Flutkatastrophe in Thailand – Festplatten werden teurer

Die Jahrhundertflut in Thailand hat die Festplatten-Hersteller stark getroffen – man erwartet steigende Preise!

Schon das Erdbeben samt Tsunami in Japan im Frühjahr dieses Jahres hatte die Festplattenindustrie beeinträchtigt – aber nur kurzfristig. Denn die hauptsächlichen Pro­duk­ti­onsstätten sind nicht in Japan.

Ganz anders wird sich die Flutkatastrophe in Thailand auswirken. In den Haupt­über­schwemmungsgebieten haben sowohl HDD-Hersteller als auch Zulieferer Fabriken. Zwei Hightech-Industriegebiete, der „Bang Pa-in Industrial Park“ und der „Navanakorn Industrial Park“ sind teilweise komplett geflutet. In manchen Fabriken steht das Wasser fast bis zum ersten Stock, berichten thailändische Zeitungen. Die Thailand-Flut ist die schwerste Natur­katastrophe, die die Festplattenindustrie je heimsuchte (ganz zu schweigen natürlich von den dort lebenden Menschen).

Symbolbild Festplatte

Werden Festplatten Mangelware?

Am schlimmsten scheint es Western Digital getroffen zu haben

Im Überschwemmungsgebiet haben sie eine eigene Produktion und die ist seit über einer Woche geschlossen. Wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann, ist absolut unklar. Produktionsausfall: 32 Millionen Drives weniger alleine von Western Digital im laufenden Quartal! Auch Hitachi ist massiv betroffen.

Seagate-Fabriken sind nicht betroffen – aber die Zulieferer
Seagate betreibt ebenfalls eine HDD-Fabrik in Thailand, die steht aber nicht im Flutgebiet. Doch das ist kein Grund zur Freude, denn stattdessen sind wichtige Zulieferer betroffen. Immerhin sieht Seagate gute Chancen, dass man die durch die Flut ausgelösten Fer­ti­gungs­probleme evtl. zum Jahreswechsel behoben haben könnte.

Von Toshiba ist bislang nicht bekannt,
ob und wie man von der Naturkatastrophe in Thailand betroffen ist. Allerdings wäre Toshiba sowieso nicht in der Lage, die Ausfälle der beiden Marktführer WD und Seagate zu kompensieren.

Nach bisherigen Schätzungen
sind in Thailand bislang Schäden in Höhe von bis zu 3,4 Milliarden Euro entstanden – Tendenz steigend, denn die 13-Millionen-Metropole Bangkok kämpft zwar bisher tapfer gegen die Fluten, aber der Kampf scheint aussichtslos. Es sind die schlimmsten Über­flutungen in Thailand seit 1995. Bislang sind über 300 Menschen ums Leben ge­kommen.