Löthacks – Tipps und Tricks zum Thema Löten

Löten Tipps und Tricks

Meine liebsten Löt-Tricks

Egal ob Einsteiger oder Profi, jeder Bastler hat beim Löten seine eigenen Tricks. Kleine Kniffe und Ideen vereinfachen mir den Bau meiner Projekte. Damit Ihr euch nicht länger herumärgern müsst, verrate ich euch heute meine Lieblingstipps rund ums Löten.

Hilfe zur Hand

Bei Conrad findet ihr zwischen Lötkolben und Lötzinn immer ein höchst nützliches Werkzeug, nämlich die dritte Hand. Dies ist ein Arrangement aus Krokodilklemmen und Gelenken mit dem ihr euer Werkstück, Kabel und Bauteile beim Löten sicher fixieren könnt. Manchmal jedoch kommt man in eine Situation, bei der man so ein nützliches Gadget nicht bei sich hat. Dann empfiehlt es sich einen schweren Gegenstand wie eine Kaffeetasse oder eine Schüssel zu verwenden, um die Platine zu beschweren. Auch zwischen Tischplatte und Häferl eingeklemmte Drähte lassen sich so bequem vorverzinnnen.

Die Niedrigsten werden die Ersten sein!

Die meisten elektronik Bausätze bestehen aus einer Platine und zahlreichen verschiedenen Bauteilen. Nicht immer ist die ideale Reihenfolge zum Einlöten der Bauteile klar. Oft orientieren sich Bauanleitungen nicht am einfachsten Weg, sondern mehr am Layout der gedruckten Anleitung. Der fast immer zum Erfolg führende Ansatz ist mit den niedrigsten Bauteilen zu beginnen. Damit ist nicht der Wert oder Preis der Bauteile gemeint, sondern ihre physische Höhe auf der Platine. Je flacher ein Bauteil auf der Platine aufliegt, wenn es verlötet ist, desto früher löten wir es ein. Wenn hohe Bauteile wie Elektrolytkondensatoren bereits verlötet sind, ist es sehr schwer zwischen ihnen noch Widerstände oder Dioden zu platzieren. Damit spart man sich viel Ärger beim Zusammenbauen, auch wenn die Anleitung da manchmal anderer Meinung ist.

Kratz die Kurve

Manchmal werde ich beim Löten etwas zu schnell und beschädige Leiterbahnen auf einer Platine mit dem Lötkolben, der Pinzette oder einer Zange. Mit dem Multimeter kann man prüfen, ob die Leiterbahn noch einen richtigen Kontakt herstellt, aber es ist besser auf Nummer sicher zu gehen. Mit einem simplen Kupferdraht ersetze ich die durchtrennte Leiterbahn. Dazu löte ich den Draht am nächsten Kontaktpunkt zur beschädigten Stelle an und verfolge damit die Leiterbahn bis zum nächsten gelöteten Kontaktpunkt. Ein wenig Schrumpfschlauch hilft ungewollte Kurzschlüße zu vermeiden. Der Schrumpfschlauch lässt sich auch gleich mit dem Lötkolben einschrumpfen, indem man den Lötkolben in geringem Abstand entlang seiner Oberfläche bewegt. Dabei ist es besser lieber mehr Abstand zu lassen, damit der Schrumpfschlauch nicht unter der Hitze schmilzt.

Pinzetten sind wie Finger – nur für Experten

Nach dem Lötkolben ist die Pinzette das wichtigste Werkzeug beim Löten. Damit werden SMD-Bauteile positioniert, Kabel gehalten und Drähte gebogen. Die Auswahl der Pinzette ist entscheidend, denn die „ausgeborgte“ Kosmetikpinzette ist nicht so nützlich wie eine professionelle Elektronikerpinzette. Toolkraft Pinzetten sind antistatisch und antimagnetisch, dadurch kann man auch empfindliche Bauteile sicher verarbeiten und hat immer optimalen Grip. Ich halte immer eine Version mit gerader Spitze und eine zweite Pinzette mit gebogener Spitze griffbereit. Denn je nach Situation haben sie beide ihre Vorzüge.

Eile mit Weile

Geduld ist der Schlüssel zur perfekten Lötstelle. Löten ist kein Sprintbewerb: Da nützt es nichts den Lötkolben mit Schwung wegzureissen und Lötzinn mit rasender Geschwindigkeit zuzuführen. Für fast alle Bauteile hat man mehr als genug Zeit die Lötstelle mit dem Lötkolben aufzuwärmen. Wenn genug Hitze in das Metall eingedrungen ist, wird ein wenig Lötzinn zugegeben. Lass dir ruhig Zeit bis das Lötzinn schön verronnen ist, bevor du noch mehr Zinn dazugibst. Wenn die Lötstelle gefüllt und glänzend ist, ziehst du den Lötkolben langsam weg. Damit ist die perfekte Lötstelle garantiert. Eile bei nur einem einzelnen dieser Schritte führt zu unsauberen Lötstellen. Aber selbst wenn der Lötpunkt nicht so perfekt aussieht reicht oft ein wenig Hitze (nochmal mit dem Lötkolben aufheizen) um ihn deutlich zu verbessern.

Ich kombiniere beim Löten…

Sobald man eigene Schaltungen entwirft und Projekte auf Lochrasterplatinen aufbaut, passiert es immer wieder, dass die benötigten Teile nicht vorrätig sind. Der Widerstand mit dem exakt richtigen Wert ist nicht in der Sortimentsbox oder der richtige Logik-IC noch auf dem Postweg vom Conrad-Shop. Viele Bauteile lassen sich kombinieren, um die benötigten Werte dennoch zu erzeugen. Mit ein wenig Rechenaufwand (Reihen- und Parallelschaltung) kannst du Widerstände und Kondensatoren kombinieren, um den fehlenden Bauteilwert zu erreichen. Ebenso lassen sich alle Logik-ICs (74XX, Logic-Gates) aus NAND-Bausteinen (7400) zusammensetzen. Zwar benötigt das Kombinieren mehr Platz auf der Platine, aber du bist damit in der Lage dein Projekt sofort fertigzustellen.

Setze Kurs Richtung Löten: mit einem Lötkurs

Für alle Einsteiger empfiehlt es sich an einem Conrad-Lötkurs teilzunehmen. Dabei lernt man unter fachkundiger Anleitung den richtigen Umgang mit dem Lötkolben und baut einen spannenden Bausatz zusammen. Für Lötfüchse ab 10 Jahren stellt dies den schnellsten Einstieg in die Welt der Elektronik dar.

Ich setze diese Tipps täglich ein, um meine Projekte zeitgerecht fertigzustellen und ich hoffe sie sind auch für euch hilfreich. Vielleicht sehen wir uns ja auch bei einem Conrad-Lötkurs, denn ich bin gespannt eure Tipps und Tricks zu hören.

Frohes Löten,
euer Clemens
(MAYER MAKES)

Weitere Beiträge zum Thema Löten:
https://blog.conrad.at/loeten-wie-macht-man-das/
https://blog.conrad.at/loeten-fuer-fortgeschrittene/


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