empfehlenswert sind auch die zwei Stunden vor Sonnenunter- bzw. nach Sonnenaufgang.
  3. Gegenlicht: möchtest du gegen das Licht fotografieren, lohnt sich das Nutzen eines Aufhellblitzes. Ohne diesen Aufhellblitz wird dein Motiv nur von hinten belichtet und erscheint deshalb dunkel. Der Aufhellblitz beleuchtet dein Motiv auch von vorn ausreichend, sodass es besser zur Geltung kommt. Vielleicht gehört deine Kamera auch zu den Modellen, die ein Motivprogramm fürs Gegenlicht haben. Spiele ruhig etwas damit.
  4. Goldener Schnitt: Fotografen sprechen bei einer solchen Bildaufteilung vom „goldenen Schnitt“, bei der das Motiv so ins Bildverhältnis gesetzt wird, dass das Foto harmonisch wirkt. Wenn du durch den Sucher schaust, denkst du dir das Bild mithilfe gedachter oder an deiner Kamera eingestellter Hilfslinien (Raster), die in neun Felder aufteilen. Dort, wo sich die Linien überschneiden, wird das Hauptmotiv platziert. Das Motiv wird also aus der Bildmitte herausgeholt.
  5. Horizont: Möchtest du eine Landschaft fotografieren, sollte der Horizont nicht in der Bildmitte liegen. Das wirkt gedrungen. Gerade bei einem schön bewölkten Himmel solltest du diesem Himmel 2/3 des Bildes spendieren, während die Landschaft selbst nur 1/3 Platz erhält. Das musst du nicht genau nachmessen; dein ungefähres Augenmaß genügt.

Smartphone-Knipse vs. Digitalkamera – wer gewinnt?

Wenn du ein hochwertiges Smartphone dein Eigen nennst, kannst du getrost auf eine günstige Digitalkamera verzichten. Bei den Topmodellen knausern die Smartphone-Hersteller für gewöhnlich nicht an der Kameraausstattung, mache dir das zunutze! Möchtest du mehr als Schnappschüsse und dich kreativ mit den Möglichkeiten ausleben, die hochwertigere Kameras bieten, lohnt sich die Anschaffung eines besseren Kameramodells. Zwar passen Digitalkameras, die Smartphone-Knipsen in ihre Schranken weisen, nicht mehr in deine Hosentasche und du schleppst zusätzlichen Ballast, aber für Fotos, die über den Schnappschuss hinausgehen sollen, lohnt sich das.

Was meinst du? Verrate es mir in den Kommentaren.


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