Dein Router als Schaltzentrale

AVM Router

In diesen kleinen Kästen steckt immer mehr Power. (Foto: AVM)

Kleiner Kasten, große Wirkung: der Router ist kein einfaches Verbindungsgerät mehr, sondern bildet die Schaltzentrale, das Herzstück unseres Heimnetzwerks.

Router – vom Verbindungsgerät zum Alleskönner

Router

Der TP-LINKs TL-WDR4300 ist ein optimierter Dualband-WLAN-Router und verfügt über 2 USB Ports und 4 Gigabit Ports.

Während Notebook und Smartphone immer leistungsstärker und schneller werden, gehen Fernseher sogar ins Netz. Derjenige jedoch, der all dies im heimischen Netzwerk ermöglicht, wird gerne übersehen und findet nur wenig Beachtung: Der Router. Router können als Netzwerkschnittstelle deutlich mehr als nur Daten von A nach B zu leiten oder Internetzugänge zu verwalten. Das sind zweifelsfrei zwei seiner Hauptaufgaben, jedoch nicht alles: So schützen gute Router etwa vor Datendieben, wenn die Sicherheitseinstellungen entsprechend gewählt wurden. WLAN wird idealerweise via WPA2-Verschlüsselung geschützt; gerne mit einem langen und kryptischen Passwort. Bedenke beim Einrichten deines Routers auch, dass der Netzwerkname nicht unbedingt Rückschlüsse auf dich als Routerbesitzer ermöglicht. Dein Familienname oder ähnliche persönliche Daten haben hier nichts verloren.

Konfiguration – Lässt keine Wünsche offen

Router bringen mittlerweile Konfigurationsmöglichkeiten mit. Um dieses Menü aufrufen zu können, gibst du die Geräte-Adresse in den Browser ein; in aller Regel ist das eine Zahlenkette, die etwa dieser hier ähnelt: 192.186.1.0. Als Windows-Nutzer kannst du die Adresse deines Modells herausfinden, indem du „ipconfig“ in die Windows-Eingabeaufforderung eingibst. Hinter „Standardgateway“ solltest du die Routeradresse finden können. Eine Alternative bietet dir das Router-Handbuch, in dem meist auch das Passwort für den Menüzugang zu finden ist. Sprich im Zweifelsfall den Hersteller deines Routers an.

Eine Firewall, die auch ohne weitere Konfiguration standardmäßig aktiviert ist, sperrt Hacker oder andere Angreifer aus. Dafür werden sämtliche Pakete und Anfragen aus dem Web, die der Router nicht erwartet, verworfen und nicht ins LAN, also ins lokale Netzwerk, geleitet. Bist du Gamer, kann dir genau das zum Verhängnis werden, denn hier kann es notwendig werden, Zugang zum Endgerät zu gestatten. Damit du jedoch die Firewall deines Routers nicht vollständig ausschalten musst, kannst du einzelne Ports öffnen. Das Routermenü weist dir den Weg dorthin, aber Obacht: Öffnest du die falschen Ports, ermöglichst du Unbefugten einen zu leichten Netzwerkzugang. Informiere dich bitte im Routerhandbuch oder beim Hersteller, welche Ports du freigeben kannst.

Must-have-Eigenschaften und sinnvolle Zusatzdienste

D-Link Router

Diese Router machen es möglich, von zu Hause aus über WLAN Zugang zum Internet zu haben. (Foto: „Home Networking“ von Sven, Lizenz: CC-BY 2.0)

Jeder Router, der heute das Licht der digitalen Welt erblickt, besitzt ein DSL-Modem für den Zugang ins Internet. Auch die bereits erwähnte Firewall gehört zur Standardausstattung moderner Geräte. Der Einzug zahlreicher mobiler Geräte – denke an dein Notebook, dein Tablet und dein Smartphone – macht es fast schon zur Notwendigkeit, auf eine schnelle WLAN-Verbindung zu setzen. Den Standard IEEE 802.11n sollte der Router mindestens bieten, um sämtliche Geräte kabellos ins Netzwerk einzubinden. Mindestens zwei, idealerweise aber drei Ethernet-Ports sind außerdem sinnvoll. Zugegeben, das klingt etwas antiquiert … Macht jedoch Sinn, wenn du bedenkst, dass Gigabit-Ethernet-Anschlüsse für stationäre Rechner noch immer Geschwindigkeitsvorteile gegenüber WLAN-Verbindungen mit sich bringen.

Ein USB-Port ist dann ein sinnvolles Zusatzfeature, wenn du eine Festplatte anschließen möchtest, etwa um deine eigene Cloud zu starten. Mithilfe einer Netzwerkfestplatte (NAS) ermöglichst du allen Endgeräten in deinem Netzwerk Zugriff auf diesen Speicher. Wenn die Routersoftware dies erlaubt, kannst du deine Netzwerkfestplatte auch als Medienserver verwenden und Bilder, Filme oder Musik via Smart-TV, Tablet und Smartphone abrufen.

Sicher hast du mitbekommen, dass die Deutsche Telekom und weitere Provider grundsätzlich auf IP-Telefonie umstellen. Bis 2018 soll diese Umstellung komplett sein, sodass ein Router auch VoIP-Telefonie unterstützen sollte, um dann noch genutzt werden zu können. Moderne Router machen es zudem leicht, DECT-Telefone schnurlos mit dem Router zu verbinden. Ein integriertes DECT-Modul macht die Basisstation deines Schnurlostelefons überflüssig. So telefonierst du weiterhin übers DECT-Telefon, der Router vermittelt das Gespräch jedoch über IP-Telefonie. Empfängst du häufiger Besuch, möchtest aber dein WLAN-Passwort nicht verraten, ist ein Router sinnvoll, der Gastzugänge freischalten kann. Diese Gastzugänge kannst du bei guten Routern auf diverse Funktionen, etwa das Abfragen von E-Mails, beschränken, wenn du nicht allzu gastfreundlich sein möchtest.

Modelle, Modelle … und noch mehr Modelle

FritzBox

FRITZ!Box 7490 bringt das High-Speed-Heimnetz an jeden DSL-Anschluss.

Ein Blick auf unsere Auswahl an WLAN-Routern zeigt: es existieren nahezu unzählige Modelle, die bei rund 20 Euro beginnen, du kannst jedoch auch gut und gerne über 250 Euro zahlen. Während der Hersteller Cisco eher auf die gewerbliche Nutzung setzt, bietet beispielsweise EDIMAX Einsteigergeräte, die ideal für dich sind, wenn du keine Sonderfeatures wünschst und die technische Leistung nicht am Limit liegen muss. Prüfst du einzelne Funktionen vergleichend und wagst du einen Blick in die Router-Tiefen, wirst du an den populären FRITZ!Box-Modellen des Herstellers AVM kaum vorbeikommen. In erster Linie auf die private Nutzung abgestimmt, legt AVM großen Wert auf maximalen Funktionsumfang. So ist beispielsweise das integrierte DECT-Modul keine Weltsensation – die Telekom-eigenen Speedport-Router bieten diese Funktion ebenfalls. Jedoch zeigen sich die Unterschiede bereits beim Anrufbeantworter: Die FRITZ!Box gestattet das Einrichten von bis zu fünf unterschiedlichen Anrufbeantwortern. Mit passenden Apps werden Smartphones und Tablet-PCs via WLAN ins heimische Netzwerk eingebunden, sodass weniger Geräte nötig werden: Eingehende Telefonate kommen auf dem Smartphone an, heraus telefonieren kannst du über die Apps ebenfalls zu Festnetzkonditionen. Das zeitverzögerte Umleiten ankommender Telefonate aufs Handy ist ebenfalls problemlos möglich, wenn dein Haushalt über mehr als eine Rufnummer verfügt. Die zweite wird nämlich zum Weiterleiten benötigt.

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Die Fritz!Box ermöglicht dir in den verschiedensten Bereichen deine Haushaltsgeräte miteinander zu vernetzen. (Foto: AVM)

Dein Telefonmanagement kannst du sehr fein tunen: Lediglich Anrufe bestimmter Personen können zum Mobiltelefon geschickt werden, Rufnummern unterdrückender Anrufer werden blitzschnell an den Anrufbeantworter weitergeleitet und Marktforschungs-Störenfriede mit der „Ruf sperren“-Funktion einfach ins digitale Nirwana geschickt. Mit der Callthrough-Funktion ist es möglich, von außen, also beispielsweise mit dem Mobiltelefon, zuhause anzurufen, sich via PIN zu legitimieren und dann zu Festnetzkonditionen zu telefonieren. Oder du telefonierst über die FRITZ!Box zu Mobilfunkpreisen, wofür du einen UMTS-Stick und eine SIM-Karte benötigst. Mithilfe der programmierbaren Wahlregeln kannst du das jeweils günstigste Angebot aus beiden Netzen auswählen.

Du siehst: die Auswahl ist riesig und die Möglichkeiten zahlreich. Der Router ist die Schaltzentrale unseres Heimnetzwerks – Zeit, dass wir ihm etwas mehr Beachtung schenken. Was ist dir an deinem Router wichtig? Auf welches Feature kannst du nicht mehr verzichten und wofür setzt du deinen Router ein?


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