Mit dem RF100 seine eigene Roboterhand drucken

Roboterhand

Wir von Maker Austria haben uns dieses Mal den RF100 von Renkforce aus dem Hause Conrad zur Hand genommen, um zu testen wie sich der kleine 3D Drucker beim Druck einer Roboterhand denn so macht und wie es mit der Praxistauglichkeit aussieht.

Zum Drucker kann man nur sagen – gut gemacht! In dieser Preisklasse ist sowohl der Aufbau des Druckers als auch die Qualität die herauskommt mehr als in Ordnung. Wir haben nach den ersten rund 100 Druckstunden und vielen wirklich nicht so einfach zu druckenden Test-Objekten nichts zu kritisieren.

Open Design Projekt „InMoov“

Da wir den Druck des humanoiden Roboters „InMoov“ bereits mit den 3D Druckern RF1000 und RF2000 ausprobiert haben, wollten wir nun auch testen, wie sich der RF100 dabei schlägt. Diesmal haben wir uns jedoch entschlossen, lediglich die Hand des Roboters zu bauen. Details zum Druck des gesamten Roboters könnt ihr hier nachlesen.

gedruckte Teile der Roboterhand

Nachbearbeitung und Zusammenbau der Roboterhand

Ein kleines Problem auf das wir gestoßen sind und dass es natürlich Wert ist erwähnt zu werden, war, dass die Vorlagen von Gael Langevin für Drucker mit einer Bearbeitungsfläche von 13 x 13 x 13 cm vorbereitet sind. Das ist beim Drucken der Hand genau bei zwei Teilen problematisch, erstens die Handfläche und zweitens der letzte Teil des Unterarmes. Das Ganze ist kein wirkliches Problem, da es Programme gibt, mit denen das Zerschneiden von 3D Objekten leicht möglich ist. Wir haben die kostenlose Software „netfabb Basic“ verwendet, um die Objekte zu schneiden.

Da bei der Hand so oder so geklebt werden muss, kommt es auf die zusätzlichen zwei Klebeaktionen nicht an. Wir haben für die ganzen Klebungen handelsüblichen Sekundenkleber hergenommen. Der InMoov wird normalerweise mit ABS gedruckt und mit Azeton geklebt. Wenn man aber nur die Hand macht ist PLA kein Problem.

Das Drucken aller Teile für die rechte Hand war in rund drei Tagen (mit sehr vielen Pausen dazwischen) abgeschlossen. Der Zusammenbau braucht dann aber schon noch fast einen ganzen Tag.

Nach dem Drucken müssen die Einzelteile im Regelfall noch nachbearbeitet werden um auch wirklich leichtgängig zu sein. Hier muss ein wenig geschliffen werden und alle Löcher müssen noch nachgebohrt werden. Dazu muss man wissen, dass PLA eine sehr niedrige Glastemperatur hat. Das heißt, der Punkt an dem das Material weich wird und beim Bearbeiten zu „schmieren“ beginnt, liegt bei ca. 45-60 Grad. Die Temperatur erreicht man beim Schleifen und Bohren sehr schnell. Hier ist es wichtig langsam zu Arbeiten. Schleift oder bohrt man zu schnell fängt PLA an weich zu werden und zu schmieren.

gedruckte Roboterhand

Wichtig, wie bei vielen dieser Projekte, genau arbeiten und nichts überstürzen. Die Leichtgängigkeit der ganzen Fingergelenke ist extrem wichtig – nur so arbeitet die Hand nach dem gesamten Zusammenbau wirklich zufriedenstellend. Wenn es irgendwo schwergängige Gelenkte gibt, riskiert man, dass früher oder später Serovs durchbrennen oder sogar Teile der Hand brechen.

Roboterhand mit Servos

Der ganze Aufwand lohnt sich auf jeden Fall, da man am Ende eine selbstgedruckte und zusammengebaute Roboterhand hat, die nicht nur super aussieht sondern auch zum Experimentieren, z.B. mit einem Arduino, hergenommen werden kann.

Unser Video zeigt den ersten Test der Hand. Wir werden im Weiteren noch Steuerungen dazu machen um die einzelne Finger per Handschuh zu steuern bzw. wird es auch noch einen Muskelstrom-Sensor geben, um die Funktionalität einer echten Handprothese zu simulieren.

Jetzt seid ihr an der Reihe!

Falls jemand Lust bekommen hat, auch die Roboterhand zu machen, würden wir uns über ein kurzes Feedback, ein paar Fotos oder ein Video an marketing@conrad.at sehr freuen. Wenn ihr beim Bau der Hand Probleme habt, könnt ihr natürlich auch jederzeit den Maker Space (Schönbrunner Str. 125, 1050 Wien) besuchen.


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