Frankfurt 2012: Music makes the people…

Was für Multimedia-Freaks die CES in Las Vegas oder die IFA in Berlin ist, ist für Musiker, DJs oder Ton- und Lichttechniker die „musikmesse/prolight & sound“ in Frankfurt. Für wenige Tage wird die Mainmetropole zum Nabel der Musikbranche. Neuigkeiten, die hier präsentiert werden, finden in den kommenden Wochen und Monaten ihren Weg in die Musikfachgeschäfte dieser Welt – und natürlich kommt das eine oder andere auch in unseren Webshop bzw. in unsere Megastores und die Filiale. Grund genug für mich auch heuer wieder als Sortimentsverantwortlicher für Sound & Light dieser Messe einen Besuch abzustatten.

Die Anreise war eine angenehme Bahnfahrt von Wels nach Frankfurt. Gegen 15:30 komme ich am Mittwoch dem 21.03. endlich nach einer 5 stündigen Fahrt im ICE in der europäischen Finanzmetropole an. Und einmal in der hessischen Großstadt angekommen, merkt man sofort dass es eine ganz besondere Messe zu sein scheint. An fast jeder Ecke Ankündigungsplakate für Konzerte und Veranstaltungen rund um die wichtigste Messe der Musikbranche. Also, zuerst noch schnell im Hotel eingecheckt, und dann sofort und ohne Umweg auf die Messe. Dort angekommen merke ich sofort einmal, dass ich komplett „overdressed“ bin. Die wenigsten Besucher – fast alle wie ich Fachbesucher – tragen so wie ich Sakko und Hemd. Gemütlichkeit nicht nur bei der Kleidung ist angesagt, auch sonst ist von dem ganzen üblichen extremen Messetrubel wenig zu spüren, und das obwohl die Hallen gut gefüllt sind.

Erste Station am ersten Tag: der Stand unserer deutschen Kollegen. Seit einigen Jahren ist Conrad Deutschland immer mit einem eigenen – kleinen aber feinen – Stand bei der „musikmesse/prolight & sound“ vertreten. Schnappschuss vom Conrad Stand auf der ProLight & Sound, Frankfurt 2012 Untergebracht ist der Stand gleich neben unserem Lieferanten Reloop und nur wenige Schritte von Pioneer DJ entfernt. Zu AKAI und Gemini ist es nur ein Katzensprung. Perfektes Umfeld für eine Messepräsenz! Am Stand selbst treffe ich mein deutsches Pendant Martin Schwandner. Als Einkäufer und Produktmanager in Deutschland ist er gemeinsam mit seinem ebenfalls anwesenden Kollegen Stefan Stadler (ein begnadeter Hobby-DJ) ursächlich für unser Sortiment im Bereich Sound & Light zuständig. Ein kurzer Austausch unter Kollegen, und schon geht es zum Nachbarn – zu Reloop. Die Decks der täglich auflegenden DJs von ReloopEin erster Blick über die ausgestellten Produkte zeigt, dass sich hier wieder was tut. Insbesondere die neue Range bei den immer beliebter werdenden DJ-Controllern hat es uns sofort angetan. Sehr hochwertig in der Ausführung, noch intuitivere Bedienung, Spitzensound dank neuer D/A-Wandler sind nur ein paar Highlights. Was mir persönlich am Besten gefällt: die Verarbeitung der neuen Units ist nochmals einen Tick besser und wertiger gelungen, so dass ich mich weit rauslehne und das neue LineUp von Reloop nur noch einen kleinen Step hinter den beiden den Markt dominierenden Marken Pioneer DJ bzw. Denon DJ sehe.

Noch kurz gehe ich nach diesem Termin durch das Messegelände, schaue mich da und dort um, und merke mir mal für den kommenden Tag ein paar Fixpunkte vor.

Tag 2, Großkampftag, und dennoch alles ganz entspannt. Am Donnerstag geht es um Punkt 9:00 rein aufs Messegelände. Eingang zum Messegelände FrankfurtHeute sind ein paar Termine angesagt, u.a. mit American DJ – einem unserer wichtigsten Partner bei Lichteffekten – und natürlich Yamaha. Zwischen den Terminen immer wieder ein Blick in die Hallen, zu den überall stattfindenen Produktworkshops. Infos einholen, sich schlau machen was neue Trends anbelangt ist heute angesagt. Das Schöne an dieser Messe ist, dass hier nicht nur über Musik und die Musikbranche gesprochen wird, hier kann man bei fast jedem Stand die ausgestellten Produkte direkt antesten, sich Feinheiten erklären lassen. Besonders beeindruckend ein Mitarbeiter von AKAI, der mir bei einem neuen Synthi das vom Hersteller verfolgte Konzept des „intuitiven Musikmachens“ vorführt. Die Idee dahinter ist simpel: jeder von uns hat beständig eine Melodie im Kopf, aber nur die wenigsten beherrschen ein Instrument derart gut, dass sie diese Melodie hörbar machen können. Mit neuer Software für Mac und Synthi will man nun auch absoluten Laien wie mir das Musikmachen schmackhaft machen. Und es stimmt. Ich muss nur ein paar Einstellungen treffen, und kann anschließend mit Hilfe des Programms und des an den Mac angeschlossenen Synthis so etwas wie Musik machen. Ich bezweifle zwar, dass es anderen gefällt, aber es hatte zumindest eine – wie ich finde – Melodie. Leider durfte ich genau von diesem Produkt keine Fotos schießen… 🙁

Ein anderes Highlight für mich: die Messauftritte von Marshall und Fender. Blick auf den Stand von Marshall auf der Frankfurter Musikmesse 2012Die beiden Traditionsmarken der Gitarrenmusik haben es mir als Fan von entsprechend lauten und harten Riffs naturgemäß angetan, weshalb ein kurzer (viel zu kurzer) Besuch zwischen zwei Terminen bei den Ständen Pflicht ist. Alleine die ausgestellten Vintage-Modelle der Fender-Gruppe lassen einen jeden Fan von handgemachter Musik in Ehrfurcht erstarren. Außerdem steht man am Stand des legendären Gitarrenherstellers bzw. des wohl kultigsten Verstärkerproduzenten Schulter an Schulter mit so manchen bekannten Gesicht aus der Musikbranche. Und die vermeintlichen Profis werden beim Anblick der ausgestellten Produkte ganz schnell selbst zu Kindern 🙂

Den Schlußpunkt am Donnerstag setzte noch ein Besuch bei Yamaha. Welchen Stellenwert das japanische Traditionsunternehmen im globalen Musikbussiness hat zeigt der Umstand, dass nicht ein einzelner Stand zur Präsentation ausreicht. Bei Yamaha muss es eine ganze Halle sein.Ein Blick auf die Halle von Yamaha - vollgepackt mit Instrumenten und Technik Besonderes Highlight: die neue Range der Keyboards und E-Pianos ist zum Teil bereits mit einer Schnittstelle für Apples iPad ausgestattet. Dieses übernimmt dabei die Aufgabe des Notenblattes – am Display werden die zu spielenden Noten angezeigt, über Kopfhörer wird die anderen zum Stück gehörenden Instrumente eingespielt, wodurch man nach nur wenigen Takten der Meinung ist, als Teil einer Band zu spielen. Die Notenanzeige am iPad blättert Takt für Takt um, womit man sich lästiges Blättern beim Spielen erspart. Clevere Idee wie ich meine.

Nach diesem Termin geht es ab ins Hotel. Genug gelaufen – die Beine schmerzen dann doch etwas. Am nächsten Tag nochmals kurz zur Messe: recht viel Zeit bleibt (leider) nicht mehr, da der Zug mit oder ohne mir um 14:16 in Richtung Heimat fährt. Als Erstes geht es nochmals zu unserem Stand. Kurze Lagebesprechung, mit den deutschen Kollegen abklären welche Highlights jeder von uns als wichtig erachtet, wo wir noch die Zeit nutzen sollten um für unsere Kunden entsprechende Angebote einzuholen. Auch die bereits uns vorgelegten Angebote werden genau abgeklopft. Nach ca. einer halben Stunde geht es nochmals raus zu den Ständen. Und wieder genaues Hinschauen, Nachfragen und Nachbohren bei den Lieferanten und Herstellern ist angesagt. Wir wollen ja schließlich unseren Fans und Kunden etwas bieten können. Trotzdem bleibt etwas Zeit sich das eine oder andere Highlight anzusehen. So ist beispielsweise eine ganze Halle für die Jüngsten reserviert: hunderte Kindergartenkinder toben in dieser Halle und bekommen so musikpädagogischen Zugang zu Instrumenten. Ich finde das eine gute Geschichte, und den Kids macht es sichtlich Spaß. Leider – bzw. verständlicherweise – ist in dieser Halle außer für akkredierte Journalisten das Fotografieren verboten. Davon hätte ich Euch gerne ein paar Fotos präsentiert. Ich schaue nochmals kurz in die „Percussion“-Halle: ein riesiges Areal vollgepackt mit Schlagzeugen, Trommeln, Becken und und und. Meinl - ein ganz Großer im Schlagzeug-GeschäftDer große Trend hier: Silent Drums – oder besser gesagt: elektronische Schlagzeuge. Den Gesichtern der testenden Personen kann man entnehmen, dass es Spaß macht auf diesen für die Umwelt doch etwas leiseren (alle haben brav Kopfhörer auf, und hören so ihr Spiel) Alternativen zu spielen.

Tja, und dann ist es so weit – die Zeit ist viel zu schnell abgelaufen. Ich hetze zum Bahnhof, und erwische dann doch entgegen meiner Befürchtungen den Zug ganz gemütlich. Auf nach Hause! Noch schnell ein Foto vom ausfahrenden Zug aus geschossen, und das war´s. Was diese Messe so alles bei uns bewegt hat, wird sich in unseren Angeboten der kommenden Wochen und Monate widerspiegeln. Ich kann jetzt schon so viel verraten: ein paar neue sehr namhafte Marken werden kommen, ebenso haben wir ein paar unschlagbare Angbote im petto. Watch out for more!