6 Fragen/Antworten die beim Kauf von Energiesparlampen helfen

Das Ende der 60 Watt Glühbirne ist in aller Munde und wurde rund um den
1. September auch in den Medien lautstark proklamiert. Die unterschwellige Panik­­­mache war Tageszeitungen zwar einen großen Artikel wert, doch Hamster­­­käufe und frustrierte Lusterbesitzer bemerkte ich in meinem Umfeld keine. Wer mit dem Leuchtmittelkauf noch wartet, bis ihm ein Licht ausgeht, kann inzwischen sechs Fragen und Antworten zu den alten und neuen „Lamperln“ studieren.

1. Darf ich die Fassung verlieren?

Umstellungen sind uns lästig, wenn wir doch eigentlich gerade einen Spontanurlaub planen wollten, um dem herbstlichen Spätsommer zu entfliehen ODER bereits an Weih­nachts­einkäufe denken ODER nach der Arbeit einfach keine Lust mehr haben uns aus der Komfortzone zu rollen. Doch wer will schon im Dunkeln tappen, also beginnen wir mit der Bestandsaufnahme – welche Fassungsgrößen (Sockelgrößen) werden in den Lampen der Wohnung bzw. des Hauses verwendet? Die vermutlich bekannteste Größe heißt offiziell E27 und die kleinere Schraubfassung trägt die Bezeichnung E14.

2. Heizen und leuchten – muss ich auf Glühbirnen wirklich verzichten?

Auch wenn die Produktion der 60W-Glühlampen nun eingestellt wurde (75 und 100 Watt verschwanden 2010 und 2009), gibt es trotzdem noch genug Händler, die noch welche verkaufen. Bevor also vor lauter Energiesparen bereits produzierte Glühbirnen in Lagern verstauben (an Entsorgung wird hoffentlich kein Händler denken), kann man die Nostalgie-Leuchte auch noch nachkaufen. Vielleicht ist es die große Chance …äh, die letzte Chance, sich noch einmal bewusst an einem wirklich heißen Leuchtmittel zu verbrennen. Denn Glühbirnen wandeln nur 5 % der eingespeisten Watt in sichtbares Licht um, der Rest wird verheizt.

3. Sind Energiesparlampen giftig?

Obwohl das etappenweise komplette Glühlampen-Verbot bis 2016 ein Schritt in die richtige Richtung ist, gibt es auch kritische Äußerungen dazu. „Energieverbrauch wird durch Gift ersetzt“ habe ich dazu schon in einem Forum gelesen – ob es sich beim Verfasser um einen Glühdraht-Nostalgiker oder Vorreiter der LED-Zukunft handelte, wird wohl ein Geheimnis bleiben.

Nichts desto trotz steckt hinter dieser Meldung eine Botschaft, da Energie­sparlampen nicht durch eine grüne Verpackung effizienter werden, sondern Quecksilber (chem. Kürzel: Hg) und seltene Erden verwenden, um die Lichtausbeute wesentlich zu erhöhen. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass Kohle-Kraftwerke Quecksilber in die Atmosphäre verpuffen. Was im Endeffekt besser ist, soll jeder für sich entscheiden und auch Frage 5 lesen.
Bei zerbrochenen Sparlampen wird geraten, den Raum gründlich zu lüften und ausgebrannte Energiesparlampen in vorgeschriebenen Sammelstellen dem Recycling zuzuführen (Quecksilber in der Atmosphäre ist da schon schwieriger zu recyceln :-)).

4. „Watt“ soll das jetzt heißen?

Eigentlich gilt auch hier „Nicht die Fassung verlieren“, denn mit Watt kommt man beim Kauf nur mehr bedingt weiter. Unter der Helligkeit einer 60W-Birne konnte sich noch jeder/jede etwas vorstellen, doch jetzt haben die Energiesparlampen weniger Watt. Deshalb stehen auf den Verpackungen nun auch die Lumen (lm), die den Lichtstrom des Leuchtmittels angeben. Praktisch zu wissen ist hier, dass eine Glühbirne durchschnittlich 14 Lumen pro Watt (lm/W) hergibt/hergab. Möchte man also eine 60W-Birne ersetzen, sollte eine Energiesparlampe mit ca. 800 Lumen eingesetzt werden. Und sind einmal keine Lumen bei der Energiesparlampe angegeben, kann man den Durchschnittswert
50-55 lm/W als Umrechnungsfaktor hernehmen.

Flexibler RGB-LED-Streifen mit Vorwiderstand RGB 9 LEDs

5. Wer ist dieser LED?

LED-Lampen sind die nächste Stufe der Leucht­mittel­evolution und bringen effiziente Lichtausbeute in flexibler Bauform. So gibt es neben bekannten Sockelgrößen auch LED-Röhren und LED-Streifen. Beim Lichtstrom der LED-Lampen gibt es noch merkliche Unterschiede, da die Produzenten verschiedene Entwicklungsstufen auf den Markt brachten. Eine Umrechnung der Watt­Anzahl ist daher noch heikel, aber als grober Richtwert hilft 60 lm/W bei einem Vergleich. Am besten die Lumen des Produkts nachfragen, bevor man Enttäuschungen erlebt. LEDs punkten auf alle Fälle dadurch, dass sie dimmbar und auch quecksilberfrei sind. Zur Lebensdauer von Leuchtmitteln gibt es Frage 6.

6. Warum sind Sparlampen und LEDs teurer als Glühbirnen?

Abgesehen vom komplexeren Aufbau sind die bereits in Frage 3 erwähnten seltenen Erden durchaus plausible Preistreiber für Energie­sparlampen. Auch LED-Lampen sind von diesem begrenzten Rohstoff­angebot betroffen – sowie alle anderen Produkte mit Elektronik­bau­teilen zu einem gewissen Teil. Osram hat mit ungeschicktem Timing jüngst dazu ebenfalls Schlagzeilen gemacht.

Eine kleine Rechnung lässt den Preisunterschied in anderem Licht erscheinen.

  • Durchschnittliche Glühbirnen haben eine Lebensdauer von 1.000 Stunden
  • Ein Eco-Halogen-Leuchtmittel hält durchschnittlich 2.000 Stunden
  • Energiesparlampen halten im Schnitt 10.000 Stunden
  • LED-Lampen haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 30.000 Stunden

Kauft man also z.B. eine Energiesparlampe, darf sie schon das 10-Fache einer Glühlampe kosten, weil sie ja auch 10 Mal länger hält. Zukünftig eingesparte Energiekosten sind hier noch gar nicht berücksichtigt.

Die beste Sparformel bleibt weiterhin unnötige Beleuchtung ausschalten.
Was die „Beleuchtungs-Zukunft“ betrifft, stelle ich mir eine Weiterentwicklung dessen vor, was heutzutage Stimmungslicht genannt wird. Selbstleuchtende Wände oder Fenster sind bereits machbar – Stichwort OLED – doch das ist eine andere Geschichte.