Mach’s dir selbst: die Maker kommen!

Maker: Tüfteln in Gemeinschaft

Es gab eine Zeit, in der Tüftler, auch gerne eher abfällig als Nerds bezeichnet, im Keller saßen und an eigenen Erfindungen bastelten. Diese Zeiten sind mit der Maker-Szene vorbei – die Nerds sind cool geworden, sie packen was an, sie machen etwas. Sie sind Maker geworden.

Die „Macher“ finden heute zusammen, sie sind vernetzt. Da war beispielsweise gerade erst die Maker Faire Vienna 2017; unser Film gibt dir Einblicke:

Es geht darum, Ideen nicht nur zu denken, sondern zu realisieren. Dank neuer Technologien wie dem 3D-Drucker wird dieses Realisieren nicht nur erleichtert, sondern jedermann zugänglich. Das macht es neben der Technik auch aus: Das Miteinander in der Maker-Szene hat was Besonderes. Egal, was du machen möchtest: neben den anderen Makern bist du nicht alleine.

Mach, was dir gefällt

Es hat ein bisschen was von der Kindheitsheldin Pippi Langstrumpf, die heute zu den Pionieren der Maker-Szene zählen würde: „Ich mach mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt“. Vielleicht hätte sie in den 90er Jahren ihrer Nintendo-Konsole ein neues Gehäuse gebaut. Sicher hätte sie allein im Keller gewerkelt, um heute endlich mit den anderen Makern etwas gemeinsam zu schaffen.

Ursprünglich kommt der Maker-Kult aus den USA. Im Jahre 2006 fand in Kalifornien die erste Maker Faire statt – mittlerweile die Fachmesse der digitalen Do-it-yourself-Bewegung. In den USA werden Macher längst zu Stars: Durch das Vernetzen von Menschen untereinander, aber auch von Geräten können wir mehr Dinge selbst erschaffen. Der Konsument demokratisiert die Technikwelt und wird so zum Produzenten, vielleicht sogar zum Erfinder.

Roboter InMoov auf der Maker Faire 2017

InMoov auf der Maker Faire Vienna 2017

Was du machst, ist dabei ziemlich egal. Ob du Werkstoffe wie Holz verwendest oder dich eher auf den 3D-Drucker und Rapsberry Pi verlässt, bleibt allein dir überlassen.

Wo sind Maker aktiv?

Natürlich ist der Maker, der im eigenen Keller oder in der hauseigenen Werkstatt sitzt, nicht ausgestorben. Maker treffen sich allerdings auch in Räumen. Meist tragen diese Räume Namen wie „Makerspaces“, „Repair Café“, „Maker-Garage“ oder „FabLabs“. Wir beispielsweise unterstützen das FabLab an der TU Graz mit verschiedenen Produkten.

Macher sind divers, und so divers wie sie sind, sind auch ihre Organisationen. Du hast also die freie Wahl, womit, wie und wo du arbeiten möchtest – es geht ums Selbstmachen. Es existieren einige Dachorganisationen, die Infos rund um die Makerszene bieten. Einen kleinen Auszug siehst du im Folgenden:

  • MakerAustria – selberMACHEREI: ein Maker Space mitten in Wien
  • Metalab Wien: gemeinschaftlich betriebener Raum für technisch-kreative Projekte
  • schnittBOGEN: falls du für Textil, Mode und Design brennst
  • Miss Baltazar’s Laboratory: feministisches, offenes Labor für Technikliebhaberinnen – Mix aus Hackerspace, Atelier und Lab mit Workshops und Veranstaltungen
  • DevLoL Hackerspace Linz: Hackerspace für technisch begeisterte Menschen
  • OTELO: OTELO steht für „Offene Technologie Labor“. Menschen wird ein offener Raum für technische und kreative Aktivitäten zur Verfügung gestellt. Die verschiedenen Standorte siehst du auf der Website ein.
  • Happylab Salzburg: Der Ableger des Happylab Wien legt Schwerpunkte auf moderne Technologien, darunter 3D-Drucker, CNC-Fräse, Lasercutter, etc.
  • IT-Syndikat: Ein Hackerspace in Innsbruck mit 3D-Drucker und Lasercutter
  • TiRoLab: TiRoLab steht für Tiroler Roboter Labor. Hier werden Hands-on-Workshops zur Roboter-Technologie geboten.
  • FABLab Graz: klassisches FabLab, welches wir unterstützen. Das Fablab der Uni Graz ist unter anderem ausgerüstet mit 3D-Drucker, CNC-Fräsmaschine und Lasercutter.

Strickende Männer & in 3D gedruckte Prothesen

Maker sind Menschen, die sich gemeinschaftlich austoben. Sie nehmen gegebene Umstände nicht hin, sondern ändern etwas. Sie sind genervt von der geplanten Obsoleszenz. Ein Macher kann und will nicht akzeptieren, dass Produkte nach zwei, drei Jahren kaputt gehen. Oft kann und will ein Maker es auch nicht akzeptieren, dass es sein Wunschprodukt gar nicht auf dem Markt gibt.

Macher sind neugierige Typen, die offen für Kuriositäten sind. Selbst wenn ein echter Kerl seine Bestimmung in der Softwareentwicklung sieht, ist er offen, auch das Stricken auszuprobieren oder sich an Biohacking zu probieren. Biohacking und Biotechnologie sind ziemlich spannende Felder: du versuchst, deinen Körper so zu verstehen, dass du ihn „hacken“ kannst. Oder du bringst Algen zum Leuchten oder baust aus Joghurtbakterien Biosensoren.

Der Unterschied zwischen der Maker- und der DIY-Bewegung ist der soziale Faktor. Der Do-it-yourself-Bewegung geht es vorrangig darum, etwas selbst zu machen. Dem Maker ist zusätzlich wichtig, sein Wissen auch weiterzugeben. Und so kommt es, dass die meisten Maker mit Notizbüchern rumrennen, um Erfolge und Misserfolge notieren zu können.

Gutes Karma für Maker

Dieses Weitergeben von Wissen funktioniert so ein bisschen nach dem Sharing- und Karma-Prinzip. Vergleichen wir noch mal DIY mit Makern:

In einem DIY-Café werkelst du vor dich hin, bis dein Werk fertig und der Kaffee leer ist. Dann gehst du mit deinem Werk nach Hause. In einem Repair-Café der Makerbewegung helfen sich Leute gegenseitig beim Reparieren aller möglichen Sachen. Dein Fahrrad oder deine Kaffeemaschine: irgendwer wird’s schon richten. Im Gegenzug hilfst du den Leuten, die deine Kaffeemaschine repariert haben, womöglich mit der Steuererklärung.

Ein gutes Beispiel ist Richard Van As: der Animationskünstler hat in Folge eines Unfalls zwei Finger verloren. Prothesen sind allerdings sehr, sehr teuer. Und so entwickelte der Künstler einfach selbst Prothesen und druckte sie in 3D aus. Nun ist Van As nicht der einzige, dem Prothesen in günstiger Variante nützlich sein könnten. Also stellte er die Dateien, die es zum Nachbau braucht, online.

Für einen Jungen, der durch einen Geburtsfehler keine Hand hat, hat Van As das Modell einfach umgebaut. Überhaupt baut der Künstler mittlerweile Prothesen, die man sich leisten kann. Genau das ist ein Maker: er erfindet etwas Nützliches und lässt andere davon profitieren.

Conrad Community für Maker

Unsere Conrad Community lebt von und für Maker! Als Technik-Freak ist dein Brain hier herzlich willkommen: du kannst HowTo’s erstellen, deine Technik-Ideen Käufern oder Investoren präsentieren oder andere Technik BRAINS nach ihren Erfahrungen befragen. Außerdem interessiert uns:

Was sind Maker für dich? Bist du Teil der Szene oder hast Interesse? Hast du dich von der Maker Faire mitreißen lassen oder bist du aktiv in einem Makerspace?


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