Epson WorkForce Pro: Billiger als ein Laser?

Epson versucht seit einigen Monaten mit den markigen Spruch „Bye Bye Laser“ Privatkunden und Kleinunternehmer von seinen Tintenstrahldruckern der Workforce Serie zu überzeugen. Die Idee hinter diesen Printern ist einfach: angeblich sollen sie im Betrieb (und natürlich in der Anschaffung) billiger sein, als ein Laserdrucker. Diesem Versprechen bin ich einmal nachgegangen, und habe mir angesehen, ob denn das zumindest nachvollziehbar ist.

Das Versprechen klingt ja interessant: Epsons Workforce Pro Drucker sind also günstiger (auf die Seite heruntergerechnet) als ein Laser? Wenn dem so ist, dann sind ja alle Betriebe wie wir schön dumm immer noch riesige Laserkisten in den einzelnen Büros stehen zu haben. Und genau da kommt die erste Einschränkung: Epson vergleicht seine B2B-Units nicht mit den bekannten großen Laserkisten von Xerox und Co, sondern geht auf bauähnliche Typen von HP, Canon oder Samsung los. Noch konkreter heißt es da im Kleingedruckten: „Im Vergleich zu den Top 10 der im ersten Quartal 2011 in EMEA verkauften DIN A4-Farblaserdrucker und Multifunktionsgeräte, ermittelt von IDC.
(Quelle: Epson-Website).

Also gut, wir vergleichen also Kompaktlaserdrucker im Farbsegment mit den Epson-Geräten. Was sich auf den ersten Blick wie eine massive Einschränkung liest, wird bei genauerer betrachtung und auf Nachfrage bei den verantwortlichen Keyaccounts von Epson schon etwas klarer und vor allem logisch. Denn es macht ja nur Sinn Birnen mit Birnen und Äpfel mit Äpfel zu vergleichen. Zudem wäre es technisch kaum möglich die großen Standdrucker und -kopierer mit einem einfachen Titenstrahldrucker zu ersetzen. Das will und kann Epson nicht.

Epson Workforce Pro 4025

Epson Workforce Pro 4025

Okay, was ist also dran an der Geschichte, bzw. wie wird gerechnet und wie nachvollziehbar ist das Ganze? Zuerst muss definiert werden, was hier gerechnet wurde. Epson geht dabei den Weg alle Kostenfaktoren gegenüber zu stellen: also Kosten für papier (ist natürlich normalerweise für beide Gerätetypen gleich), Kosten für Tinte bzw. Toner, Kosten für etwaig auszutauschende Verschleißteile, Kosten für Strom, usw. usf.
Ebenfalls eingerechnet wird in den Vergleich wie oft wie viel in Farbe ausgedruckt wird. Ganz schön viele Parameter, die ich persönlich nur schwer nachvollziehen kann bzw. bei denen ich nicht weiß, ob die Daten und Fakten so zu 100% stimmen.

Dennoch besteht Epson darauf, dass der Vergleich wasserdicht ist, und absolut den Fakten entspricht. Was für die Darstellung durch den japanischen Druckergiganten spricht: wären die Zahlen gefaked, dann gäbe es bereits genügend Unterlassungsklagen durch die Mitbewerber und entsprechende Urteile und Verfügungen. Dem ist nicht der Fall, weshalb ich jetzt einfach mal die Parameter und die Richtigkeit der Berechnung als richtig annehme. Ein eigener Druckkostenrechner auf der Website von Epson soll zudem die Richtigkeit der Angaben unterstreichen.

Epson Workforce Pro 4545

Epson Workforce Pro 4545

Je nachdem, welches Farblasermodell man nun mit den Workforce-Geräten von Epson vergleicht, kommt bei verschiedenen Nutzungstypen eine Ersparnis von 10% bis zu 50% heraus. Eigentlich sehr beachtliche Zaheln, wie ich finde. Dabei verspricht Epson aber noch mehr: der gleiche Komfort wie beim Laser! Also nicht nur schneller Druck, sondern auch noch sofort getrocknete Tinte, welche umgehend ohne zu verschmieren gleich nach Druck mit Marker und Co nachbearbeitet werden kann. Geht aber nur mit der Original „Durabrite“-Tinte von Epson.

Was mich sofort nochmals zurück zu der oben bereits erwähnten Rechnung bringt: wenn die Zahlen von Epson für den Vergleich wirklich so stimmen wie angegeben, dann müsste mit Nachbautinte der Seitenpreis ja noch weiter gesenkt werden können. Dafür hat man dann eben die erwähnte Schnelltrocknung und sofortige Weiterbearbeitung des Gedruckten nicht.
Der Vergleich bezieht sich – soweit ich das nachvollziehen kann – ausschließlich auf den Einsatz als Drucker, nicht aber auf die restlichen Funktionen eines modernen Multifunktionsgerätes wie Faxen, Scannen oder Kopieren. Ob hier die Workforce-Serie mit einem Laser mithalten kann, ist daher fraglich.

Fazit: laut Recherche dürften die Zahlen von Epson stimmen. D.h. vergleicht man ganzheitlich, so haben die Drucker der „Workforce pro“-Serie gegenüber herkömmlichen A4-Multifarblasern die Nase vorne. Für KMUs, Ein-Mann-Betriebe, Übernachtungsbetriebe und dergleichen, ebenso wie für Studenten oder Lehrer eine durchaus gute Überlegung hier umzudenken, und anstatt des üblichen Farblasers lieber ein (Semi)Profi-Gerät von Epson sich anzuschaffen. Für große Unternehmen und Büros hingegen sehe ich keinen klaren Vorteil, da hier oftmals andere Dinge wie regelmässige Wartung durch Externe oder eben Druckvolumen anders bewertet werden! Die gesamte range (inkl. der erwähnten Workforce-Serie) findet ihr übrigens bei unseren Tintenstrahl-Multifunktionsdrucker von Epson!



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