Frische Brise für heiße Tage – ein Einhell Klimagerät im Test

Energiespar-Experten behaupten zwar, dass es ein Ventilator auch tut, um sich bei Temperaturen wie diesen abkühlen zu lassen, aber ich kann mit Fug und Recht behaupten: beides probiert, kein Vergleich. Bei einem meiner letzten Australienurlaube im Arnhemland – es hatte 37 Grad in der Nacht – hat im Zelt der Ventilator geblasen. Geschlafen hab ich drei Tage trotzdem nicht. Heute ist es so, dass ich mich immer dann, wenn es in unseren Breiten besonders kalt ist, gedanklich ins Arnhemland beame – und gleich wird mir wieder wärmer.

Seit diesen Tagen in Australien bin ich kein Fan von Ventilatoren, weil ich es zudem auch als nicht sonderlich angenehm empfinde, sich ständig einem Luftzug auszusetzen. Eine Klimaanlage ist hingegen eine Spitzenerfindung, wenn man sie effektiv einsetzt. Und wenn man sie nicht fest eingebaut hat in der Wohnung, kann man ja auf die mobile Variante greifen. Erstens kann man in Nächten wie diesen gut durchschlafen und ist am nächsten Tag fit, und zweitens ist das Gerät mobil – es lässt sich relativ mühelos vom Schlafzimmer ins Kinderzimmer oder von dort ins Wohnzimmer verfrachten. Dort, wo man die Erfrischung gerade benötigt.

Eigentlich haben die meisten ja nicht mehr wirklich daran geglaubt, dass der Sommer 2011 doch noch zu einem Sommer wird. Auf Facebook wurde schon geunkt, dass künftig die Jahreszeiten in Frühling, Sch*****, Herbst und Winter umgetauft werden müssten oder dass eine Sommergrippe im Jahr 2011 eine „Verkühlung“ oder eine „Winterdepression“ ist. Aber es kam anders. Just zu der Zeit im August, zu der es normalerweise am Abend so kühl wird, dass man einen Pullover oder eine Weste braucht, bleiben die Temperaturen in der Nacht auf 25 bis 28 Grad und erreichen unter Tags sogar bis zu 37 Grad.

Aber man kann die Sommerhitze auf Eis legen, denn exakt sechs Grad weniger machen den Unterschied: Kühle Luft sorgt dafür, dass man angenehm schläft, trotz ärgster Hitze fit in den Tag geht und die Kreativität im Büro nicht leidet. Genau um jene sechs Grad können Klimageräte nämlich einen Raum abkühlen, weshalb es um mobile Klimageräte seit Wochenanfang ein regelrechtes Griss gibt; obwohl man davon ausgehen kann, dass man die Kühler maximal noch zwei Wochen brauchen kann. Und ein solches, das Einhell Klimagerät MKA 3000E hat die futurezone getestet und ist, kein Zufall bei diesen Temperaturen, zu einem Fan geworden.

Ausgepackt ist das relativ große und auch schwere Gerät sehr rasch, auch das Zusammenbauen ist unkompliziert: Den Aktivkohlefilter steckt man in die Filtervorrichtung, den mitgelieferten, 1,5 Meter langen Abluftschlauch dreht man in die vorgesehene Öffnung am Gerät. Am Ende des Schlauchs wird noch der Adapter fixiert, den man beim Fenster raushängen lässt. Damit nicht zu viel warme Luft von Außen ins Innere strömt, kann an den Adapter noch eine Plastikleiste montiert werden, mit der der Zwischenraum zwischen Fenster und Rahmen abgedichtet wird. Um einen noch besseren Kühleffekt zu erzielen, sollte man zwar auch die Zwischenräume (seitlich bei Kipp- bzw. oben und unten bei Flügelfenstern abdichten) – darauf wurde aber im Test (aus Bequemlichkeit) verzichtet. Mit dem Ergebnis kann man aber dennoch zufrieden sein. Zwar erreichte man nicht die gewünschten sechs Grad weniger als im Freien, aber es war im Schlafzimmer dennoch um vier bis fünf Grad kühler. Und da schläft es sich eindeutig besser. Die Bedienung dieses Monoblocks, wie diese Klimageräte auch genannt werden, ist sehr simpel: Einfach die gewünschte Raumtemperatur mit Pfeiltasten einstellen, auf „Cool“ drücken – los geht’s mit der Brise, wohin diese strömen soll, kann man mit den verstellbaren Lamellen steuern. Eine Thermostatsteuerung sorgt dafür, dass der Raum gleichmäßig klimatisiert wird. Übrigens lässt sich der Einhell auch per Fernsteuerung bedienen. Nur das Leeren des Kondenswasserbehälters muss man selbst übernehmen.

Der Einhell MKA 3000E – ist zwar groß, aber da er Rollen hat, kann man ihn leicht von einem Raum in den anderen befördern. Die Räume sollten nicht größer als 80 Kubikmeter haben, also etwa 30 bis 35 Quadratmeter groß sein. Nachteilig ist der Lärm, nur mit Gehörschutz kann man ihn auch in der Nacht arbeiten lassen. Ratsam ist deshalb, ihn entweder untertags laufen zu lassen oder einige Stunden vor dem Schlafengehen aufzudrehen. Das ist einer der großen Unterschiede zu den Split-Anlagen, wie es sie in den Hotels gibt, – bei diesen wird der laute Teil der Anlage an der Außenseite montiert.

Wer sich ein mobiles Klimagerät kaufen will, sollte jedenfalls folgende Kriterien beachten:

  • Es sollte zumindest Energieeffizienzklasse A haben.
  • Die Raumgröße wird meist in Kubikmeter angegeben, also genau ausrechnen, ob das Gerät auch den gewünschten Raum zu Hause schafft.
  • Der Lärm sollte nicht unterschätzt werden, er wird in Dezibel angegeben. Lauter als 60 db sollte ein Gerät nicht arbeiten.

Text & Bild: Gerald Reischl