#NeueNähe: Aktion Mensch bringt Kinder durch Technik zum Staunen

Blog-NeueNähe-2016-08

Die Kinder staunen über die Möglichkeiten der Technik. (Screenshot: Youtube.com/Aktion Mensch)

Mit der Kampagne #NeueNähe zeigt die Aktion Mensch, was Technik leisten kann: Kinder gehen voller Neugierde mit Menschen mit Behinderung in den Dialog.

Kindliche Neugierde auf Technik

Es ist zuweilen fast schon zum Fremdschämen, wie Erwachsene auf Menschen mit Behinderung reagieren: mitfühlen um jeden Preis, aber bloß nicht in den direkten Dialog gehen, um niemanden peinlich zu berühren. Peinlich daran wirken nur die stammelnden Erwachsenen, die sich kaum zu fragen trauen, wie der Mensch im Rollstuhl landete oder mit falschen Mitleidsbekundungen den Menschen mit Behinderung in den Vordergrund drängen.

Ich erinnere mich an eine solche Situation zum Fremdschämen: in einem Shoppingcenter wurde ein Mädchen im Rollstuhl durch die Gänge geschoben. Die meisten umstehenden Erwachsenen sahen beschämt weg, eine Frau kommentierte lautstark: „Das aaaaaarme Mädchen, schau, die muss im Rollstuhl sitzen!“ So arm sah das Mädchen gar nicht aus, ihre Augen glänzten genauso wie die jedes anderen Kindes nahe der Spielzeugabteilung.

So richtig staunen können wir Erwachsenen nicht mehr. Da lesen wir von Prothesen aus dem 3D-Drucker und denken: prima, tolles Ding. Kinder würden wohl riesige Augen bekommen und es nicht fassen können: da ersetzt was Gedrucktes etwas Menschliches? Echt jetzt? – Dieses Staunen, diese Neugierde, die ist es, was kleine Menschen von den großen wesentlich unterscheidet. Und das zeigt die Aktion Mensch im Rahmen ihrer aktuellen Kampagne #NeueNähe hervorragend:

#NeueNähe: Kinder entdecken die Faszination Technik

In diesem wundervollen Film erkennen wir die eben erwähnte kindliche Neugierde: die Kinder entdecken die technischen Hilfsmittel, die auf für sie faszinierende Weise dabei helfen, körperliche Defizite ausgleichen zu können. Es ist beeindruckend, wie selbstverständlich ausgerechnet Kinder, die doch das Leben erst noch von uns lernen sollen, mit den Sprachcomputern, künstlichen Prothesen, den Exoskeletten und anderen medizinisch-technischen Wunderdingen umgehen.

Das Mädchen verständigt sich mithilfe des Sprachcomputers.

Das Mädchen verständigt sich mithilfe des Sprachcomputers. (Screenshot: Youtube.com/Aktion Mensch)

Und das ist es wohl auch, was uns die Aktion Mensch damit vermitteln möchte: wecke deine kindliche Neugierde und begeistere dich, das schafft eine #NeueNähe! Die Reaktionen fallen natürlich verschieden aus:

#NeueNähe ist ein bewegendes Video. Sensibilisierung i Kindesalter i d richtige Weg f eine inklusionsfähige Gesellschaft. Danke

twitterte Robert Heinrich. Julia Probst sieht das komplett anders; sie ist überzeugt:

Mich widert #neueNaehe von @aktion_mensch sehr an. Bin ich mit Behinderung nur mit Technik #Inklusion-sfähig? Reiche ich als Mensch nicht?

Technik macht menschlicher

Was sehen wir genau in dem Film zur Kampagne #NeueNähe der Aktion Mensch? Unvorbelastete Kinder, die Technik entdecken, die Menschen mit Einschränkungen hilft. Die Kinder staunen ob der Möglichkeiten, die die Technik den Menschen mit Behinderungen spendiert – und wir können uns glücklich schätzen, in einer Welt zu leben, in der Technik das kann! Wir sind in der komfortablen Lage, „Ersatzteile“ herzustellen und sie so zu wandeln, dass sie Hände, Füße oder ganze Gliedmaßen ersetzen. Wir können dank dem technischen Fortschritt all das drucken. Und wir können Technik als Brückenschlag sehen, um wieder mehr miteinander in den Dialog zu kommen – wie die kindlichen Vorbilder in dem Video.

Der Junge darf mit einer extra Taste die "Hand" von dem Mann bedienen. 

Der Junge darf mit einer extra Taste die „Hand“ von dem Mann bedienen. (Screenshot: Youtube.com/Aktion Mensch)

Technik macht uns doch alle menschlicher: vor Jahren sah man beschämt weg, wenn Menschen mit Behinderung auftauchten. Besondere Begegnungen sind deshalb möglich, weil unsere Neugierde zu einer Lockerheit führt, die fern der unglücklichen, ja unmenschlichen Kombination Scham und Mitleid liegen. Die Prothesen aus dem 3D-Drucker haben wir bereits erwähnt, sehen wir uns nun noch andere Aktionen an, die zeigen, dass Technik Menschen einander näherbringt:

#MapMyDay: Sei die Bewegung!

Der Berliner Verein Sozialhelden startete im Dezember 2015 die weltweite Kampagne #MapMyDay. Zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) riefen die Sozialhelden Menschen mit und ohne Behinderung dazu auf, sich an der Online-Karte wheelmap.org zu beteiligen. Barrierefreiheit gehört naheliegender Weise zu den wichtigsten Anliegen von Menschen mit Behinderungen, und genau darauf fokussiert sich die Aktion: weltweit werden Orte als praktisch oder unpraktisch für Rollstuhlfahrer eingeschätzt. Eingeschlossen sind natürlich auch Familien mit Kinderwagen sowie Menschen, die auf Rollatoren angewiesen sind.

Sie alle benötigen möglichst Barrierefreiheit, um durch den Alltag zu kommen. Steht ein Rollstuhlfahrer nun einmal mehr vor einer unüberwindbaren Hürde, findet er auf wheelmap.org alternative Wege, die ihm den Alltag erleichtern. Mitmachen können und sollen alle Menschen, wofür eine Android– und iOS-App bereitstehen. Nur durch das Internet, das Smartphone und durch die App-Entwicklung lebt diese Idee, Technik bringt also eine #NeueNähe – sie bringt Menschen zusammen.

#NeueNähe ist globaler

Entfremden und entmenschlichen wir uns durch Technik? Keineswegs, denken wir! Die Nähe ist nur eine andere geworden: waren in früheren Generationen face-2-face-Kontakte das Mittel der Wahl, erlaubt unsere Technologie heute den globalen Austausch miteinander. Wir dürfen mitfühlen, wenn wir über die Technik Internet lesen, wie es beispielsweise Menschen in Kriegsgebieten geht. Beispiel:

Dank der Exoskeletten kann er mit die Krücken als Stütze normal gehen.

Dank der Exoskeletten kann er mit die Krücken als Stütze normal gehen. (Screenshot: Youtube.com/Aktion Mensch)

Als der arabische Frühling in vollem Gange war, fand zwar die eigentliche Revolution auf der Straße statt. Verschönern wir nichts: der arabische Frühling kostete vielen Menschen das Leben und er hatte ganz reale Hintergründe, die eine ganze Generation verzweifeln ließen. Aber:als zahlreiche Websites staatlich blockiert wurden, war es den Menschen möglich, über anonymisierte Dienste die Welt weiter zu informieren. Viele sind sich sicher, dass diese Revolution entscheidend durch den dann mitlaufenden Cyberkrieg mitentschieden wurde.

Auch künftige Technologien bringen #NeueNähe

Aktuell sind wir auf dem Weg in ein neues Zeitalter: virtuelle Realitäten und Holoportation á la Microsoft sind Technologien, die jetzt an Wichtigkeit gewinnen. Und was, bitte schön, wenn nicht eben genau diese Technologien schaffen die von der Aktion Mensch gewollte #NeueNähe? Wir sind tief überzeugt: Technologie ist eine Brücke zu mehr Miteinander, zu neuer Menschlichkeit. Wir tauschen uns über sie, mit ihr und durch sie aus – Technik schafft eine #NeueNähe – sie schafft Zwischenmenschlichkeit. Wie siehst du das:

Bei welcher Technik hattest oder hast du den Eindruck, dass sie Nähe zwischen Menschen schafft? Siehst du die Kampagne #NeueNähe der Aktion Mensch kritisch oder positiv – und warum? Glaubst du, dass die Zukunft noch technologischer und damit menschlicher oder noch technologischer und damit unmenschlicher wird?


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