Laptop und Tablet in einem – was taugen Convertibles?

Immer mehr Hersteller entwickeln 2 in 1 PCs

Immer mehr Hersteller entwickeln 2 in 1 PCs . (Quelle: „Lenovo YOGA 3 Pro“ von Maurizio Pesce, Lizenz: CC BY 2.0)

Immer mehr Hersteller entwickeln 2 in 1 PCs. Diese sogenannten „Convertibles“ sollen die Vorteile von Laptop und Tablet kombinieren – funktioniert das?

Das Grundprinzip von Convertibles

Du hast den Begriff Convertible noch nie gehört oder zumindest nicht im Zusammenhang mit PCs? So geht es vielen. Diese für Deutsche eher nichtssagende Bezeichnung wurde von Konzernen wie Microsoft, HP und Lenovo geschaffen, um eine neue Produktkategorie zu benennen. Das englische „convertible“ steht im Deutschen für „wandelbar“.  Diese Übersetzung trifft das Grundprinzip ziemlich genau: Bei Convertibles handelt es sich um eine Kombination aus Laptops und Tablets. Dies sind entweder Laptops, welche sich durch einfaches Abmontieren der Tastatur in ein Tablet verwandeln oder Tablets, die mit einer Tastaturerweiterung zum  Notebook werden. Für die Verbindung und Trennung von Tastatur und Bildschirm haben sich die Hersteller verschiedenste Mechanismen einfallen lassen: Klapp-, Schiebe-, Dreh- oder Klickmechanismen ermöglichen eine schnelle „Verwandlung“ vom Laptop zum Tablet und umgekehrt.

Verschiedene Arten von Convertibles: Hybrid-PCs, Netvertibles, Detachables

Wer sich etwas näher mit dieser Sorte PC beschäftigt oder sich im Fachgeschäft erkundigt, wird schnell mit einer Vielzahl an weiteren englischen Begriffen konfrontiert. Um der mit Sicherheit folgenden Verwirrung vorzubeugen, haben wir hier die verschiedenen Arten von Convertibles für euch aufgelistet:

Standard-Convertibles

Abgesehen von den unten genannten Sonderformen gibt es natürlich auch das Standard-Convertible. Hier bleibt die Tastatur fest mit dem Bildschirm verbunden. Um die Fläche des Geräts zu verringern, wird die Tastatur hinter den Bildschirm geklappt oder gedreht.

Die Yoga-Modelle von Lenovo sind typische Convertibles

Die Yoga-Modelle von Lenovo sind typische Convertibles.

Der Vorteil der festen Verbindung von Tastatur und Bildschirm liegt auf der Hand: Bei Standard-Convertibles hast du wie bei einem normalen Laptop stets nur ein Gerät. Bedeutet: Es kann dir nicht passieren, dass du nur den Tablet-Part mitnimmst und die Tastatur zuhause vergisst. Trotz fest angebauter Tastatur kannst du das Standard-Convertible so nutzen wie ein (zugegebenermaßen etwas dickeres) Tablet. Etwas unhandlicher als ein normales Tablet ist das Gerät allerdings schon. Weit verbreitet sind in diesem Bereich die Yoga-Modelle von Lenovo. Beim Lenovo IdeaPad Yoga 3  kann die Tastatur als Stehhilfe für das Tablet verwendet werden. Dazu wird das IdeaPad einfach wie ein Zelt aufgestellt. Die rückseitige Tastatur verhindert dabei ein Umkippen des Bildschirms.

Hybrid-PCs

Diese Kategorie erfährt rasenden Zuwachs. Hybrid steht in diesem Zusammenhang für eine Mischform. Bei Hybrid-PCs hast du die Möglichkeit, die Tastatur hinter den Bildschirm zu klappen oder sie vollständig abzunehmen. Hybrid-PCs bieten sich daher für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten an. Typische Hybrid-PCs sind zum Beispiel die Surface-Modelle von Microsoft.

Die bekanntesten Hybrid-PC stammen aus der Surface-Reihe von Microsoft.

Die bekanntesten Hybrid-PC stammen aus der Surface-Reihe von Microsoft. (Quelle: „Microsoft Surface 2“ von Kārlis Dambrāns, Lizenz: CC BY 2.0)

Das Microsoft Surface gehört noch zu den handlicheren Hybrid-PCs. Die Besonderheit des Surface ist die Bedienbarkeit mit Stift. Mit dem Surface Pen kannst du auf dem Tablet Skizzen anfertigen oder Notizen festhalten. Für längere Texte war bislang der konventionelle Laptop oder Rechner die einzige Lösung. Am Microsoft Surface 3 kann durch Klicken eine Tastatur befestigt werden. Durch einen Klappständer auf der Rückseite lässt sich der Bildschirm auf die optimale Position für das Schreiben arretieren.

Netvertibles

Diese Geräte basieren auf den schon seit ein paar Jahren etablierten Netbooks. Bei Netbooks handelt es sich um kleine, besonders mobile Notebooks. Netvertibles sind somit handliche Convertibles, die besonders auf den mobilen Gebrauch ausgelegt sind.

Das Odys Windesk misst nur 8,9 Zoll.

Das Odys Windesk misst nur 8,9 Zoll.

Das 2-in-1 Tablet Windesk 9 Plus von Odys ist gut geeignet für alle, die mobil arbeiten. Es wiegt nicht einmal 500 Gramm. Mit einer andockbaren Tastatur lässt sich schnell ein kleiner Arbeitsplatz einrichten. Clever ist auch das eingebaute 3G-Modul, mit dem man nicht mehr auf ein verfügbares WLAN angewiesen ist. Einziges Manko eines Netvertibles ist die geringere Bildschirmgröße. Wer es gewohnt ist, an einem großen Bildschirm zu arbeiten, wird sich hier umgewöhnen müssen.

Detachables

Dies ist ein Fachbegriff für Geräte, deren Bildschirm und Tastatur komplett getrennt werden können. Bei vielen Convertibles funktioniert die Verwandlung nicht durch Wegbau, sondern nur durch Anklappen oder Umdrehen der Tastatur. Wem dies nicht ausreicht, der sollte beim Kauf gezielt nach Detachables fragen.

Beim Acer Aspire Switch 10 lassen sich Bildschirm und Tastatur trennen.

Beim Acer Aspire Switch 10 lassen sich Bildschirm und Tastatur trennen.

Eine große Stärke des Acer Aspire Switch 10 ist die Anzeigequalität. Mit einem Full-HD-Display werden alle Details gestochen scharf angezeigt. Auch schräge Blickwinkel oder Spiegelungen sind dank der Zero Air Gap Technologie kein Problem. Besonders robust ist das Display durch die Verwendung von Gorilla Glas. Somit macht das Aspire Switch 10 auch im mobilen Gebrauch einiges mit.

Ultrabooks

Und was ist dann ein Ultrabook? Das werden sich jetzt einige fragen. Dass sich der Begriff Ultrabook so weit verbreitet hat, ist dem Marketing von Intel zu verdanken. Ultrabooks sind keine eigene Produktkategorie. Es handelt sich dabei um besonders dünne Notebooks mit leistungsstarken Intel-Prozessoren.

Laptop, Tablet oder Convertible – Der Vergleich

Convertibles vereinen Laptop und Tablet – das klingt erstmal nach einer perfekten Lösung für alle, die sich nicht zwischen Laptop und Tablet entscheiden können. Dennoch gibt es auch bei Convertibles Vor- und Nachteile, die man kennen sollte. Als kleine Entscheidungshilfe geben wir euch diese Hard Facts an die Hand: Was sind die jeweiligen Stärken und Schwächen von Tablets, Laptops und Convertibles?

Laptop

Vorteile:

  • Bildschirmgröße gut zum Arbeiten geeignet
  • Leistungsstark
  • Viele Schnittstellen (z.B. HDMI, VGA)
  • Stabile Konstruktion, kein Kippmechanismus, der beschädigt werden kann

Nachteile:

  • Unhandlich und wenig mobil
  • Unbequeme Nutzung ohne Auflagetisch (z.B. auf der Couch)
  • Akkulaufzeit oft kürzer als bei Tablets oder Convertibles

Tablet

Vorteile:

  • Extrem handlich und mobil durch geringes Gewicht und geringe Größe
  • Perfekt zum Surfen und Betrachten von Videos
  • Benötigt keinen festen Arbeitsplatz bzw. Unterlage

Nachteile:

  • Kleinerer Bildschirm
  • Mühsame Texteingabe ohne Tastatur
  • Ungeeignet zum Arbeiten

Convertible

Vorteile:

  • Flexibel nutzbar für Arbeit und Freizeit
  • Stabiler Stand des Tablets
  • Hohe Akkulaufzeit
  • Mobil nutzbar

Nachteile:

  • Klapp- und Drehmechanismen müssen dem Alltag standhalten
  • Tastatur kann leichter beschädigt werden (an der Rückseite des Tablets)

Worauf du beim Kauf eines Convertible achten solltest

Am besten schaust du dir als erstes den Mechanismus des Convertibles an: Wirkt er stabil genug? Funktioniert er einwandfrei? Ist er einfach zu bedienen oder eher umständlich? Wird nur geklappt, liegt die Tastatur offen auf der Rückseite des Tablets. Bei einer zusätzlichen Drehung liegt die Tastatur innen und ist dadurch besser geschützt. Wer in den meisten Fällen das Tablet nutzt, greift am besten zur Detachable-Variante, bei der die Tastatur komplett gelöst werden kann. Für den mobilen Einsatz ist besonders die Akkulaufzeit sowie Größe und Gewicht des Geräts entscheidend. Nette Zusatzfunktionen wie 3G werten ein Convertible natürlich extrem auf.

Fazit

Auch wenn Convertibles noch nicht sehr lange am Markt sind, erfreut sich diese Verbindung zwischen Laptop und Tablet steigender Beliebtheit. In vielen Bereichen geht der Zukunftstrend in Richtung von 2-in-1 Geräten. Ziel ist, immer mehr Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten in immer weniger Geräten zu vereinen. Damit wird die Anzahl der Hardware, mit der wir uns umgeben, geringer. Aktuell ist die Situation in vielen Fällen noch die, dass man neben dem Smartphone ein Laptop besitzt und in vielen Fällen zusätzlich noch ein Tablet zum reinen Surfen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in Zukunft lieber Convertibles nutzen anstatt zwischen Laptop und Tablet hin- und herzuwechseln.

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