Highspeed-Internet aus dem All: Was steckt hinter Starlink und Co?

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Täglich steigt die genutzte Datenmenge im Internet an. Egal ob Elon Musks SpaceX mit seinem Starlink-Netz, das Satellitennetz von Amazon, oder das Projekt „OneWeb-Satellitenkonstellation“, in Zukunft werden die Menschen auf der Erde planmäßig flächendeckend mithilfe von mehreren tausenden Satelliten mit Highspeed-Internet versorgt.

Der Traum von Internet-Satellitennetzen im All

Nicht nur die private Raumfahrtfirma SpaceX, nein auch OneWeb hat in diesem Jahr bereits die ersten funktionstüchtigen Satelliten in den Orbit gebracht und noch mehr werden ziemlich sicher folgen.

Auch Amazon möchte ein Stück vom Kuchen: In den kommenden Jahren sollen insgesamt 3.236 Satelliten des Online-Handelsriesen in den Orbit gebracht werden. Im Gegensatz zu SpaceX, die mehr als 30.000 Satelliten ins All befördern wollen, dürfte das aber nur ein kleiner Anteil sein.

Die jeweils über 200 Kilogramm schweren Satelliten von SpaceX sollen dabei Daten von Bodenstationen erhalten und diese untereinander mithilfe von Lasern weiterleiten. Sie sollen in relativ niedrigen Umlaufbahnen fliegen und im Vergleich zu klassischer Satelliten-Kommunikation deutlich kürzere Verzögerungszeiten bieten. Ziel des milliardenschweren Programms ist es, sowohl ländliche Gebiete als auch Großstädte mit schnellem und günstigem Breitband-Internet zu versorgen.

Vorteil der Satellitennetze

Natürlich erwarten sich OneWeb und alle anderen Unternehmen Vorteile bzw. Entwicklungen bei der Nutzung des Internets durch die neuen Satellitennetze:

  • Die Satelliten sollen sehr niedrig fliegen, aus diesem Grund benötigt das Signal aus dem All zur Erde und zurück extrem wenig Zeit.
  • Es soll ein Internet aus dem Weltraum aufgebaut werden, das so schnell reagiert, als wären die Computer mit einem Netz auf der Erde verbunden.
  • Zuverlässiges und günstiges Breitband-Internet soll in ländlichen, aber auch in Stadtregionen verfügbar werden.
  • Die schätzungsweise 3 Milliarden Menschen, die bisher keinen Zugang zum Internet haben, können angebunden werden.
  • Durch die dicht ausgebauten Netze können die Daten zwischen den Satelliten schnell weitergeleitet werden, um eine niedrige Latenz zu erreichen

Drohendes Chaos

Die tausenden Minisatelliten, die in den Orbit gebracht werden sollen, erhöhen in Zukunft das Kollisionsrisiko stark – Anfang November zum Beispiel musste ein ESA-Satellit einem Starlink-Satelliten ausweichen.

Dadurch, dass es hoch oben noch keine „Verkehrsregeln“ wie die StVO gibt, wurde bisher nicht festgeglegt, wer bei einer drohenden Kollision wem ausweichen muss. Das sorgt für zusätzliche Verzögerungen, wenn eine schnelle Reaktion gefordert ist. Und das muss sich dringend ändern.

Noch eine ganz andere Nebenwirkung haben die ambitionierten Pläne der Satellitennetze: mehr Weltraumschrott. Bei Weitem nicht alle Satelliten, die in den kommenden Wochen bzw. Jahren in den Orbit aufsteigen, werden wie vorgesehen funktionieren. Sowohl Amazon, als auch SpaceX gehen von zirka 5 Prozent Ausfallrate aus.

Zum aktuellen Zeitpunkt kreisen nach Schätzungen der ESA mehr als 128 Millionen Trümmerteile unterschiedlichster Größen im Orbit. Durch ausfallende Minisatelliten könnten sich diese Mengen vervielfachen. Doch wenn die Minisatelliten fehlerhaft oder komplett defekt und funktionslos umher kreisen, sind sie als Weltraumschrott anzusehen und somit eine Gefahr für alle anderen Satelliten. Amazon schätzt, dass das Risiko für eine Kollision eines ausgefallenen Minisatelliten mit einem anderen Objekt im Orbit bei sechs Prozent liegt. „Sechs Prozent ist enorm viel“, erklärt John Crassidis, Weltraumschrott-Experte der University of Buffalo im Magazin IEE Spectrum. In anderen Studien wird von noch höheren Ausfallraten und den damit einhergehenden Kollisionsrisiken ausgegangen.

Sichtbare Folgen auf der Erde

Auch die Internationale Astronomische Union (IAU) steht der Entwicklung in Richtung großer Satelliten-Konstellationen kritisch gegenüber. Man sei „besorgt über diese Satelliten-Konstellationen“, heißt es in einem Statement. Man verstehe noch nicht, welche Auswirkungen Tausende sichtbare Satelliten am Nachthimmel hätten. „Trotz ihrer guten Absichten können diese Satelliten-Konstellationen den dunklen Himmel und die nachtaktiven Tiere bedrohen.“

Genauer erklärt geht es der IAU um zwei Themen:

  • Die Satelliten reflektieren in der Zeit nach dem Sonnenuntergang und vor dem Sonnenaufgang das Licht. Auch wenn das mit bloßen Augen möglicherweise nur schwer zu sehen ist – das Licht könnte empfindliche Teleskope stören, warnt die IAU.
  • Außerdem könnten die Funksignale der Satelliten astronomische Beobachtungen mit Radioteleskopen stören. „Aktuelle Forschungserfolge wie das erste Bild eines schwarzen Lochs waren nur durch gemeinsame Anstrengungen zum Schutz des Himmels vor Störungen möglich“, schreibt die IAU in ihrem Statement.

Die technischen Entwicklungen und vor allem das Internet und wie wir es nutzen entwickelt sich in den letzten Jahren rasant. Was ist deine Meinung zum Thema? Was denkst du, wie wir in Zukunft unser Internet erhalten werden? 5G, Internet-Satellitennetze, und noch viel mehr? Lass es uns in den Kommentaren wissen!



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