Kurztest: Garmin Oregon 600 vs. Falk Lux 22

Ich habe einmal wieder getestet. Dieses Mal habe ich die beiden neuen Geräte von Garmin und Falk gemeinsam unter die Lupe genommen. Was auf den ersten Blick wie ein Vergleich von Birnen und Äpfel miteinander aussieht, entpuppt sich beim zweiten Blick als durchaus legitimer Vergleich. Beide Marken wollen mit ihren neuen Units am markt durchstarten und damit die entsprechenden Vorgängermodelle vergessen machen. Beide richten sich zwar an verschiedene Zielgruppen, haben aber eine gemeinsame Schnittstelle: Wanderer und Geocacher. Das sind aus meiner Sicht genügend Überschneidungspunkte für einen Vergleich.

Part 1: das Auspacken. Der Falk Lux 22 kommt in der klassischen Kartonverpackung. Wenn man das Teil herausnimmt, fällt sofort der Packungsinhalt ausf: USB-Kabel (okay, davon hab ich schon ein paar daheim), diverse Gutscheine, das Gerät samt einem Satz Energizer Batterien und eine wirklich schön ausgeführte Fahrradhalterung purzeln einem entgegen. Mit den Gutscheinen bekommt man bei Falk online das eine oder andere Kartenmaterial um ein Hauseck günstiger, ausserdem ist ein 30 Tage gültige Schnupper „Premium Mitgliedschaft“ bei Geocaching.com enthalten. Im Gegensatz dazu das Garmin Oregon 600: schöne Verpackung aus Karton mit Blisterfenster durch welches man das Gerät gleich sieht. Aber der Inhalt ist spartanisch im Vergleich zum Lux 22: keine Gutscheine, keine Halterung, keine Batterien. Lediglich das obligate USB-Kabel (und wieder eines) und ein Gürtelclip mit Karabiner. Hier geht der Punkt klar an das Falk Lux 22.

Aber nun mal zum Gerät an sich: hier hat der Oregon klar die Nase vorn. Schöne und wertige Haptik, der Batteriedeckel läßt sich einfach und fest verschließen. Nur die Gummitülle, welche den USB-Anschluß abdeckt wirkt (wieder einmal) etwas „patschert“. Die beiden Tasten (Ein und Aus bzw. eine belegbare Schnellzugriff-Taste) reagieren gut, und wirken ebenfalls wertig verarbeitet. Das Lux von Falk dagegen sieht im Original nicht ganz so gut aus, wie auf den Fotos. Vor allem der Batteriedeckel hunzt ein wenig zu Beginn. Dieser bedarf schon ein wenig Gefühl, damit er schön bündig und somit dicht schließt. Die Haptik ansonsten ist sehr ordentlich. Beim Lux sind 2 Tasten frei belegbar plus einem Ein/Aus-Schalter – allessamt gut und anständig verbaut. Beide Geräte haben auf der Unterseite noch die Möglichkeit einen Lanyard oder eine andere Schlaufe zum Umhängen anzuhängen. Das ist ebenfalls vernünftig bei beiden verbaut.

Einschalten und Los – oder? Beide Geräte einmal eingeschalten, geht es an die Konfiguration. Keine grosse Hexerei, einzig der Lux will gleich von Anfang an die „Home Coords“ wissen. Das Schöne hier: nachdem der Lux mit einer aufbereiteten OSM-Karte bereits ausgestattet ist, geht das auch mittels Adresseingabe. Das Display regaiert bei beiden Geräten schnell und genau. Die Auflösung des Oregons wirkt feiner und besser leserlich. Nachdem das Gerät nun eingerichtet ist, können wir doch endlich los legen? Nein, noch immer nicht ganz 🙂
Denn der Oregon 600 ist ja bekanntlich ein absolutes Grundgerät und kommt ohne wirklich nutzbare Karte. Die hinterlegte Basemap hilft zwar ein wenig bei der Orientierung, aber das war es auch schon. Nur gut, dass ich noch eine Topo-Karte von garmin zuhause habe, die ist schnell installiert, und los kann es gehen. Der Lux dagegen ist bereits einsatzfähig, da dieser wie oben beschrieben eine routingfähige OSM-Karte von insgesamt 20 Ländern Europas hinterlegt hat.

Garmin Oregon 600

Garmin Oregon 600

Aber jetzt…oder? Nein, denn eines muss wie immer sein bei einem neuen Navis: kurz noch anschließen an den PC und schauen ob es bereits ein FW-Update für das Gerät gibt. Wenden wir uns also noch kurz der PC-Software von beiden Units zu: bei Garmin ist dies das altbekannte „Basecamp“. Verwaltung von Routen, Tracks, Wegpunkten, neuerdings auch Zugriff auf einen Clouddienst zum Ablegen der Daten. Zudem wird über die Software das installierte und freigeschaltene Kartenmaterial verwaltet. Ebenfalls eingebettet ist der Webupdater zum Aktualisieren des Navis (nur die Firmware). Ein nicht unbedingt immer einfaches Tool, dafür aber ein sehr mächtiges Programm, mit dem jedes Garmin Outdoornavi verwaltet wird. Bei Falk handelt es sich um ein viel einfacher gehaltenes Programm, den „Falk Navi Manager“. Zwar ähnliche Features und Funktionen, aber viel reduzierter und einfacher gehalten. Dies hat den Vorteil, dass die Verwaltung einfacher zu durchschauen ist, und man sofort im System ist. Zudem bietet Falk eine ganz nette Funktion an: man kann ein Sicherheits Backup des Gerätes machen, und so im Falle eines kompletten Crashes das Navi schnell und unkompliziert wieder herstellen.

Und wenn wir schon beim Anschließen an den Computer sind, probieren wir auch gleich das Übertragen von Wegpunkten – in diesem Fall Geocaches – auf das jeweilige Gerät aus. Hier hat der Oregon ganz klar die Nase vorn: die von mir aufbereitete gpx-Datei mit 874 Geocaches plus allen Unterwegpunkten wie Angaben über Parkplätze oder Stationen zum Finden des Geocaches werden vom Oregon anstandslos geschluckt. Der Falk macht hier Mucken, denn bei 500 ist momentan noch Schluß. Ausserdem geht das Einlesen der Datei beim Oregon binnen weniger Sekunden, beim Falk dauert das schon merkbar ein wenig. Aber jetzt geht es endlich…

…raus ins Freie! Als erstes steht das Finden der Satelliten auf dem Programm: bei keinem der beiden Navis dauert das länger als eine halbe Minute. Also schaue ich mir auch gleich die Genauigkeit an, und hier merkt man das erste Mal, warum der Oregon doch um
€ 70,– mehr kostet. Dieser hat nicht nur GPS integriert, sondern kann zudem mit dem russischen GLONASS-System umgehen, und die Positionsdaten beider Systeme miteinander kombinieren. Während der Falk eine Genauigkeit von gut 4 – 6 Meter (bei Bewölkung) als Durchschnittswert hat, geht es beim 600er auf bis zu 2 Meter genau. Als Referenz verwende ich den momentan genauesten für zivile Benutzung erhältlichen GPS-Empfänger, den Garmin GLO. Dieser bringt im besten Fall Genauigkeiten von bis zu einem Meter zusammen. Beim Konfigurieren des bei beiden Navis integrierten Kompass dann wieder das ewig selbe Spiel – sowohl beim Falk als auch beim Oregon: es braucht ein paar Anläufe bei beiden bis der Kompass richtig kalibriert ist. Sowohl Falk als auch garmin verwenden natürlich bereit den 3 Achsenkompass mit Neigungskorrektur. Damit kann das Gerät auch über Kopf gehalten werden, und zeigt trotzdem immer genaue Richtungsangaben im Kompassmode an.

Falk Lux 22

Falk Lux 22

Nun ran an die Navigation! Die erste Cachebeschreibung bei Lux und Oregon aufgerufen, und los geht´s. Die Darstellung der Listings ist bei beiden (endlich) sauber gelungen! Selbst komplexe html-Listings werden sauber abgebildet und sind leserlich. Der Menüaufbau bei beiden ist klar strukturiert. Das Oregon fragt mich – wie gewohnt – nach der Routenpräferenz und ob ich zu Fuß oder per Auto oder eben per Rad unterwegs bin. Die Route selbst ist überraschend schnell berrechnet. Beim Falk dasselbe, jedoch gibt es hier nur die Fußgänger- und die Fahrradoption. Das Schöne bei der Fahrradoption: es sind so gut wie alle Fahrradwege und -strecken hinterlegt. Beim Navigieren selbt erlebe ich dann eine Überraschung: der Falk Lux spricht mit mir! Wie beim Straßennavi bekomme ich klare Ansagen wie ich wo hinzugehen bzw. zu fahren habe. Um ehrlich zu sein: gleich wieder abgedreht! Aber für alle, die gerne mit dem Rad unterwegs sind und es aus dem Auto gewöhnt sind, ist das eine gute Idee und eine feine Funktion. Am Geocache angenähert, benötige ich um genau das Versteck ansteuern zu können die Kompassdarstellung. Beim Garmin schalte ich darauf um, und habe wie gewohnt diese Funktion. Beim Falk wird der Kompass über die Karte eingeblendet. Das nervt um ehrlich zu sein, denn die darunter liegende OSM-Karte ist ganz schön detailreich, und stört somit die Lesbarkeit des Kompass.

Die gesamte Benutzung mittels Touchscreen ist bei beiden Units durchaus einfach und punktgenau. Der Falk mag es schon mal etwas mehr Druck zu erhalten, währen der Oregon sogar die vom Smartphone gewohnten Gesten zum Ein- und Auszoomen erkennt und schnell reagiert. Bei direkter Sonnenlichteinstrahlung hat der Oregon die Nase vorn, da bleibt das Display ständig sehr gut ablesbar.

Was nach 2, 3 Stunden auffällt: die Akkuleistung ist bei beiden Units unterschiedlich: Zumindest sagt dies die jeweilige Anzeige. Der Oregon kratzt gerade einmal die erste Akkustandsmarke an, der Falk hat laut Anzeige aber bereits die Hälfte des Akkus verbraucht. Hier weiß ich aber bereits seitens Falk, dass an der Software noch geschraubt wird und somit sich diese Leistung definitiv verbessern wird.

Alles in allem sind beide Geräte gut nutzbar. Ich würde aber eine Klassifizierung einführen: der Falk Lux 22 ist das gute Einsteigergerät, der Oregon richtet sich eher an alle, die etwas gehobener Ausstattung suchen. Das merkt man nicht nur am Preis, sondern auch an der Asustattung und am technischen Umfang. Der Falk Lux ist definitiv eine sehr gute Lösung für alle, die ein einfaches Navi fürs Wandern, Geocachen, Radfahren und dergleichen suchen. Ein echter Einsteiger mit guter Ausstattung, jedoch sicher nicht für all jene, die Mittelklasse suchen oder gar gehobene Produkte. Die beigefügte OSM-Karte ist gut aufbereitet, sehr genau. Die größten Schwächen sind in der Benutzungsgeschwindigkeit und in der offensichtlich noch nicht zu 100% ausgereiften Firmware zu finden. Auch wenn man ein Garmin gewöhnt sein mag, ist die Umstellung auf die Menüführung beim Falk Lux 22 keine Hexerei und geht in jedem Fall schneller und einfacher als bei Magellan.
Der Oregon 600 dagegen richtet sich an alle, die ein Gerät auf dem allerletzten Stand der Technik suchen. GLONASS & GPS, Bluetooth & ANT+ zur Datenübertragung, ein sehr hochwertiges Display und noch mehr sprechen eine eindeutige Sprache. Was auch auffällt: der 600er reagiert schneller auf Eingaben, was mit Sicherheit der Programmierung auf Android-Basis geschuldet ist.

In den kommenden Tagen präsentiere ich Euch dann den zweiten Teil meines Tests mit mehr Details zu Akkuleistung, Wegpunkterstellung und und und.
Übrigens beide Units könnt ihr natürlich in unseren Megastores und auch beim von uns unterstützten Geocaching MegaEvent „Projekt 2013“ vom 31.05.2013 bis 02.06.2013 in Thalheim/Wels begutachten.


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2 Kommentare

  • Anton Steinwider sagt:

    Sehr gute Beschreibung der beiden Geräte. Bin nach wie vor daran interessiert, weil ich demnächst mal wieder ein Navi kaufen möchte. Habe vorher ein spezielles Flug-Navi von Garmin zur Navigation beim Fliegen mit einer Cessna benützt und war damit eher mittelmäßig zufrieden. Zum Wandern hatte ich dann noch ein Garmin Vista-e-Trex. Aber das war auch nicht ganz das Wahre und ist bereits im Display defekt. Also bin ich wieder am Suchen. Möchte ein stabiles, einfach handhabbares Gerät zum Wandern und gleichzeitig auch bedingt für Autonavigation einsetzen. Daher interessiert mich dieses Thema sehr. Vielleicht gibt es da mal was am Markt.
    MfG.
    A. Steinwider

    • Ralph sagt:

      Habe Ihnen soeben ein Mail auf Ihren Blogpost hin geschickt. bin mir sicher, dass wir schnell und unkompliziert das passende gerät für Sie und ihre Anforderungen finden werden!
      Ralph Schallmeiner

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