Die ersten Handys – so fing alles an

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Die Geschichte des Handys ist eine Geschichte unzähliger Modelle (Quelle: Screenshot: How Did We Get Here? The History of the Cell Phone)

Die Entwicklung vom Handy zum Smartphone ist zweifellos eine Erfolgsgeschichte.

Und was war dein erstes Handy?

Auf diese Frage weiß fast jeder eine Antwort und kann noch Jahrzehnte später Marke und Modell seines ersten Mobiltelefons nennen. Scheinbar verbindet jeder eigene Erlebnisse und Erinnerungen mit seinem Einstieg in die Welt der Handys. Als Antwort auf die Frage nach dem ersten Handy fallen teils immer wieder die gleichen Modellbezeichnungen. Der Grund dafür: Früher hatte jede Generation sozusagen ihr eigenes Handymodell. Das lag daran, dass die Hersteller nicht in dem kurzen Abstand wie heute neue Modelle auf den Markt warfen. Die Erscheinung eines neuen Modells war damals nicht ein stetig wiederkehrendes Ereignis. Zudem legten sich die Nutzer nicht im Jahres- oder Zweijahresrhythmus das neueste Modell zu. Nein, man behielt sein Telefon gut und gerne drei oder vier Jahre. Viele Handymodelle waren auch wirklich vier bis sechs Jahre lang auf dem Markt und verkauften sich solide über den gesamten Zeitraum hinweg. Das wäre heute unvorstellbar, wo ein ein Jahr altes Handy schon nicht mehr aktuell ist. Daran sieht man, wie sehr sich die Entwicklung von Mobiltelefonen beschleunigt hat.

Vom Handy zum Smartphone – Erfolgsgeschichte mit Umwegen

Der größte Veränderungsprozess war die Entwicklung vom Handy, vom reinen mobilen Telefon, hin zum Smartphone. Aber gehen wir doch mal ganz an den Anfang der Geschichte: Das erste Mobiltelefon kam bereits 1973 auf den Markt. Weite Verbreitung fand die Mobiltelefonie damals noch nicht. Das erste mobile Telefon, das DynaTAC 8000X, stammte vom Hersteller Motorola. Dieses Gerät hatte die stattlichen Dimensionen von 195 x 40 x 80 mm mit einer 200 mm Antenne und wog ein Kilo. Könntet ihr euch vorstellen, mit einem ein Kilo schweren schwarzen Kasten mit 20 cm Antenne herumzulaufen? Auch das typische Aufbewahren des Handys in der Hosentasche ist bei diesen Abmessungen wohl nicht so praktisch. Besonders beliebt war dieses ziemlich teure Pioniermodell wohl kaum, denn:

„Es hat zwar nur eine Batterielaufzeit von 20 Minuten, was aber auch nicht weiter tragisch ist, denn länger kann man das Telefon sowieso nicht hochhalten.“

So fasste der Erfinder Dr. Martin Lawrence Cooper die wesentlichen Eigenschaften des DynaTAG 8000X zusammen. Bis in das Jahr 1992 wurde die Weiterentwicklung von Mobiltelefonen von Motorola dominiert. Dem DynaTAC 8000X folgten weitere, ähnlich klobige Knochen. Im Jahr 1992 betraten dann Nokia und IBM die Spielfläche und mischten in der Handywelt mit.

Das erste Smartphone

Schon 1993 kam das Gerät auf den Markt, welches heute, im Rückblick, als erstes Smartphone der Welt bezeichnet wird. Jetzt fragt ihr euch bestimmt: Warum gab es damals bereits Smartphones und ich habe nichts davon mitbekommen, geschweige denn eines dieser Geräte besessen? Das liegt einfach daran, dass der Simon Personal Communicator von IBM/Bell South nicht den heutigen Vorstellungen von einem Smartphone entsprach. Es handelte sich dabei um eine Kombination aus Telefon und PDA – wer vergessen hat, was das war: Ein PDA ist ein Personal Digital Assistent, eine schöne Umschreibung für smartes Telefon. Der Simon war zugleich das erste Touchscreen Handy der Welt. Während wir alle noch auf Handytastaturen herumtippten, gab es also bereits ein Touchscreen Handy. Der Verkaufspreis des Simon betrug allerdings auch satte 900 Dollar. Wichtige Funktionen des Simon waren Email, Fax und Kalender.

IBM Simon Personal Communicator (1993) - the first smartphone - Computer History Museum

Das erste Smartphone – der Simon Personal Communicator. (Quelle: „IBM Simon Personal Communicator (1993) – the first smartphone – Computer History Museum.jpg“ von Wikipedia, LIzenz: CC BY 2.0)

Innovationen am laufenden Band

Nach dem Simon folgten jedes Jahr neue Innovationen. Unter den Herstellern war ein regelrechter Wettstreit entbrannt, wer das erste Mobiltelefon für den Massenmarkt entwickeln wird. Auch Siemens war inzwischen in diesen Entwicklungswettbewerb eingetreten und ist für das erste Handy mit Kurznachrichtenfunktion, das S3 im Jahre 1995, und das erste Handy mit Farbdisplay (nur 4 Farben), das S10 im Jahr 1997 verantwortlich.

Die Erfolgsmodelle 3210 und 3310 von Nokia

Einige der Nachfolger des Nokia 3210.

Einige der Nachfolger des Nokia 3210 (Bild: 2008.11.05 – My life story told by the cellphones I’ve owned von Adrian Clarke ; Lizenz: CC BY-ND 2.0).

In den folgenden Jahren erarbeitete sich Nokia eine solide Marktposition und etablierte sich als einer der erfolgreichsten Mobiltelefon-Hersteller der damaligen Zeit. Von dieser dominanten Position ist heute nicht mehr viel übrig geblieben, wie wir alle wissen. Damals aber ging DAS Handy für die breite Masse auf das Konto von Nokia. Das Nokia 3210 wurde mehr als 160 Millionen mal verkauft und ging damit in die Technikgeschichte ein.

Auf diesem Erfolg baute der Konzern auf und entwickelte einige Nachfolger wie zum Beispiel das ebenfalls weitverbreitete Nokia 3310. Diese Reihe an Handys brachte einige Besonderheiten mit sich, die bis heute unvergessen sind. Zum Beispiel waren da die austauschbaren Handyhüllen. Damit brach ein wahrer Boom los, jeder wollte sein Handy mit einer der bunten Austauschhüllen aufpeppen. Außerdem war da eines der simpelsten und dennoch beliebtesten Handyspiele aller Zeiten: Snake – die Schlange, die möglichst viel fressen muss und dabei immer länger wird. Durch die bescheidene Grafik der damaligen Zeit war diese „Schlange“ eigentlich nichts weiter als ein schwarzer Strich – da war einfach Fantasie gefragt.

snake

Ein Klassiker unter den Handyspielen: Snake (Quelle: Screenshot: Snake game on Nokia finally beaten)

Neben bunten Handyhüllen und Snake-Rekorden gab es eine weitere Funktion, die sich großer Beliebtheit unter den Jugendlichen erfreute: Polyphone Klingeltöne. Standardklingeltöne waren out, man lud sich lieber für etwas Geld andere, nicht viel besser klingende Melodien herunter. Dieser Hype steigerte sich von den 90er Jahren bis ins Jahr 2005. Auf dem Höhepunkt des Trends machten Firmen wie Jamba Millionen Umsatz über Klingeltonabos.

Bluetooth, Kamera, Radio – Schritt für Schritt zum Allroundgerät

Weitere Innovationen ließen in den 2000er Jahren nicht lange auf sich warten: Bald gab es das erste Handy mit Fotokamera, dann das erste Handy mit Videokamera. Die Radiofunktion wurde integriert. Irgendwann kam der erste Farb-Touchscreen. Das erste Handy, welches Internet-Seiten darstellen konnte, kam 1999 auf den Markt. Auch Bluetooth kam relativ früh dazu. Eine weitere Revolution war das erste iPhone im Jahre 2007. Kurz darauf folgte das erste Handy mit Android-Betriebssystem. Und dann sind wir eigentlich schon fast bei dem Status, wie wir unser Smartphone heute kennen. Klar, kommen immer neue Apps auf den Markt und Innovationen wie z.B. Kantendisplays. Dennoch – wir warten auf die nächste wirklich bahnbrechende Revolution. Die Geschichte des Handys zeigt, welche Entwicklungsschritte in kurzer Zeit möglich sind.

Zum Schluss die unvermeidliche Frage: Welches war dein erstes Handy?

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