Festival Survival Guide Teil 1

Sommerzeit ist Festivalzeit. Zu zigtausenden fällt die partywütige Meute in ar­chi­tek­to­nisch eher wenig ansprechenden Teilen des Landes ein, um sich dort unter Bedingungen, die sonst nur in Flüchtlingslagern und Bürger­kriegs­län­dern herrschen, kollektiv ihrem Individualismus hinzugeben – vollkommene Überreizung der Synapsen aufgrund von Überstimulation inbe­griffen.*

Festivalromantik pur

Festivalromantik pur

Objektiv betrachtet sind Großfestivals eigent­lich kein Spaß – die Hitze ist unerträglich, reines Trinkwasser ist knapp (im gekauften Bier aber unerklärlicherweise vorhanden), die Preise sind übertrieben teuer, die Wegstrecken zwischen den Bühnen erinnern an einen Halbmarathon und dem Wohlfühlbauch kann man aus hygienetechnischen bzw. platz­angst­bedingten Gründen beim Wachsen zusehen.

Um den Frust am Festivalgelände möglichst klein zu halten, hier nun der 1. Teil des be­wusst subjektiv gehaltenen Festival Survival Guides. (Anmerkung: Sämtliche, hier an­ge­führten Erkenntnisse wurden in mühsamen und überaus kostspieligen empirischen Feld­studien gesammelt.)

1. Logistik und Ausrüstung spielen auch auf dem Festival Schlachtfeld eine entscheidende Rolle

  • Tickets einpacken. No na, doch nichts ist zermürbender als nach stundenlanger Anreise festzustellen, dass die Eintrittskarten noch zuhause sind.
  • Schlafsack und Zelt überprüfen. Sicherstellen, dass die Imprägnierung noch was taugt. In einem undichten Zelt, in einem naßen Schlafsack zu liegen ist äußerst unangenehm. Auch geteilte Not macht hier nur die halbe Freud‘.
  • Gutes Schuhwerk einpacken. Es wird oftmals unterschätzt, welche Strecken auf einem Festivalgelände pro Tag zurückgelegt werden müssen.
  • Taschenlampe oder Stirnlampe nicht vergessen.
  • Pflaster oder Erste-Hilfe-Koffer
  • Gaffa-Tape und Kabelbinder – damit kann man im Grunde alles reparieren.
  • Taschenmesser oder Leatherman
  • Müllsäcke – können als Kleidung, zum Trockenhalten der Ausrüstung, zum Flicken des Zelts und zum Beseitigen von lästigen Nachbarn verwendet werden.
  • Klopapier
  • Feuchte Reinigungstücher – können in der Not das Duschen ersetzen und spenden im Hochsommer Kühlung
  • Desinfektionsspray – Stichwort TOI TOI toi am Dixi-Klo
  • Sonnenbrille, Kopfbedeckung (wenn’s sein muß auch eine „witzige“), Sonnenschutz – die Sanis sind euch dafür sicher dankbar.
  • Gehörschutz – nicht sehr cool, doch besser als man stopft sich Taschentücher in die Ohren.
  • Regenschutz, Gummistiefel und sonstige für den persönlichen Schutz vorgesehene -waren.
  • Rucksack mit breiten Trägern, den man ohne Probleme längere Zeit tragen kann.
  • Faltkanister fürs Trinkwasser
  • Überflüssigen Balast zuhause lassen – Lebenspartner mit Hang zur Nörgelei in anstrengenden Situationen inbegriffen. Der Freundeskreis weiß das zu schätzen.

Bis zum Erscheinen des 2. Teils könnt ihr euch ja schon mal die nötige Ausrüstung zusammenstellen. Hier findet ihr alles was das Festivalbesucherherz erfreut und bei weitem mehr, als die Festivalveranstalter am Gelände erlauben.

P.S.: Anregungen, Kritik, Verbesserungsvorschläge und Kommentare werden natürlich gerne angenommen.

* Angeblich gibt es vereinzelt auch Festivalbesucher, die wegen der Musik hinfahren.