Smartphone statt Spielzeug?!

Smartphone statt Spielzeug ? (Foto: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=cJUIpc3Vt0E" target="_blank">YouTube</a>)

Smartphone statt Spielzeug? (Bild: YouTube)

Früher oder später müssen sich so ziemlich alle Eltern mit dieser Frage auseinandersetzen: Braucht mein Kind ein Smartphone? Und wenn ja, ab welchem Alter und welches Gerät? Hier findet ihr Tipps zu diesem umstrittenen Thema.

Für uns gehören Smartphones inzwischen zum Alltag. In den meisten jüngeren Familien nutzen beide Elternteile ein Smartphone – es wird telefoniert, gesurft und gechattet. Oft wird auch das Smartphone gezückt, um schnell einen Schnappschuss vom Nachwuchs zu machen. Die tollen Geräte, mit denen die Erwachsenen da hantieren, werden von den Kleinen meist neugierig beäugt. Schließlich ist fast alles, was die Eltern haben, irgendwie interessant und muss ausprobiert werden. So kommen unsere Kinder immer früher in Berührung mit topmodernen, bestens ausgestatteten Smartphones.

Die größten Sorgen der Eltern

Smartphones

Sobald die Kinder ein Smartphone besitzen, haben die Eltern kaum mehr Kontrolle über ihre Kinder. (Foto: „Smartphones“ von Esther Vargas, Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Früher war das Problem noch etwas anders gelagert: Vor einigen Jahren wurde noch von 14-16 Jährigen der schüchterne Wunsch nach einem „Handy“ geäußert. Die Hauptfunktion eines Handys – im Gegensatz zum Smartphone – ist das Telefonieren. Mindestens genauso wichtig für die Jugend damals war das SMS schreiben. Die dritte erwähnenswerte Funktion: Handyspiele à la Snake. Und damit hatte es sich in den meisten Fällen auch schon. Von Internet, Kamera, Chatprogrammen oder YouTube sprach noch niemand. Den Hype um nervige Handyklingeltöne übergehen wir an dieser Stelle mal. Die Handys, mit denen früher fast die gesamte Jugend ihren Schulalltag verbrachte,  lagen preislich deutlich unter dem Niveau heutiger Smartphones. Und der zweite große Unterschied zu Heute ist: Die Geräte hatten viel weniger Funktionen und vor allem keinen Internetzugang. Das bedeutete für die Eltern: Viel weniger potenzielle Gefahrenquellen für den eigenen Nachwuchs im Umgang mit Mobiltelefonen.

Das zeigt die größten Sorgen von Eltern im Jahr 2015, deren Kinder sich ein Smartphone wünschen. Zum einen sind die Geräte relativ teuer. Und zum anderen verfügen sie über einen schnellen Internetzugang. Damit werden den Kindern nicht nur verschiedene Apps, sondern auch alle Internetseiten der Welt zugänglich gemacht. Und im Internet befinden sich nun einmal einige Inhalte, die für Kinder eher ungeeignet sind. Hinzu kommt das Sohn oder Tochter nicht mehr im Wohnzimmer am PC sitzen, wo die Eltern die Kontrolle behalten. Hat der Nachwuchs ein Smartphone, gestalten sich die Kontrollmöglichkeiten für die Eltern deutlich schwieriger. Sie sehen nicht mehr, wie lange der Nachwuchs das Gerät nutzt und welche Seiten aufgerufen werden.

Empfehlungen und Tipps

Zunächst einmal gilt: Pauschale und exakte Aussagen, ab welchem Alter ein eigenes Mobiltelefon für den Nachwuchs Sinn macht, sind schwierig. Da kommt es immer ganz auf die Bedürfnisse des Kindes und vor allem der Eltern an. Auch Faktoren wie die Familiensituation können eine Rolle spielen. Im Folgenden findet ihr einige Empfehlungen, wie man mit dem Wunsch nach einem Smartphone umgeht.

Vor allem die Nutzung von Smartphones sollten die Eltern gut im Auge behalten. (Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/juhansonin/13804668974" target="_blank">Flickr</a>)

Vor allem die Nutzung von Smartphones sollten die Eltern gut im Auge behalten. (Foto: „Boys on a Plane“ von Juhan Sonin; Lizenz: CC BY 2.0)

Ab welchem Alter macht ein Mobiltelefon Sinn?

Grundschüler brauchen im Normalfall kein eigenes Handy oder Smartphone . Für ein Handy, das nur über Basis-Funktionen verfügt, empfehlen Medienratgeber ein Einstiegsalter von ca. 9 Jahren. Für Smartphones sollte man abwarten, bis der Nachwuchs mindestens 12 Jahre alt ist. Natürlich zählt auch das Vertrauen der Eltern, dass das Kind mit dem Gerät angemessen umgehen kann und die nötige Reife besitzt.

Es muss nicht sofort ein Smartphone sein

1271902_1020x675

Das Nokia 130 eignet sich sehr gut für Einsteiger und die Kinder können sich untereinander verständigen.

Als erstes Mobiltelefon gleich ein hochwertiges Smartphone – vor diesem Schritt und auch den Kosten schrecken viele Eltern zurück. Als Übergang ist es daher nicht schlecht, erst einmal ein Standard-Handy anzuschaffen. Damit sind Sohn oder Tochter immer erreichbar und können auch mit den eigenen Freunden kommunizieren. Mit dieser Alternative kann der dringende Wunsch nach einem eigenen Mobiltelefon erst einmal befriedigt werden. Die Kinder können sich so an den Umgang mit einem Handy gewöhnen. Dadurch, dass Handys nicht über einen Internetzugang verfügen, ist stundenlanges, unkontrolliertes Surfen auch nicht möglich. Um die Kosten im Rahmen zu halten, ist es sinnvoll statt einem Vertrag auf Prepaid-Karten zu setzen. Damit ersparen sich die Eltern extrem hohe Mobilfunkrechnungen. So bekommt auch der junge Handybesitzer ein Gefühl für die Kosten eines Handys. Ist das Guthaben leer, können die Freunde eben nicht mehr angerufen werden.

Fazit: Klare Regeln und offene Gespräche

Zwei wichtige Punkte zum Schluss: Dem Kind einfach das Handy oder Smartphone auszuhändigen ohne vorher konkrete Zeiten und Regeln festzulegen und den Sinn der Anschaffung zu erläutern, ist ein absolutes No Go. Am Besten setzt man sich zusammen mit dem Nachwuchs hin und bespricht die Vor- aber auch Nachteile eines Handys oder Smartphones. Außerdem sollten zumindest zu Beginn bei Smartphones deutliche Benutzungszeiten festgelegt werden. Vor dem Zubettgehen sollte das Handy abgegeben werden. Am Esstisch und in der Schule bleibt das Telefon ausgeschaltet oder lautlos in der Tasche.


Produkte, die Sie interessieren könnten


Sag uns deine Meinung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.