Drohnenführerschein in Österreich: Was hat es damit auf sich?

Ab 31.12.2020 gelten in der gesamten Europäischen Union einheitliche Regelungen für die zivile Drohnennutzung: Wer in Österreich künftig eine Drohne steuern will, braucht dafür ab dem kommenden Jahr einen speziellen Drohnenführerschein. Welche Vor- und Nachteile entstehen dadurch und welche potentiellen Gefahren bringt die neue Regelung? In diesem Blog-Beitrag erfahren Sie die relevanten Infos zu der neuen EU-Verordnung.

Einheitliche Kategorisierung für Drohnen

Aufgrund der neuen Regelung werden Drohnen künftig in die drei Kategorien „offen“, „spezifisch“ und „zertifiziert“ unterteilt. 80% der privaten und gewerblichen Anwendungen fallen unter die Kategorie „offen“.

Ab 31. Dezember 2020 müssen alle Drohnen mit einer Kamera, oder einem Gewicht von 250 Gramm oder höher online registriert werden. Die Piloten erhalten eine eindeutige Betreibernummer, die ebenfalls auf der Drohne vermerkt werden muss. Die aktuell erforderliche Betriebsbewilligung durch die Austro Control fällt weg.

Verpflichtender Drohnenführerschein

Allerdings müssen die Piloten in Zukunft eine Einschulung mit abschließendem Online-Test bei der Austro Control absolvieren. Im Rahmen des Tests werden rund 40 verschiedene Fragen zu den Themenbereichen Flugsicherheit, Luftrecht, menschliches Leistungsvermögen, Betriebsverfahren und allgemeine Kenntnisse zur Drohne und Luftsicherheit gestellt. Nach erfolgreichem Absolvieren des Tests wird ein Zertifikat ausgestellt, welches fünf Jahre in der gesamten EU gültig ist. Kurse können bei Unternehmen wie dem ÖAMTC, dem WIFI Österreich oder der U-ROB GmbH absolviert werden.

Die Registrierung einer Drohne kostet 28 Euro. Bei komplexeren Flugvorhaben können für die notwendigen Kurse höhere Kosten entstehen.

Fotoquelle: EU-Drohnenführerschein | U-ROB GmbH

Altersbeschränkung für Piloten

Die Altersbeschränkung für das Steuern der Drohnen und somit auch das Mindestalter für den Drohnenführerschein liegt bei 16 Jahren, die EU-Verordnung sieht jedoch einige Ausnahmen (beispielsweise für „Spielzeugdrohnen“) vor. Für den Betreiber der Drohnen ist derzeit ein Mindestalter von 18 Jahren vorgesehen, heißt es von der Austro Control. Angehende Piloten erfahren in unserem Beitrag „Quadrocopter fliegen lernen“ alle wichtigen Infos, damit der erste Start gelingt!

Drohnen-App der Austro Control

Austro Control empfiehlt zudem die Installation der Drohnen-App des Drone Competence Centers, die umfangreiche und standortbezogene Auskunft über Flugverbotszonen liefert und damit vor unwissentlichen Gesetzesübertretungen schützt. Die App ist unter dronespace.at downloadbar.

Ab 2021: Keine Prüfung der Drohnenversicherung

Bis 2020 erfolgte die Drohnenbewilligung nur mit aufrechter Versicherung. Die neue Verordnung allerdings erleichtert die Registrierung durch ein simples Einreichen eines Onlineverfahrens. Im Zuge dieser Vereinfachung wird zwar auf die Versicherungspflicht hingewiesen, allerdings erfolgt keinerlei Prüfung der Versicherungspolizze. Ob die vom Betreiber angegebene Polizze den gesetzlichen Vorgaben entspricht, oder eine Schadensdeckung beinhaltet, überprüft die Seite nicht. Wird keine oder keine ausreichende Versicherung abgeschlossen, so müssen die Piloten im Ernstfall für einen Personen- oder Sachschaden selbst die Kosten übernehmen.

Austro Control kann nicht mehr kontrollieren

Das eben genannte Problem im Versicherungsschutz entsteht aus dem Aufeinandertreffen zweier verschiedener Systeme. Gemeint sind die Vorgaben der neuen EU-Verordnung, sowie die nationalen Versicherungsbestimmungen in Österreich laut Luftfahrtgesetz (LFG).

Denn gemäß der neuen Drohnenregistrierung müsste in der Kategorie mit den meisten registrierten Drohnen (offen bis 250 Gramm) lediglich der Betreiber als Person bzw. Firma erfasst werden, nicht aber dessen einzelne Drohnen. Sprich, es besteht national nach wie vor die Versicherungspflicht für die einzelnen Geräte, doch die Austro Control verfügt dann nicht über ein eigenes Register, um die Versicherungspflicht zu überprüfen.

Was heißt das genau?

Durch den verpflichtenden Führerschein bekommt man ein Gefühl für die Drohne und die Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu verursachen sinkt. Da sich Drohnen rasant entwickeln ist es sinnvoll, nach fünf Jahren erneut einen Kurs abschließen zu müssen. Die neue Verordnung ist zu einem gewissen Teil eine Erleichterung für den Anwender, allerdings birgt sie auch Gefahren. Wichtig ist, dass eine passende Versicherung abgeschlossen wird, damit im Schadensfall niemand auf den Kosten sitzen bleibt.


Produkte, die Sie interessieren könnten