IFA: Berlin! Berlin! Wir waren in Berlin!

Die Internationale Funkausstellung in Berlin – kurz IFA – bildet seit Jahren den Höhepunkt im Messekalender der namhaften Hersteller und Anbieter für Consumer Electronics und Weißware. Mehr als 1.500 von Ihnen zeigten von 06.09. bis 11.09.2013 ihre Highlights für die kommenden Monate. Innovationen, frische Ideen bei Technik und Design, aber auch komplette und echte Neuentwicklungen konnten auf der IFA von den mehr als 240.000 Besuchern bestaunt, angegriffen und kurz angetestet werden. Ich war gemeinsam mit 2 Kollegen von Conrad Österreich vor Ort um gemeinsam mit den Kollegen aus Deutschland und der Schweiz die Neuheiten genauer unter die Lupe zu nehmen.

Vorneweg: ich bin am Sonntag nach Berlin mit gedämpften Erwartungen gefahren. Im Vorfeld zur IFA waren ja schon einige technische Neuheiten und Ideen durchgesickert, jedoch – so meine Meinung noch am Sonntag – wird weniges davon wirklich für die breite Masse interessant sein. Heute, einen Tag nachdem ich zu Hause angekommen bin, kann ich leichten Herzens diese Ausgangslage revidieren. Bei so ziemlich jedem Hersteller, den ich besuchte fanden sich etliche Produkte mit durchaus brauchbaren Ansätzen und Innovation – auch für Otto Normalverbraucher. Aber einmal alles der Reihe nach:

Mein erster Besuch galt dem Branchenriesen Philips. Seitdem die TV-Sparte von Philips an die chinesische TP Vision verkauft wurde, hat die ehemalige unangefochtene Nummer 1 in Österreich viel Boden auf die Konkurrenz aus Korea aufgeholt. So wie man es immer von Philips gewohnt war, steht nun wieder Useability und vernünftiges Preis/Leistungsverhältnis im Mittelpunkt. Die Verarbeitung ist bei den TVs wie gewohnt super hochwertig, und die Menüführung am Gerät selbst ist endlich wieder State oft the Art.

Mobile DJ von Philips

Coole Idee von Philips: eine mobile DJ-Einheit mit integr. Boxen

Was mir besonders gut gefallen hat und auch sofort meine Aufmerksamkeit in Beschlag genommen hat: Das Ambilight-System von Philips wurde überarbeitet. In Zukunft können einige TVs mit LED-Birnen von Philips via WLAN gekoppelt werden, und die Ambilight-Steuerung im TV verändert entsprechend des Fernsehbildes die Farbgebung in den Lampen. Der damit einsetzende Effekt bindet das ganze Wohnzimmer beim Filmschauen mit ein, und sorgt so für ein noch intensiveres Ambiente. Ich sage: sehr gute brauchbare Idee! Verfügbarkeit: Ab diesem Weihnachtsgeschäft wird es die ersten solchen TVs geben.

Gleich im Anschluss ging es zu Samsung. TVs und Co sind bei Samsung alt bekannt und nicht umsonst ist Samsung Branchenprimus in Österreich. Lediglich der gezeigte 4K UltraHD TV konnte mich nur bedingt überzeugen. Wobei ich auch meine, dass diese Technik erst am Beginn steht, und ich mich bei diesem Thema auf die Innovationskraft und Detailliebe von Samsung verlasse.

Samsung 110" UltraHD

110″ UltraHD TV von Samsung

Wirklich spannend wurde es dann bei der viel angekündigten und in allen Medien bereits erwähnten Smart Watch. Eine Uhr, die also die Steuerung des Smartphones übernimmt. „Interessante Idee, aber wofür?“, war mein erster Gedanke. Als ich dann endlich einen genaueren Blick auf die Uhr werfen konnte, kamen auch schon die ersten Anwendungsideen. Z.B. ist die Smartwatch eine feine Geschichte für alle, die Sport betreiben und aufs Handy nicht verzichten können. Ebenso eine gute Diebstahlssicherung, kann die Uhr doch das eigene Smartphone komplett sperren, wenn es mehr als 10 – 15m entfernt wird.

Smart Watch

Aus der Hüfte schnell geschossenes Foto von der Smart Watch

Was mich aber persönlich stört, und wo Samsung hoffentlich schnell nachlegen wird ist die Akkukapazität. Mit 315mAh ist dieser wirklich klein geraten (was wohl auch der Kompaktheit der Smartwatch geschuldet ist) und leistet etwa 10h Dienst, bis wieder ein Stromanschluß benötigt wird.
Was aber sonst noch bei Samsung aufgefallen ist: die meisten von uns kennen die Marke aus Südkorea als Unterhaltungselektronik- und Computerspezialisten. Den wenigsten ist bewusst, dass Samsung auch einer der weltgrößten und innovativsten Großweißwarenhersteller ist. Genau mit diesem Sortiment soll nun weiter durchgestartet werden. Wir sagen: sehr gut, da kommt Bewegung in den Markt! Aber wir hoffen auch, dass noch ein Technikschub bei den neuen 4K UltraHD TVs bzw. bei der Smartwatch kommen!

Wer von Euch kennt noch die Marke „Thomson“? Bei SAT-Receivern sollte noch einigermaßen Wiedererkennungspotenzial da sein, auch die älteren Leser unseres Blogs sollten mit dem Markennamen vor allem bei Kompaktanlagen und Fernsehern noch was anfangen können. Nachdem es in den letzten Jahren sehr ruhig um die französische Marke geworden ist, kommt diese nun als echter Vollsortimenter für Unterhaltungselektronik und IT bzw. Smartphones zurück. Mit an Bord ist der in China laut eigenen Angaben größte Hersteller von Fernsehern TCL, der auch bereits für einige andere Marken wie Samsung produziert.

TCL 110" UltraHD

110″ UltraHD TV von TCL

Besonders gut gefallen hat uns die Range an leistbaren aber durchaus hochwertigen Mobiltelefonen. Sehr wertig verarbeitet, gute technische Daten und durchaus auf der Höhe der Zeit. Highlight war in diesem Segment ein extrem flaches, komplett aus Metall gefertigtes 4,3“-Smartphone mit hochauflösendem AMOLED-Display und Quadcore-Prozessor. Nachdem dieses erst wenige Minuten vor unserem Meeting am Messestand von Thomson freigegeben wurde, stand auch noch kein ungefährer Verkaufspreis fest. Aber dem Vernehmen nach soll dieses Modell in jedem Fall preislich klar unter den Marktführern Samsung und Apple angesiedelt werden. Natürlich werden die neuen Geräte von Thomson demnächst auch bei Conrad Österreich verfügbar sein – wir freuen uns jedenfalls bereits darauf.

Ein weiterer Leckerbissen war für mich dann auch der Besuch bei Monster. Auch wenn dort (leider) strengstes Film- und Fotoverbot herrschte und dieses von 2 grimmig dreinblickenden Securities durchgesetzt wurde. Überhaupt: so offen sich alle Hersteller und Aussteller beim Zeigen und Präsentieren gaben, so zugeknöpft waren sie dann wenn es um Fotos ging. Aber zurück zu Monster: hier kommt etwas – wie ich finde – ganz besonderes in den kommenden Wochen. Ein DJ- und Producing-Mixer in der Größe von einer „100er“-Zigarettenschachtel. Mit zwei kleinen Touchdisplays und einigen wenigen Knöpfen stellt das kleine „Mischerlein“ die großen Konkurrenten schön in den Schatten. Sequenzer, Effekteinheit, Fader, Auto Beat und und und sind in dem Wunderwerk eingebaut. Dazu noch ein SD-Slot um direkt im Gerät den Mix aufzunehmen. Das Schöne daran: das Ganze ist unabhängig von der verwendeten Plattform. Anders gesagt kann der Mixer sowohl mit iOS-Geräten als auch mit Android-Units oder eben einem herkömmlichen MP3-Player oder CD-Player gekoppelt werden. Das System ist so ausgelegt, dass man es als kompletter Einsteiger nach nur wenigen Minuten gut nutzen und durchaus auch ausreizen kann. Profis werden vor allem mit den integrierten Produktions-Features ihre wahre Freude haben. Der Preis wird bei 599,– liegen, was aber angesichts der enthaltenen Features und Technik und der hochwertigen Verarbeitung durchaus fair ist.

Das absolute Highlight für mich war aber der Besuch bei Toshiba. Der japanische Vollsortimenter für Consumer Electronics und IT war bereits in den letzten Jahren eine Triebfeder für Entwicklungen rund um TV und Computer. In dieser Rolle dürften man sich offensichtlich wohlfühlen, präsentierte man doch den wahrscheinlich besten 4K Ultra HD Fernseher der gesamten Messe. Warum ich das so sage? Nun, alle namhaften Hersteller hatten solche TVs bei ihren Ständen aufgebaut und präsentiert, jedoch war Toshiba der einzige Hersteller, der dies auch mit einer normalen Zuspielung getan hat. Natürlich haben alle diese Geräte – egal ob nun Samsung, LG, Philips oder eben Toshiba – bei Anspielung mit einem entsprechenden UltraHD-Content ein wunderbares Bild auf den Schirm gezaubert, dennoch traute sich nur der japanische Innovationsleader dies auch mit FullHD- und HD ready-Content. Das Ergebnis bei herkömmlicher Zuspielung konnte sich durchaus sehen lassen. Vor allem der 110“ UltraHD Fernseher von Toshiba konnte bei Anspeisung via FullHD wirklich überzeugen. Bei einem Abstand von geradezu lächerlichen 1,5m waren der Detailreichtum und die Farbbrillanz beeindruckend. Keine Fraktale und Artefakte im Bild, keine Farbveränderungen oder gar Flimmern waren zu erkennen. Im Gegenteil beeindruckte mich das Bild mit Detailreichtum bis hin zu erkennbaren Hautunreinheiten der Hauptdarsteller bei Gesichtsvollaufnahmen. Und nochmals – ich kann es nicht genügend hervorheben – alles mit einer normalen BluRay-Anspielung in FullHD. Was mich mindestens ebenso beeindruckte waren naturgemäß die Preise für die gezeigten Fernseher. Das Modell mit 58“ Bilddiagonale wird € 2990,– kosten, jenes mit 110“ bei € 20.000,– liegen. Die knapp € 3.000,– erscheinen mir persönlich für neueste Technologie und hochwertige Verarbeitung als durchaus gerechtfertigt, bekommt man doch ein wirklich hochwertiges und ausgereiftes Produkt.

Und was ist mit LG? Der zweite große Koreaner wusste vor allem mit seinen OLED-Fernsehern zu beeindrucken. Technisch sind diese zum Teil noch als Studien titulierten Produkte neben der herkömmlichen UltraHD Technologie „the next big thing“. Hauchdünn, extreme Kontrastwerte, spitzen Farbwiedergabe sind nur einige Eigenschaften der OLED-Technologie.
Mindestens ebenso spannend, wenn auch nicht ganz so innovativ bzw. neu waren die ausgestellten neuen Soundbars von LG. Fast jeder von uns kennt das Problem, dass seit dem Aufkommen der Flachbild-Geräte TVs keinen wirklich anständigen Ton mehr produzieren. Umso wichtiger ist vielen Kunden heute schon eine passende Soundlösung zum TV. Nun kommt LG mit einer Soundbar, welche gleichzeitig als Podest für den Fernseher herhält. Dadurch kommt der Ton immer von der richtigen Stelle, und niemand muss sich mehr Gedanken machen wie er nun den Zusatzlautsprecher optimal platziert.

Eine Sache, die mir noch gut gefallen hat: WiDi. Dabei handelt es sich um einen Übertragungsstandard für Tablet- und Smartphone-Inhalte via WiFi. Fernseher, die diesen Standard erfüllen bekommen nun über WLAN einfach die Inhalte des Tablets und des Smartphones ohne viel Herumgetue übertragen. Einige Hersteller kommen nun mit dieser Technologie rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft. Aus meiner pers. Sicht wird WiDi mittelfristig die NFC-Technik für diese Anwendung ablösen, weil einfacher und kostengünstiger umsetzbar.

Fazit: ich habe eingangs geschrieben, dass meine Erwartungen eher gedämpft waren, und dass ich eines besseren belehrt wurde. Alleine diese wenigen hier in meinem Artikel beschriebenen Highlights haben mich zu diesem Fazit veranlasst. Ich habe in den Tagen von Sonntag bis Mittwoch noch vieles mehr an Innovationen, Ideen und technischen Neuerung gesehen und angreifen bzw. probieren können.

Funkturm

Das Wahrzeichen der IFA: der Funkturm

Ihr versteht hoffentlich, dass ich bei weitem nicht alles in diesem Blogartikel unterbringen kann. Ich könnte da wohl eher einen eigenen Blog mit allem was ich gesehen habe eröffnen (was wohl meinen Chefs dann nicht so gefallen dürfte). Gesamt betrachtet muss ich der Branche zugestehen, dass die Hausaufgaben gemacht wurden. Ich habe in der Vergangenheit immer wieder – genauso wie viele meiner Kollegen – kritisiert, dass technische Neuerungen ohne reale Anwendung und Leistbarkeit für den Kunden nichts bringen und eigentlich das Gegenteil von Innvation bedeuten. Hier wurde – so habe ich zumindest das Gefühl – erstmalig mitgedacht und reagiert. Jedoch ist dies nur eine Einschätzung von mir, das Urteil dazu fällt der Kunde und Nutzer – also ihr!


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