Für LKWs immer ein LKW-Navi

LKW-Navi in ActionWarum kosten eigentlich LKW-Navis mit einem Preis zwischen 349,- und 399,- um einiges mehr als vergleichbare „normale“ Navigationssysteme mit ähnlicher Ausstattung wie Kartenmaterial und TMC? Liegt es daran, dass diese Navis aus Gold sind oder weil man sie auch an 24V-Dosen im Brummi anschließen kann? Es gibt gravierende Unterschiede zwischen PKW-Navigationssystemen und Geräten für Brummifahrer. Diese Unterscheidungen geben den Berufsfahrern mehr Sicherheit und erleichtern den bereits stressigen Alltag um einiges, wie uns der Fall eines unserer Kunden wieder einmal beweist:

Konkret hat ein Kunde ein normales Navigationsgerät gekauft, und es im LKW verwendet. Alles hat ganz normal funktioniert – das Ziel wurde ohne Probleme gefunden, die Routenberechnung und die Vorhersage der Ankunftszeit haben auch gepasst. Der Kunde hatte das Profil „LKW“ im Navi aktiviert gehabt, und war somit der Meinung, dass sein Navigationsgerät daher weiß, dass gewisse Strecken und Routen für einen Brummi gesperrt sind.

So könnte das Ganze ausgesehen haben

Symbolfoto, Quelle: http://www.meissen-fernsehen.de

Jedoch steckte der ortsunkundige LKW-Fahrer plötzlich in einer für sein Fahrzeug viel zu niedrigen Brücke fest. Es war bereits dunkel, die Straßen schlecht ausgeleuchtet, Zeitdruck und extremer Stress sind dazu gekommen als alles passierte. Der anrückenden Polizei und den schnell herbeieilenden Schaulustigen hat das Ganze natürlich nicht gerade gefallen, und es setzte ein entsprechendes Bußgeld. Wie das trotz aktiviertem „LKW“-Modus passieren konnte? Nun, dieser Modus im normalen Navi dient lediglich dazu eine möglichst genaue Vorherbestimmung der Ankunftszeit zu ermöglichen. Zudem werden gewisse Straßen von vornherein ausgeblendet, jedoch sind dies maximal Güterwege, die man aber auch mit dem normalen Auto meistens nicht befahren will.

Was das PKW-Navi aber nicht weiß, und daher auch nicht in die Routenberechnung miteinfließen lassen kann: Höhen und Breiten von Brücken bzw. Tunnels, Fahrverbote auf Grund der geladenen Fracht (Sondertransporte und dergleichen) oder Fahrverbote auf Grund der Gewichtsverteilung auf den Achsen. Zudem wird ein normales Navi auch kaum vor besonders abschüssigen Stellen oder besonders heftigen Steigungen und engen Kurven warnen.

Hier kommen daher die LKW-Navigationen ins Spiel. Diese haben nicht „nur“ genaues Kartenmaterial an Bord, sondern darüber hinaus wissen diese Geräte sehr genau wo was geht oder eben nicht geht. Man gibt einfach die entsprechenden Fahrzeugdaten zu Größe, Lastverteilung und Art der Ladung an, das Navi berechnet umgehend die optimalste Route. Nachdem diese Daten sich regelmäßig ändern können, stellen zumindest die namhafteren Navi-Hersteller die regelmäßig aktualisierten LKW-Attribute gratis zum Download bereit. Für Berufsfahrer, die ständig unter Stress stehen, gleichzeitig aber auf Sicherheit bedacht fahren müssen eine absolute Hilfe!

Übrigens: viele eingefleischte Caravan- und Wohnmobilfahrer schwören ebenfalls zwischenzeitlich auf LKW-Navigationen. Bei den Abmaßen moderner Freizeitmobile kann ich das nur allzu gut nachvollziehen.