3D-Drucker: Das musst du beim Kauf beachten

Experimente mit verschiedenen Farben und Materialien gehören dazu (Quelle: Flickr /Tapiolan Kirjasto)

Experimente mit verschiedenen Farben und Materialien gehören dazu (Foto: „DSC_0657“ von Tapiolan Kirjasto, Lizenz: CC-BY 2.0)

Das Interesse an 3D-Druckern wächst rasant. Ebenso schnell wächst die Auswahl und Vielfalt an 3D-Druckern. Hier erfahrt ihr, welche Kriterien beim Kauf wichtig sind.

Das Interesse am 3D-Druck wächst!

Je ausgereifter die Technologie der 3D-Drucker, umso größer auch das öffentliche Interesse für diese Innovation. Jeder Fünfte (d.h. 20%)  von ca. 1000 befragten Bürgern kann sich vorstellen, in Zukunft einen 3D-Drucker zu benutzen. Wohlgemerkt: In dieser Umfrage wurden nicht Firmen oder professionelle Anwender interviewt, sondern „Otto-Normalbürger“ wie du und ich. 3D-Druck wird also auch im privaten Bereich zukünftig eine große Rolle spielen. Gehörst du vielleicht auch zu den 20%, die sich einen 3D-Drucker für zuhause vorstellen können? Dann spielst du vielleicht auch schon mit dem Gedanken, dir ein solches Gerät zuzulegen. Doch welcher Drucker soll es werden? Damit dir die Entscheidung etwas leichter fällt, haben wir wichtige Kriterien zusammengetragen. Folgende Faktoren solltest du beim Kauf eines 3D-Druckers beachten:

Die Druckqualität des 3D-Druckers

Oberstes Kriterium bei der Entscheidung für oder gegen einen 3D-Drucker sollte natürlich die Druckqualität sein. Die Bandbreite reicht hier tatsächlich von unbefriedigender Qualität bis hin zu hochprofessionell wirkenden Druckerzeugnissen. In den meisten Fällen ist das Preisniveau des 3D-Druckers ein gutes Indiz dafür, welche Qualität man erwarten kann. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass man für gute Druckqualität sehr viel Geld hinlegen muss. Inzwischen erhält man schon für 600 bis 800 Euro eine solide Druckqualität. Folgende Faktoren beeinflussen die Druckqualität: Die Minimale Schichthöhe: Ein 3D-Objekt wird schichtweise aufgebaut. Je dünner eine Schicht ist, umso feiner wird gedruckt  und umso präziser und damit auch hochwertiger wirkt das Objekt. Bei 3D-Druckern in der unteren und mittleren Preisklasse bewegt sich die minimale Schichthöhe zwischen 0,1mm und 0,2mm. Die Druckgeschwindigkeit: Dieser Wert ist mehr oder weniger selbsterklärend. Er sagt aus, wie schnell der Druckknopf fahren kann und wie schnell das Druckmaterial aufgetragen werden kann.  Bei günstigeren Modellen ist oft bei 50mm pro Sekunde Schluss. Die angegebene maximale Geschwindigkeit wird in der Realität jedoch selten erreicht. Oft ist einfach der Beschleunigungsweg zu gering. Die Positionierungsgenauigkeit: Dieser Wert ist sehr wichtig, um ein korrekt und präzise gedrucktes 3D-Objekt zu erhalten. Es geht darum, wie exakt ein Punkt auf der XY-Ebene angesteuert werden kann. Bei unter 0,1 mm kannst du mit einer  soliden Positionierungsgenauigkeit rechnen.

Der Druckbereich

Der Druckraum ist ein entscheidender Faktor (Quelle: Flickr / Keith Kissel)

Der Druckraum ist ein entscheidender Faktor (Foto: „3D Printer at the Fab Lab“ von Keith Kissel, Lizenz: CC-BY 2.0)

Hier kommt es auf dich an: Wie groß willst du drucken? Der Druckbereich gibt an, welche Abmessungen maximal gedruckt werden können. Wer jetzt schon weiß, dass er nur relativ kleine Gegenstände drucken will, ist vielleicht mit einem eher kompakten 3D-Drucker gut bedient.  Für größere Modelle oder Designobjekte sollte man besonders auf die Werte des Druckbereiches achten. So kommt zuhause nicht die schlechte Überraschung, dass der Druckraum zu klein für die eigenen Entwürfe ist. In den technischen Daten des 3D-Druckers findest du diesen Wert unter Druckbreite (X-Achse), Druckhöhe (Y-Achse), Drucktiefe (Z-Achse) oder schlicht unter dem Titel Maximale Objektgröße. Die Bandbreite ist hier relativ groß und reicht von ca. 100 mm Breite, Höhe und Tiefe bis zu 250mm. In diesen Abmessungen bewegen sich fast alle im Handel erhältlichen 3D-Drucker.

Filament – das Druckmaterial: PLA oder ABS

Zu guter Letzt solltest du beim Druckerkauf darauf achten, mit welchem Grundstoff der 3D-Drucker arbeitet. Filament ist dabei die allgemeine Bezeichnung für das Druckmaterial im 3D-Druck. Im Prinzip gibt es hier die Auswahl zwischen PLA und ABS. Die Abkürzung PLA steht für Polyactide. PLA besteht aus biologisch abbaubarem Naturkunststoff. Für PLA muss die Druckplatte nicht vorgeheizt werden. Der Nachteil dieses Materials ist, dass es sich bei Temperaturen ab 60 Grad Celsius verformt. Willst du z.B. Kaffeetassen drucken und auch verwenden, wird das zum Problem.

Tasse aus dem 3D-Drucker

Eine 3D-Druck Kaffeetasse. (Foto: „3D-printed Coffee Cup“ von Creative Tools, Lizenz: CC-BY 2.0)

Eine zweite Auswahlmöglichkeit ist ABS. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich die kryptische Bezeichnung Acrylnitril-Butadien-Styrol. Hergestellt wir dieses Filament aus Erdöl. ABS hat höhere Anforderungen an den 3D-Drucker als PLA. Zum Beispiel muss die Druckplatte vorgewärmt werden und die Druckgeschwindigkeit relativ hoch sein. Ein Drucker, der ABS drucken kann, hat im Normalfall auch mit PLA keine Schwierigkeiten. Umgekehrt gilt das nicht.

Was sonst noch wichtig ist

So, die wichtigsten Faktoren wären hiermit geklärt. Mit diesen Kriterien seid ihr auf jeden Fall gut gerüstet für den 3D-Drucker-Kauf. Daneben gibt es noch einige Dinge, die die verschiedenen Drucker voneinander unterscheiden. Einige dieser Unterschiede sind durchaus erwähnenswert. Daher wollen wir sie euch natürlich nicht vorenthalten. Zum einen die Größe des 3D-Druckers. Wenn ihr eine geräumige Werkstatt habt und euch ausbreiten könnt, spielt dieser Faktor natürlich keine Rolle. Wer aber seinen Drucker in der Wohnung aufstellen muss, greift besser zu einem kompakteren und auch leiseren Modell. 3D-Drucker bieten zudem unterschiedliche Schnittstellen an. Manche verfügen neben einer USB-Schnittstelle auch über einen SD-Karten Slot oder sogar über WLAN. Zu guter Letzt sollte man sich überlegen, wieviel Zeit man in den 3D-Drucker investieren kann und will. Ist dein Zeitbudget eher beschränkt, sparst du dir mit einem Fertiggerät den Aufbau. Besorgst du dir dagegen einen Bausatz, kannst du beim Zusammenbau schon viel über den 3D-Druck lernen. Ein Tipp zum Schluss: Es gibt im 3D-Druck immer neue Exoten, die auf den Markt drängen. Als Einsteiger solltest du hier aber kein Risiko eingehen und lieber auf ein etabliertes Modell setzen.

Fazit

Ins Geschäft gehen, anschauen, aussuchen, kaufen. So einfach läuft das bei 3D-Druckern leider nicht. Hier musst du dir vor dem Kauf wirklich etwas Zeit nehmen und dich gut über die Modelle informieren. Nur auf dieser Grundlage kannst du die verschiedenen Geräte miteinander vergleichen und herausfinden, welche Kriterien dir wichtig sind. So findest du dann auch einen 3D-Drucker, der für deine Zwecke geeignet ist. Ich wünsche euch viel Spaß beim Entdecken der verschiedenen Modelle!


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Ein Kommentar

  • Guest sagt:

    3D Drucker sind als Fertiggerät sowie als Bausatz stets zum Experimentieren da. Wichtig ist, dass man sich darauf einlässt und nicht unbedingt auf fix-fertige Software setzt, sondern z.B. das Slicen (Aufbereiten der CAD Datei für den Drucker) selbst in die Hand nimmt. Wenn man dazu bereit ist, hat man bereits gewonnen und kann sich sogar Geld sparen. Beispielsweise muss sich der Aufpreis für einen Drucker mit WLAN nicht lohnen; man kann mit einem USB Drucker, einem RaspberryPi (evtl. mit WLAN Adapter, sonst LAN) und einer USB-Webcam einen kleinen 3D-Druck Server (OctoPi) einrichten. Das Aufsetzen des Servers ist dabei äußerst einfach, da es bereits ein fertiges Image für die SD-Karte gibt. Der Server unterstützt Slicing über Cura, automatische Zeitrafferaufnahme, Temperatur-Monitoring und einiges mehr, wodurch man die volle Kontrolle über die Qualität des Drucks hat.

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