Die „besessene Hand“ – werden wir in Zukunft so zum Guitar Hero?

Ein Instrument zu lernen erfordert jahrelanges Üben. Wurde einem ein gewisses Talent nicht in die Wiege gelegt, fällt die autodidaktische Selbstausbildung schon mal flach. Und wer richtig gut werden will, kommt bald ohne professionelle Hilfe nicht mehr weiter. Nun, das könnte alles bald der Vergangenheit angehören – sieht man sich an, woran an der Universität von Tokio gerade getüftelt wird.

Mit der „PossessedHand“ (Besessene Hand) soll es gelingen, ein Instrument zu spielen, ohne es jemals gelernt zu haben. Durch eine Computer gesteuerte Manschette wird dem lernenden über Elektroden, sozusagen durch Stromstöße, beigebracht wozu er bislang nicht fähig war. Das Signal sei so stark, dass Finger oder Handgelenk automatisch die gewünschte Position einnehmen bzw. Bewegung durchführen. Die Erfinder behaupten, dass es sich wie eine schöne Handmassage anfühlt. Die Meerschweinchen aus der Versuchsreihe würden das Gefühl jedoch vermutlich anders beschreiben.

Guitar Hero
Ob wir tatsächlich alle durch ein derartiges Gerät bald zum Gitarrenprofi werden können, bleibt abzuwarten. Dass viele gerne ein Held auf der Gitarre wären, zeigt der Erfolg der Spielreihe Guitar Hero (53 Millionen verkaufte Spiele). Noch ist die PossessedHand nicht auf dem Markt und das wird wohl auch noch eine Zeitlang dauern. Doch ich bin mir sicher, Sony hat auf das Teil bereits ein Auge geworfen;-)


Medizinisch sinnvoll

Die Anwendungsmöglichkeiten für PossessedHand sind vielfältig und machen natürlich nicht bei Instrumenten halt. Wissenschaftler sind von den Möglichkeiten der PossessedHand begeistert. So könnten beispielsweise Personen, die nach einem Schlaganfall Bewegungen neu lernen müssen, von diesem System profitieren. FOCUS-Online-Redakteur Michael Netsch schreibt: „Das System könne auch für Sport, Handarbeit oder Zeichensprache eingesetzt werden. Mit dem Anschluss der Schultermuskulatur wären sogar komplexere Aufgaben wie das Fliegen eines Hubschraubers ohne Vorkenntnisse möglich.“