LG G Pad: Just another Tablet?

Nachdem LG mit dem G2 und dem für Google gebauten Nexus 5 zwei echte Smartphone-Kracher an den Start gebracht hat, legen die Südkoreaner nun nach. Mit dem „LG G Pad“ (vulgo V500) hat der Unterhaltungselektronik-Spezialist nun ein erstes – wie ich finde – starkes Lebenszeichen in Sachen tragbares Computing von sich gegeben. Ein Frontalangriff auf die immer größer werdende Range an 8″ Tablets, oder ist es doch nur „Just another Tablet“?

Das Erste was einem bei diesem Tablet auffällt: das Display wird nur durch einen im Vergleich zu anderen Herstellern erstaunlich dünnen Rahmen gehalten. Damit wirkt das 8,3″-Teil weniger wuchtig und um einiges stylisher als so manches Tablet anderer namhafter Hersteller. Die Auflösung ist in FullHD (1920×1080) im Verhältnis 16:9 gehalten. mit einer Pixeldichte von 273ppi wirken Bilder sehr scharf und fein aufgelöst. Die Farbdarstellung und der Kontrast sind ebenfalls Oberklasse. Auch sehr angenehm: das Display ist ein IPS-Panel, und somit von allen Seiten gut ablesbar.

LG G Pad Weiss Front

Frontansicht des LG G Pad in Weiss

Kommen wir zu den inneren Werten: als Prozessor werkt ein Qualcomm Snapdragon 600 Quadcore mit 4x 1,7GHz. Dazu gesellen sich noch 2GB RAM. Diese Kombination ermöglicht mit dem G Pad nicht nur schnelles Arbeiten oder flüssiges Videoschauen, auch aufwendige Spiele lassen sich perfekt auf dem guten Teil zocken. Ich für meinen Teil bevorzuge FIFA 14, was mit dem G Pad auch richtig Spass macht. Um den Energiehunger des Prozessors (und der weiter unten noch beschriebenen zusätzlichen Funktionen bzw. drahtlosen Funkstandards) zu stillen, hat LG (übrigens einer der weltgrößten Batterie- und Akkuhersteller) dem Tablet einen 4.600mAh-Akku mit SiO+ Technologie verpasst. Das merkt man dann auch, kann man doch einige Zeit den Prozessor auf Vollast fahren bevor die Akkuanzeige erstmals schreit.

Was die Schnittstellenthematik anbelangt, bietet das G Pad so ziemlich fast alles, was (zumindest) ich mir von einem modernen Tablet erwarte:

  • WLAN (alle Standards)
  • Bluetooth 4.0
  • GPS
  • microSD-Slot zum Erweitern des Speichers
  • OTG-Unterstützung via microUSB, und und und

Was fehlt: NFC.

LG G Pad Weiss Seitenansicht

Das G Pad in Weiss in der Seitenansicht

Softwareseitig wird das Tablet mit Android 4.2.2 ausgeliefert, ein Update im Jänner oder Februar 2014 auf Android 4.4 wie beim LG G2 steht aber bereits im Raum. Womit wir auch bereits beim Schwachpunkt angelangt sind: die LG UI – also die über Android gelegte Benutzeroberfläche. Diese ist zwar für einen Normalnutzer sehr angenehm, weil übersichtlicher als ein „reines“ Android, dennoch kostet diese überfrachtete und mit allerlei Crapware bestückte Oberfläche doch ein paar Megabyte des Arbeitsspeichers und internen Speichers. Schade, denn auch wenn viele Funktionen echt lässig sind, und damit die Einrichtung des Tablets bzw. das tägliche Arbeiten zum Kinderspiel wird, so wäre zumindest eine Option diese UI abzuschalten (ohne zu rooten) eine denkbare und für Fortgeschrittene nette Geschichte gewesen.

Weil ich es gerade erwähnt habe: die mittels LG UI installierten Funktionen und Programme sind zum Teil echt eine gute Idee, und manche davon auch für Fortgeschrittene und Nerds eine Verlockung wert.
Ein Beispiel gefällig? „QPair“ ermöglicht es Smartphone und Tablet miteinander zu koppeln. Man bekommt nach erfolgter Kopplung am Tablet alle Nachrichten an die Telefonnummer des Smartphone ebenfalls angezeigt. Gleichzeitig ermöglicht QPair ein besonders einfaches Nutzen des Smartphones als Modem (weil das Tablet selbst hat kein UMTS- oder LTE-Modem eingebaut). Eine weitere gute Idee: die „KnockKnock“-Funktion. Mit zwei kurzen Tippern auf das Display wird das Tablet aus dem StandBy-Mode „erweckt“. Eine Funktion, die mancher bereits vom LG G2 her kennt (und zu schätzen weiß).

Fazit: wer ein feines, schnelles 8″-Tablet sucht, der ist beim LG G Pad V500 gut aufgehoben. Preis (€ 299,–) und Leistung stehen in einem super Verhältnis zueinander. Jedoch – und diese Einschränkung muss sein – ist das Tablet eher nichts für echte Android-Nerds oder Performance-Puristen. Für Otto Normalverbraucher dagegen ist das LG G Pad die optimale Wahl.



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