Pokemon GO: nur ein Hype oder Beginn der AR-Ära?

Etwas Geschichte: Pokémon sind japanischer Herkunft und lassen sich frei etwa mit „Taschenmonster“ übersetzen. Diese Taschenmonster existieren nicht erst seit gestern, nein, der Augmented Reality-App Pokemon GO gehen sagenhafte 15 Jahre Geschichte voraus! Überall auf dem Erdball sind Kinder und nun auch Erwachsene fasziniert von den Wesen, die in unterschiedlicher Größe und Gestalt auftauchen. Besonders sprechfreudig sind die Pokemon nicht, größtenteils beschränkt sich ihr verbales Repertoire auf das Erwähnen des eigenen Namens.

Aber sie haben andere Stärken, die sie mithilfe ihres Eigentümers, dem „Trainer“, entdecken. Vom Trainer werden sie aufgezogen und selbstredend auch trainiert. Die Pokémon erleben zahlreiche Abenteuer in ihrem Leben, wodurch sie wachsen und an Erfahrung gewinnen. So kann es passieren, dass sich die mehr als 700 Pokémon zu den stärksten unter ihnen entwickeln.

Erstes Pokemon-Videogame von Nintendo

Nintendo ist Lizenzinhaber der Pokémon. Die Pokémon „gehören“ der Pokémon Company, die zum Teil zu Nintendo gehört. Nicht verwunderlich also, dass sämtliche Videogames exklusiv für die Systeme von Nintendo erschienen sind. Das weltweit erste Videogame mit den kleinen Taschenmonstern erschien 1998 für den Nintendo Game Boy. Darauf aufbauend entstand eine Videospielreihe für diverse Nintendo-Systeme, darunter die Wii U oder das 3DS-System, die dazu beitrug, dass die Pokemon ihren heutigen Ruhm erlangten.

Das Spielgeschehen ähnelt sich im Grundsätzlichen: du als Spieler schlüpfst in die Rolle des Trainers, der verschiedene Orte bereist, um die Pokémon erst einzufangen, dann zu trainieren. So kannst du dann gegen die Teams anderer Trainer antreten. Dein Ziel hast du klar vor Augen: du möchtest der Champ der Pokémon Liga werden! Nebenher musst du sämtliche im Game existierenden Pokémon fangen und katalogisieren. Zwischendurch wirst du immer wieder motiviert, an anderen Aktionen teilzunehmen, beispielsweise kannst du mit deinen Pokemon Schönheits- oder Talentwettbewerbe bestehen oder an Turnieren teilnehmen.

Pokemon GO: so wird gezockt

Für Pokemon GO arbeitet Spieleentwickler Niantic mit einer „Real World Gaming“-Plattform: sie ermittelt den Standort des Spielers und schickt dich somit in der echten Welt auf die Suche nach Pokémon. Virtuelle Welten adé – gezockt wird direkt bei dir vor Ort. Du durchstreifst also mit deinem Smartphone im Anschlag deine Umgebung. Vibrationen machen dich darauf aufmerksam, ob wilde Pokémon in der Nähe sind. Entdeckst du eines, richtest du deinen Touchscreen darauf aus und du fängst das wilde Monsterchen mithilfe eines sogenannten Pokéballs ein. Für mehr Pokébälle und weitere Items musst du zu einem PokéStop gehen, die sich insbesondere an markanten, gut besuchten Orten befinden.

In deiner Rolle als Trainer setzt du natürlich auf den Pokédex. Der wird im Spielverlauf mit den weit mehr als 100 sammelbaren Pokemon immer weiter vervollständigt. Je höher dein Trainer-Level steigt, umso mächtiger sind die Pokémon, die du in deiner Umgebung entdecken wirst. Außerdem erhältst du mit steigendem Level auch mächtigere Items, beispielsweise Superbälle. Hast du mehrere Pokémon derselben Art gefangen, kannst du sie zu stärkeren Figuren weiterentwickeln.

Das Witzige an dem Game ist nicht nur dieser grundsätzliche Spielverlauf, sondern besonders das wirklich gelungene Mischen reeller und virtueller Realitäten. So wirst du ein Wasser-Pokémon auch eher in Fluss- oder Meernähe finden. Bevor du durchstartest, legst du deinen Trainer-Avatar an. Das Aussehen kannst du selber bestimmen. So wirst du auch anderen Trainern angezeigt, wenn diese deine Arena betreten.

Arenenkämpfe und Pokémon GO Plus

Während des Spiels hast du die Möglichkeit, dich einem von drei möglichen Teams anzuschließen. Deine Pokémon kannst du bestimmten Arenen zuweisen. Wie schon die PokéStops befinden sich auch die Arenen an echten Standorten. Zusammen mit deinen Pokémon kannst du diese Arenen nun vor anderen Spielern verteidigen oder aber selbst Arenen erobern.

Als kostenfreie App finanziert sich Pokémon GO durch In-App-Käufe. Möchtest du mehr als andere Gamer, kannst du dir das Pokémon GO Plus sichern: ein Gerät, das via Bluetooth mit deinem Smartphone verbunden ist und dir Pokémon mittels LED und Vibration direkt an deinem Handgelenk anzeigt. Praktisch daran ist, dass du nicht immer dein Smartphone vor der Nase haben musst, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Österreich im Pokéfieber

Am Samstag, den 16. Juli war es endlich auch hierzulande soweit: Pokémon GO ist für iOS und Android verfügbar. Hinweis für Android-User: wenn du das AR-Game in deinem Play Store noch nicht sehen kannst, leere den Cache des Play Stores („Einstellungen“ – „Apps“ – „Play Store“ – „Cache leeren“). Startest du den Store neu, solltest du Pokémon GO sehen können.

Als iPhone-User benötigst du iOS mindestens in der Version 8.0, als Android-User mindestens Version 4.4. Mit 58 MB (Android) bzw. 110 MB (iOS) ist die App angenehm schlank. Zum Spielen wirst du einen voll geladenen Akku benötigen, denn der Suchtfaktor ist nicht zu unterschätzen – du wirst eine Zeitlang daddeln und es wäre ärgerlich, mittendrin aufgrund eines leeren Akkus aufhören zu müssen. Ohne Powerbank Zusatzakku im Gepäck solltest du daher auch nicht auf Pokemon-Jagd gehen.

Holpriger Start in Österreich

Ganz so sauber verlief der Start von Pokemon GO in Österreich leider nicht: ein Serverausfall sorgte für stundenlanges Warten. Während Entwickler Niantic überzeugt ist, dass die zahlreichen App-Downloads verantwortlich waren, bekennt sich gleichzeitig eine Hacker-Gruppe dazu, für den Ausfall gesorgt zu haben. Am Wiener Stephansplatz war, gelinde gesagt, die Pokéhölle los: 1.500 Interessenten wollten den Österreich-Start mit einem Pokéwalk feiern, Serverausfälle hin oder her.

Pokémon Go Nightwalk am Stephansplatz

Pokémon Go Nightwalk am Stephansplatz (Foto: Andre Wanne für „heute.at„)

Pokemon GO: der Start einer neuen AR-Ära?

Erwachsene Menschen mit Sinn und Verstand tummeln sich auf den Straßen dieser Erde, um kleine Monster mit dem Smartphone zu fangen. Sie stürmen Läden, werfen mit Pokébällen und stürmen hinaus, um die nächsten Pokémon zu fangen. Es wirkt alles ein bisschen irre, was hier passiert: in den USA haben Spieler bereits Verkehrschaos angerichtet, in Deutschland spricht die Berliner Polizei ebenfalls Warnungen aus, hierzulande wird es nicht anders werden. Man kann nur dastehen und staunen – oder aber das Smartphone auspacken und mitzocken.

Fest steht: die Pokémon erobern die Welt. In Sachen Beliebtheit hat das AR-Game schon alles überholt, was es gibt. Dieser Hype ist beispiellos! Und es passieren nicht nur negative Dinge wie Verkehrschaos. Auf der Facebook-Page von Pokémon GO Deutschland ist ein herrliches Statement zu lesen, wie die App Menschen zusammenbringt. Spielen verbindet, das war schon immer so und das wird immer so sein.

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Pokemon GO ist erst der Anfang einer neuen Ära. VR-Brillen erobern den Markt, Augmented Reality ist, dank den ohnehin so beliebten Pokémon, dabei, den Mainstream zu erobern. Natürlich wird der Hype um das Game beizeiten abebben. Was jedoch bleibt, ist die Sensibilisierung der Massen für die Augmented Reality. Wie siehst du das:

Tritt Pokémon GO gerade eine neue Technologie-Bewegung los? Werden VR und AR durch den Hype um das Game auf einen Schlag im Mainstream ankommen? Oder ist alles doch nur heiße Luft und in einigen Wochen kräht kein Hahn mehr nach Pikachu und Co.?


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Ein Kommentar

  • Thomas-H sagt:

    Und jetzt laufen tausende Irre durch die Gegend die nur noch aufs Handy schauen und noch weniger als vorher auf ihre Umgebung achten.
    Schwachsinn hausgemacht.

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