Festival Survival Guide Teil 2

Sommerloch und Fortsetzungen, dass passt zusammen wie die Faust aufs Auge. Und um die damit verbundene Erwartungshaltung gleich zu Beginn zu befriedigen – auch dieses Sequel stinkt. Doch der Reihe nach. Hatten wir uns im 1. Teil des Festival Survival Guides mit der materiellen und geistigen Festivalvorbereitung beschäftigt, geht es nun endlich auf’s Gelände und somit richtig los.

2. Der Weg ist das Ziel

Endlich am Festivalgelände

Endlich am Festivalgelände

Ein oft unterschätzter Teil des Festival­ge­nusses. Die Phase des Rübergleitens vom All­tags­leben in einen Zustand des zunehmenden Chaos. Böse Zungen gehen sogar soweit zu behaupten, dass man auf Festivals die Evolution im Rückwärtsgang beobachten könne – Big Bang bei so manchem Besucher ein­ge­schlossen.*

Während der Anreise bietet es sich an, noch einmal das Line-up zu studieren, die unbe­kannten Bands auszuchecken, die wichtigsten Textstellen in den persönlichen Lieblings­liedern testzugrölen und generell seine Mit­menschen durch akustische Signale darauf hinzuweisen, dass man sich auf dem Weg zu einer Konzertveranstaltung befindet.

Die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel ist dabei dringend zu empfehlen, denn allein schon der Gedanke, dass die meisten Leute in die Arbeit fahren müssen, während man selbst Spaß haben wird, ist den Fahrpreis wert.

3. Welcome to the Jungle

Endlich am Festival angekommen – oder doch nicht? Großfestivals zeichnen sich vor allem auch dadurch aus, dass es vom Parkplatz bis zu den Konzertbühnen noch Kilometer sein können. Zigtausende Besucher benötigen eben auch zigtausende Parkplätze. Das eigene Gefährt hier wiederzufinden kann zu einer echten Challenge werden. Deshalb gleich beim Parken darauf achten, sich markante Geländemarkierungen zu merken. Für den technikbegeisterten Festivalbesucher gibt es allerdings auch eine etwas elegantere Methode: Die meisten Navigationsgeräte können sich mittlerweile die Parkposition merken.

Die nächste Hürde muss – wortwörtlich – überstanden werden: die Bänderausgabe. Hier empfiehlt es sich, gute Schuhe zu tragen, denn bei den stattfindenden Drängelein und Platzkämpfen kann es schon vorkommen, dass man sich gegenseitig auf die Füsse tritt.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Nachdem man sich von den Securities noch begrapschen hat lassen, geht es rein auf’s Festivalgelände. Nun gilt es einen optimalen Zeltplatz zu ergattern. Mein persönlicher Tipp lautet hier: Je weiter hinten auf dem Gelände, desto mehr Ruhe hat man(Bin halt schon ein älteres Semester.).

Dringend abraten möchte ich vor folgenden Plätzen: Erstens, direkt neben den Wasch­stellen und zweitens direkt neben Toiletten. Auf den ersten Blick wirken diese Orte sehr prak­tisch, doch nach spätestens einem Festivaltag offenbart sich der damit verbunde Horror. Wer’s nicht glauben will, betrachte einfach das neben­stehende Bild.

Abschließen möchte ich diesen Guide mit ein paar grundlegenden Tipps:

  • Festivals sind auch ein Schlaraffenland für Freetarier. Neben den Hauptgehwegen findet man eigentlich alles was man zum Überleben braucht. Besonders schwere Getränkedosen und -flaschen werden von den geschwächten Festivalbesuchern originalverpackt geopfert, wenn sie die weiten Gehwege nicht mehr bewältigen können.
  • Auch wenn es uncool ist: Gehörschutz verwenden!
  • Das Personal auf Festivals besteht oft aus Norddeutschen. Aus diesem Grund sollte man den Satz „Ein großes Bier, bitte.“ unbedingt beherrschen.
  • Zu fortgeschrittener Stunde sollte man die Dixieklos nicht mehr alleine besuchen. Grund hierfür ist der, bei einfachen Primaten durchaus beliebte Brauch, die Kabinen durch Schütteln zum Umkippen zu bringen.
  • Teilt sich während eines Konzertes das Publikum wie das Rote Meer vor Moses, so sollte man den entstandenen Leerraum so schnell als möglich verlassen. Dieses gruppendynamische Phänomen wird landläufig als Wall of Death bezeichnet.

P.S.: Hier findet ihr alles was das Festivalbesucherherz erfreut und bei weitem mehr, als die Festivalveranstalter am Gelände erlauben.

Anregungen, Kritik, Verbesserungsvorschläge und Kommentare werden natürlich gerne angenommen.

* Selbst das Flying Spaghetti Monster soll schon des Öfteren gesichtet worden sein.