Elektromobilität als Lösung für die Zukunft?

Die Mobilität ist derzeit im Umbruch und der Trend in Richtung Elektrofahrzeuge in vollem Gange. Staaten fördern diesen Umbruch mit Steuernachlässen und Dieselfahrverboten, um die neue Art der Fortbewegung noch attraktiver zu gestalten. Doch was sind nun überhaupt die Vor- und Nachteile der Elektromobilität? Welche Folgen hat das für die Umwelt? Gibt es noch andere Alternativen zu den herkömmlichen Verbrennungsmotoren?

Heute möchte ich gerne auf das Thema eingehen und die oben genannten Fragen beantworten.

Geschichte des Automobils

Vor 133 Jahren, am 29. Januar 1886, meldet Carl Benz sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an. Die zugehörige Patentschrift gilt somit als die Geburtsurkunde des Automobils. Ein Nachbau vom ursprünglichen Fahrzeug ist in dem unten eingebetteten YouTube-Video vom Nutzer Veritasium zu sehen.

Danach entwickelte sich das Ganze erst langsam und später immer rasanter weiter. 1950 betrug die Anzahl privater Autos auf der ganzen Welt gerade einmal 53 Millionen, 1997 waren es schon etwa 640 Millionen PKW auf den Straßen der Welt. Im Jahr 2015 war der Stand der registrierten Kraftfahrzeuge mit 1,3 Milliarden Stück so hoch, wie nie zuvor. Wie viele Autos mittlerweile unterwegs sind, lässt sich nur schätzen.

Die Umwelt als Opfer des Automobils

Höhere Flexibilität, Mobilität, Zeitersparnis, aber auch die Gewohnheit sind alles Gründe, die für ein eigenes Verkehrsmittel sprechen. Doch genau diese Art der Fortbewegung hat auch ihre dunkle Seite: Die massive Umweltbelastung durch Luftverschmutzung.

Die erwähnte Luftverschmutzung ist ein globales Problem und wird durch die Emission verschiedenster Schadstoffe in die Atmosphäre verursacht. Zu einem großen Teil trägt auch der individuelle Personenverkehr maßgeblich dazu bei. Durch die Verbrennungsprozesse in Automotoren entstehen durch Benzin oder Diesel schädliche Gase und Feinstaub.

Nicht nur für den Mensch, auch für die Umwelt hat der Verkehr ernsthafte Folgen: Smog, der Klimawandel und Ernteschäden durch Ozonbelastung, um nur einige Beispiele zu nennen, hinterlassen auf der ganzen Welt ihre Spuren.

Bild: Tumisu, Quelle: Pixabay, Lizenz: Pixabay License

Geschichte der Elektromobilität

Was viele jedoch gar nicht wissen, die Geschichte des Elektroautos startete eigentlich schon viel früher. Es wird angenommen, dass zwischen 1832 und 1839 das erste Elektrofahrzeug in Aberdeen entwickelt wurde, was viele Jahrzehnte vor dem ersten Kraftfahrzeug von Carl Benz liegt. Außerdem waren die ersten Elektro-Straßenfahrzeuge bereits im Jahre 1881 unterwegs und hatten zwischen 1896 und 1912 ihre große Zeit, bevor sie vom Markt verdrängt wurden.

Warum konnten sich Elektroautos nie wirklich durchsetzen?

Ab 1910 sank die Nachfrage nach Elektroautos drastisch. Das Starten von Benzinern durch das Betätigen eines Anlassers anstelle des Ankurbelns war einfach viel bequemer. Die sehr viel größere Reichweite und das Angebot billigen Öls für Benzin waren zusätzliche Faktoren für den Nachfragerückgang. Und überhaupt, wer möchte schon sei Auto stundenlang aufladen, um weiterfahren zu können?

Mit Modellen unterschiedlicher Firmen – wie zum Beispiel Tesla – begann allerdings 2005 eine neue Generation der Elektrofahrzeuge.

Natürlich gibt es Vorteile der Elektromobilität:

  • lokal kein Ausstoß von CO2-Emissionen und somit bessere Luft in Städten
  • geringere Betriebskosten: Strom ist günstiger als Benzin oder Diesel
  • E-Autos weisen weniger Verschleiß auf
  • Unterhaltskosten durch Steuervergünstigungen niedriger
  • geräuscharmes Fahren

Dem gegenüber stehen allerdings (noch) einige Nachteile:

  • Fehlende Infrastruktur der Ladesäulen
  • höherer Kaufpreis
  • begrenzte Reichweite
  • Herstellung von Batterien ist sehr umweltschädlich
  • lange Ladedauer der Batterien
  • Arbeitsplätze könnten wegfallen

Bild: Markus_Roider, Quelle: Pixabay, Lizenz: Pixabay License

Richtiger Grundgedanke hinter dem System?

Der Gedanke hinter dem ganzen System der Elektromobilität ist meiner Meinung nach richtig. In der Bevölkerung muss endlich ein Umdenken geweckt werden. Die natürlichen Ressourcen der Erde werden seit Jahren abgebaut. Die fossilen Brennstoffe sind begrenzt, Benzin- und Dieselpreise steigen immer weiter an. Warum also nicht elektrisch fahren, mit einer Batterie, die man immer wieder aufladen kann? Ganz so einfach ist es leider nicht. Es besteht der Schein, dass man emissionsfrei unterwegs ist, das trifft allerdings nur bedingt zu.

Die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien ist sehr ressourcen- und rohstoffintensiv. Der „grüne“ Strom reicht oft nicht aus – Es wird zusätzlich Strom aus Kohle- oder Erdölkraftwerken genutzt.

„Für die Herstellung einer einzelnen Batterie wird durch verschiedene Faktoren so viel CO2 erzeugt, dass ich 3-5 Jahre mit einem normalen Verbrennungsmotor fahren kann“, erklärt Roland Baar, Professor für Fahrzeugantriebe, in einem Interview mit „DasErste“. Das heißt also, Elektromobilität ist bestenfalls lokal emissionsfrei und das ganze System noch nicht bis zum Ende durchdacht bzw. ausgereift.

Damit das System vollständig auf die Elektromobilität umgestellt werden kann, müssen folgende Dinge zutreffen:

  • Es steht genügend grüner Strom für die Herstellung der Batterien zur Verfügung.
  • Die Batterien werden aus nachhaltigen Ressourcen gebaut.
  • Elektroautos müssen genauso leistbar sein, wie klassische Fahrzeuge.

Die wirklich „grüne“ Alternative

Das Fazit: Die Frage, welches Auto nun am umweltfreundlichsten ist, bleibt nach wie vor offen.

Die langfristige Lösung könnten Motoren mit Brennstoffzellen sein, die durch Wasserstoff angetrieben werden. Der Vorteil hierbei ist, dass die Mobilität weiterhin so gestaltet werden kann, wie bei normalen Verbrennungsmotoren. In nur drei Minuten ist vollgetankt und damit lässt sich zirka 500 Kilometer weit fahren.

Allerdings ist auch diese Form der Mobilität noch nicht ausgereift und bedarf noch Einiges an Forschung und Entwicklung. In Österreich zum Beispiel gibt es nur vier Tankstellen, an denen Wasserstoff angeboten wird. Und auch der Preis spielt eine wichtige Rolle: Knapp 78.000 Euro kostet momentan ein Auto mit Brennstoffzelle.

Sobald für die Herstellung von Wasserstoff genug grüne Energie zur Verfügung steht, könnte dies also die Antriebsquelle der Zukunft sein, doch der Weg bis dahin ist noch lang. Seien wir also gespannt, welche Innovationen es in der nahen Zukunft gibt und in welche Richtung sich unsere Mobilität bewegt…

Wie steht ihr zu dem Thema? Teilt uns in den Kommentaren eure Meinung mit und lasst und gemeinsam diskutieren!



Ein Kommentar

  • Bernhard Matschl sagt:

    Das Brennstoffzellenfahrzeug die Zukunft sind ist aus der Luft gegriffen. Diese Technik gibt es mittlerweile bereits Jahrzehnte und hat den Durchbruch noch immer nicht geschafft. Die Ressourcen für eine Brennstoffzelle sind immens teuer, zudem ist der effizienzgrad kaum besser wie von einem neuen konventionell betrieben Fahrzeug. Weiters ist eine flächendeckende Wasserstoff Versorgung unbezahlbar, aktuell kostet eine Anlage (für 1 Fahrzeug) ca. 1 Mio. Euro. Eventuell hat diese Technik Zukunft, wo eine hohe Energiedichte von Nöten ist. -> LKW, Landwirtschaft, usw …

    Gerne steht euch der ElektroMobilitätsClub Österreich (EMC Austria) für weitergehende Fragen jederzeit gerne unter info@emcaustria oder http://www.emcaustria.at zur Verfügung.

    DANKESCHÖN!

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