Prepper: Survival-Trend schwappt nach Österreich

Prepper be-prepared

BE PREPARED, Photo: MSteffen, Lizenz: CC BY 2.0

Seit Anbeginn der Finanzkrise macht sich in den USA ein Trend bemerkbar: Die Bewegung der sogenannten Prepper bzw. Survivalists möchte auf den Zusammenbruch der Globalwirtschaft vorbereitet sein. Dieser Survival-Trend schwappt auch zu uns nach Österreich.

Prepper: „allzeit bereit“

„Prepper“ klingt komisch. Wird aber logischer, wenn man die Ableitung kennt: Laut Wikipedia wird der Begriff aus dem Englischen „to be prepared“ abgeleitet. Der Pfadfindergruß „be prepared“ lässt sich frei mit „allzeit bereit“ übersetzen. Sie sehen sich selbst als Krisenvorsorger, die Katastrophen durch Lebensmittelvorräte, Schutzbauten und -vorrichtungen, Schutzkleidung, Werkzeugen, Waffen und weiterem erfolgreich begegnen wollen.

Waffen? Ja, Waffen. Darüber stolpert man. Nachlesen kannst du das im PGD, dem deutschsprachigen Prepper-Fachportal, aber auch in die Medien haben es bewaffnete Prepper bereits geschafft. Eine Gruppe aus Idaho plante, eine Festung zu errichten – inklusive eigener Waffenfabrik, wie die Kronenzeitung 2013 berichtete.

Der Plan scheint aufgegangen zu sein. Die Prepper-Splittergruppe „The Citadel“ erklärt sich selbst als „developing community of Patriots in the mountains of Idaho who believe in Jefferson’s Rightful Liberty and have chosen to live amongst one another, who have sworn their Lives, their Fortunes and their Sacred Honor to defend one another and Liberty.“

Alles Spinner?

Idaho ist ein extremes Beispiel. Da scheint der Patriotismus allen anderen Gedanken voranzugehen. Andere Prepper sind nicht so extrem – darüber berichtete beispielsweise die Wiener Zeitung: Der im Artikel beschriebene Manfred Wallner, knapp 50 Jahre alt, führt ein ziemlich normales Leben.

Bis auf die Tatsache, dass er Nahrungsmittel, Medikamente, Brennstoffe, Zelte, Decken und weiteres Material hortet. Falls der Katastrophenfall eintreten sollte – ähnlich einer Versicherung. Dass das sinnvoll ist, findet übrigens auch das Deutsche Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK).

Das BKK hat in einer knapp 70-seitigen Broschüre (PDF) zusammengefasst, auf was es im Katastrophenfall ankommt. Wie viel wo von gehortet werden soll und wie man sich klug rüstet: Falls die Katastrophe mit Stromausfällen einhergeht, sollte Nahrung ungekühlt überleben und kalt verzehrbar sein. Ein Beispiel von vielen aus der Broschüre.

armageddon

Katastrophen … wie schlimm kann’s denn werden?

Die deutschsprachige Prepper-Gemeinschaft (PGD) zeigt die Entwicklung der Bewegung: ihren Höhepunkt fand sie mit den Anschlägen vom 11. September 2001. Die Wirtschaftskrise, die ab 2007 ihren Lauf nahm, brachte den Preppers weiteren Zulauf.

Das zeigt bereits, worauf sich die Preppers vorbereiten. In der Fangemeinde der Prepper ist der Tag X besser bekannt als „WTSHTF“-Tag: „When the Shit hits the Fan“. Anders als klassische Weltuntergangsanhänger (du erinnerst dich sicher an die, die 2012 keinen Morgen mehr sahen) fiebern die Preppers keinem speziellen Datum entgegen.

Sie bereiten sich auf die zerstörerische Vielfalt vor: Atomkriege, Hyperinflationen mit Zusammenbruch des globalen Bankensystems, Naturkatastrophen – das Ende der Welt kann viele Gesichter haben. Genauso bunt wie die Zerstörungsszenarien sind auch die Menschen, die zu den Preppers finden.

bear-grylls

Bear Grylls am Set von “Bear Grylls: Escape from Hell” in Rio Dulce, Guatemala. Photo: Tito Herrera, Lizenz: CC BY 2.0

Fähigkeiten, die du für die Apokalypse brauchst

Die PGD erklärt, was du als Prepper können solltest:

  • Nahrungsmittelbeschaffung:
    Was ist essbar, was wie lange haltbar, wie wird verwertet und zubereitet? Jagd- und Anglerfertigkeiten sind gerne gesehen.
  • Wasserförderung & -aufbereitung:
    Kondenswasser allein löscht den Durst sicher nicht. Wohl dem, der sich mit Outdoor-Wasserfilter & Co. auskennt.
  • Taktik: Was passiert im Fall der Fälle? Planen und handeln werden großgeschrieben, beispielsweise um Fluchtmöglichkeiten zu erkennen oder sich selbst verteidigen zu können.
  • Handwerkliche Fähigkeiten: Das Erstellen einfacher Werkzeuge ist genauso wichtig wie Holz- und Metallbearbeitung für Wohnzwecke. Das Bauen von Unterkünften wie Bunker für den Atomkrieg oder auch nur Unterstände für das nächste Gewitter wollen gekonnt sein.
  • Erste Hilfe:
    Medizinische Versorung ist Pflicht! Vom Ersthelfer bis zur Stationärversorung bzw. medizinischer Hilfe auf dem Feld ist für die Prepper alles wichtig.

Den Umgang mit Waffen brauchst du nicht zu erlernen. Das gehört zu den wesentlichen Unterschieden europäischer und amerikanischer Prepper: der Schusswaffengebrauch gehört in den USA deutlicher zum Alltag. Hierzulande bist du hingegen der Hit, wenn du Selbstverteidigungskurse besucht hast und Karate oder Krav Maga oder ähnliche Kampfsportarten mit zu den Prepper bringst.

Austrian Preppers: Survivalists in Österreich

Knapp 500 Mitglieder zählt das Österreichische Forum austrian-preppers.net. Hier kannst du dich mit Prepper vernetzen oder sogar Teil der Bewegung werden. Dass Facebook auch Teil der Überlebensstrategie zu sein scheint, mag einerseits verwundern, andererseits ist Vernetzung nun mal wichtig – auch für Überlebenskünstler.

In diesem Forum findest du alles: von der Grundausrüstung für den Prepper, über die Nutztierhaltung bis hin zu Werkzeugen, Waffen und Fallen der Steinzeit & der Naturvölker. Spannend ist das definitiv! Ob auch unser Beitrag in der Medienkategorie des Forums landet?

schweizermesser-1398785

Ich packe meinen Prepper-Koffer …

Als moderner Prepper bist du jederzeit und überall auf sämtliche Katastrophen vorbereitet. Ernsthaft: es ist schon erstaunlich, wie Menschen es schaffen, die Fähigkeiten zurückzuerhalten, die unsere Zivilisation beinahe verloren hat. Ironischerweise genau die Zivilisation, die auch die möglichen Katastrophenszenarien zu verantworten hat.

Abgesehen von der Notnahrung, die dein Keller beherbergen sollte, was würdest du in deinen Prepper-Koffer packen? Bei mir wären es diese Survival-Must-haves:

  • das Buch „Pflanzliche Notnahrung – Survivalwissen für Extremsituationen“: Als Langzeit-Vegetarier werde ich mich auch im Katastrophenfall nicht dafür erwärmen können, zu jagen oder zu fischen. Also müssen es Pflanzen sein. Anderen Preppers hilft vielleicht das Buch über tierische Notnahrung eher weiter.
  • CB statt WWW: Back to the roots! Durch globale Katastrophen kann natürlich auch das Internet ausfallen – ja, diese Tatsache selbst wäre sogar eine globale Katastrophe. Kommunizieren muss dennoch sein – mit einem CB-Funkgerät.
  • Strom: Zum Betreiben des CB-Funkgeräts oder anderer E-Geräte braucht es Strom. Zum Generieren eignen sich Solar-Ladegeräte – die dürfen keinesfalls fehlen!
  • Licht: Schnell noch zum See und Wasser schöpfen … Wenn es dunkel ist, helfen Knicklichter auch in Katastrophenzeiten, den Weg zu beleuchten.
  • Fernglas: Zu sehen, was noch weiter entfernt ist – Freund oder Feind? – kann nur hilfreich sein. Also packe ich auch ein Fernglas ein.
  • Kompass: Orientierung und ich – wir sind keine großen Freunde. Mit einem Kompass in der Tasche würde ich mich schon sicherer fühlen.
  • Werkzeug: Ob Pflanzen- oder Fleischesser: man braucht Werkzeug. Das Outdoor Survival-Messer gehört unbedingt in meinen Prepper-Koffer!
  • Survival Set: Mein absoluter Liebling im Prepper-Koffer ist das Gerber Bear Grylls Survival Set: wasserdicht verpackt, kann mir damit nichts mehr passieren, was ich nicht bewältigen kann. Na ja, fast nichts. Sogar an wasserfeste Streichhölzer und Nähzubehör hat der Hersteller gedacht.

Jetzt bist du dran: Was packst du alles in deinen Prepper-Koffer? Kannst du der Survivalists-Bewegung etwas abgewinnen oder ist das in deinen Augen übertrieben? Was ist eigentlich die größte Katastrophe, die du dir vorstellen kannst, und wie bereitest du dich darauf vor?





Produkte, die Sie interessieren könnten


Sag uns deine Meinung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.