Die Kamera ist in einer durchsichtigen Plastik-Box verpackt. Diese macht einen guten Eindruck, wie üblich werden die ACME-FCO Produkte sehr aufwendig verpackt. Die Verpackung enthält die FlyCamOne HD 1080p Kamera, den Lynx-Handsender, ein USB-Kabel, ein 10pin zu A/V Kabel, Lynx-Antenne und den FCO-Akku.
Der erste Eindruck, wenn man die Kamera in den Händen hält ist, dass die Kamera sehr leicht ist, obwohl das Gehäuse nicht aus Plastik ist. Das Gehäuse ist nämlich aus einer Aluminium-Magnesiumlegierung, das lässt die Kamera nicht nur sehr edel und professionell erscheinen sondern sorgt auch für eine gute Festigkeit. Al/Mg-Legierungen werden in der Flugzeugindustrie sehr oft verwendet, diese Legierung hat den Vorteil, dass sie leichter und fester als Kunststoff ist. Auf den Seiten wurde ABS-Kunststoff verwendet.
Die Technik
Der eingebaute Bildschirm ist ca. doppelt so groß wie bei der 720p Version. Der Bildschirm hat sich außerdem stark verbessert, da die Buchstaben viel besser erkennbar sind. Es macht den Eindruck, dass die Auflösung höher ist, Informationen dazu konnte ich aber keine finden.
Die Kamera hat hinten 4 Ports:
• Mini HDMI
• Mini-USB (Datenübertragung, Webcam und Laden)
• 10-port Pin (RX-Kabel, Docking-station, Bewegungsmelder,…)
• Speicherkartenslot
Die Antenne wird an der Seite angesteckt. Obwohl die Antenne nicht verschraubt wird, sondern nur gesteckt, hält sie ziemlich gut.
Das neue Highlight ist, dass der Kopf geneigt werden kann. Insgesamt kann man den Kopf laut Anleitung 170° neigen. Tatsächlich sind auch 180° möglich (probiert & geschätzt). Der Servo bewegt sich zum Glück nicht zu schnell, so kann man den Winkel gut einstellen.
Eine riesengroße Verbesserung hat ACME in der Akkuregion gemacht. Der Akku wird einfach nur in das Akkufach gelegt, so wie man es von Mobiltelefonen kennt. Der Akku der 1080p Version hat einen Zuwachs von 300mAh gegenüber der 720p Version bekommen. Bei einer Kapazität von 900mAh und einem Verbrauch von 350mAh (Maximalwert des Herstellers) sollte der Akku 2,5h halten.
Die Kamera lässt sich mit allen gängigen ACME-FCO-Produkten kombinieren. Mit dem 5.8Ghz Sende -& Empfängermodul kann man ungestört in Kombination mit einer 2,4 Ghz Sendeanlage per FPV fliegen (oder auch fahren…). Mit dem aufsteckbaren Bildschirm kann man auch einfach überprüfen was gerade aufgenommen wird.
Der 2,5 Zoll (63,5mm) Bildschirm eignet sich nicht wirklich fürs FPV fliegen. Allerdings ist er jeden Euro wert, denn die Auflösung ist einfach nur beeindruckend für einen so kleinen Bildschirm. Außerdem ist das Bild bei direkter und starker Sonneneinstrahlung noch makellos zu erkennen.
Das 5,8 Ghz Videoübertragungssystem funktioniert einwandfrei. Es kommt natürlich nicht an ein 500€ Diversity-system heran, aber für „normale“ Anwender die einfach mal gerne mit einer Videobrille fliegen wollen reicht es vollkommen. Die Reichweite wird mit 300m angeben. Aus persönlicher Erfahrung kann ich ca. 180m bestätigen, weiter habe ich mich noch nicht getraut.
Mit den eingebauten Schaltern am Sender und Empfänger lassen sich bequem die Kanäle auswählen. Sehr praktisch ist außerdem, dass man den Sender einfach hinten auf die Kamera steckt und mit einer Schraube sichert. Aufgrund der Schraube kann es nicht passieren, dass sich der Sender von der Kamera löst. Andere Übertragungssysteme erfordern ausgereifte Löt- und Elektronikkenntnisse. Diese werden hier überhaupt nicht benötigt. Einfach aufstecken, Empfänger einschalten und los geht es, was für mich ein großer Bonus ist, da dadurch kaum Fehlerquellen entstehen können (z.B. kalte Lötstelle beim Senderbaustein). Mit der ebenfalls erhältlichen 5,8 Ghz Patchantenne sind laut ACME Reichweiten bis zu 800m möglich, testen konnte ich das noch nicht, da ich diese Antenne nicht besitze. Bei Patchantennen hat man zwar den Vorteil, dass die Reichweite enorm erhöht wird, der Empfangskegel aber um einiges kleiner wird. Um dieses Problem zu lösen gibt es verschiedene Antennentracker, welche die Antenne mit Hilfe von Servos und GPS immer zum Modell drehen. So etwas ist aber von ACME nicht erhältlich.
Sehr interessant ist das Lynx-System. Die FCO-1080p kommt zusammen mit einem Lynx Handsender. Mit dieser Fernbedienung kann man sämtliche Funktionen der Kamera von der Ferne aus steuern. Die Befehle werden mittels Funk über das 433Mhz Band gesendet. Die Funkverbindung ist außerdem Bidirektional. Das bedeutet, dass die Befehle quittiert werden, sprich man bekommt Feedback ob die Kamera die Befehle erhalten hat oder nicht. Außerdem ist am Handsender ein kleiner Bildschirm integriert, dieser zeigt verschiedene Informationen an, z.B. ob sich die Kamera gerade im Video oder Foto-modus befindet. So kann man auch aus der Ferne die Optionen ändern, Kamerakopf neigen, Aufnahmen starten oder beenden, Fotos schießen, auch Zoomen während der Aufnahme ist möglich.
Die Kamera hat viele Einstellungsmöglichkeiten, wie eine Zeitrafferfunktion, man kann zwischen verschiedenen Videomodi wechseln (720p 30bps oder 60bps z.B.), man kann im Video auch einen Zeitstempel anzeigen lassen. Das Bild kann auch gedreht oder gespiegelt werden.
Die Kamera besitzt auch einen sogenannten „Externen“ Modus. Befindet sich die Kamera in diesem Modus kann man wahlweise Videos oder Fotos durch externes Auslösen aufnehmen. Dieser Modus wird meistens in Kombination mit dem RX-Kabel oder dem Bewegungsmelder verwendet. So ist es möglich mithilfe des RX-Kabels und einem freien Kanal die Aufnahme mit dem Modellbausender zu starten und zu stoppen.
Die Tests
Als ersten Test habe ich die Kamera auf ein R/C Offroad-Fahrzeug montiert. Den Empfänger habe ich an einem 32-Zoll Fernseher per A/V-Chinchkabel angeschlossen.
Auf dem Bild sieht man sofort alle benötigten Informationen wie Akkustand, Aufnahmemodus (Video, Foto oder Extern), verfügbarer Speicher auf der Karte und einige Einstellungen. Das Video zeigt den Test mit dem R/C Auto. Ich habe die FCO HD720p über der FCO HD1080p montiert damit man einen direkten Vergleich hat. Außerdem habe ich auch den Fernseher mit einer Kamera aufgenommen damit man sieht wie die Videoübertragung ist. Ich war sehr überrascht, dass das Videosignal so gut war. 5,8 Ghz hat eine sehr kleine Wellenlänge, wodurch Hindernisse das Signal sehr leicht behindern. Jedoch war das in der Wohnung überhaupt kein Problem, obwohl sehr dicke Wände zwischen den Zimmern sind.
Ich empfehle jedem die 133° Linse zu verwenden, der wirklich per FPV fliegen oder fahren möchte. Die Standardlinse hat laut Anleitung einen Blickwinkel von 55°. Das ist zwar ausreichend, mit 133° erreicht man aber ein viel besseres Fahrgefühl, da man viel mehr sieht. Die Montage des Bildsensors ist ein Kinderspiel, da man nur 4 Schrauben herausdrehen muss. Danach lässt sich der Sensor einfach tauschen. Bei Verwundung der 96° Weitwinkellinse sind auch noch Aufnahmen in Full-HD Qualität möglich.
Ich habe ebenfalls beide Kameras auf ihre Stabilität überprüft. Die 720p Version ist aufgrund ihres Plastikgehäuses empfindlicher als die 1080p Version. Allerdings geht die Robustheit weit über herkömmliche Kameras hinaus. Die 720p Version hat bisher Abstürze aus ca. 100m Höhe überlebt, als ich die Kontrolle über meinen Quadrokopter verlor. Die 1080p Version knallte ein paar Mal gegen die Wand, als ich mit dem R/C-Auto unbeabsichtigt gegen die Wand fuhr.
Sehr wichtig ist, dass die verwendete Speicherkarte mindestens die Qualitätsklasse 4 hat (Class 4), damit zum einen das Video schnell genug auf die Karte geschrieben werden kann und zum anderen die Stromaufnahme nicht zu hoch ist. Einige billig-SD-Karten ziehen viel zu viel Strom, so kann es vorkommen, dass die Funkübertragung nicht mehr zu gebrauchen ist.
Für den Flugtest habe ich als Träger meinen geliebten GAUI 330Xs Quadrokopter verwendet. In Kombination mit einer FatShark-Videobrille ist das Flugerlebnis einfach nur der Wahnsinn. Der Grund warum ich nicht die V-Eyes verwende ist einfach der, dass ich die FatShark schon hatte. Die V-Eyes Videobrillen haben allerdings den Vorteil, dass sie einen Head-Tracker integriert haben, das heißt, dass in Kombination mit dem FPV-Kopf von ACME die Kopfbewegungen des Piloten mitgemacht werden.
Das Setup sieht so aus:
• Sendersystem: Jamara Air-Jump 2,4 Ghz
• Quadrokopter: GAUI 330Xs mit Scorpion BL-Motoren
• Conrad 2200mAh LiPo Akku
• Meine persönliche „Groundsation“
Die Montage der FCO ist hier sehr einfach. Erhältlich für das FCO-System sind verschiedene Montagemöglichkeiten. Ich habe einfach eines dieser Klip-Montageteile genommen und unten auf die Mittelplatte des Quadrokopters geschraubt. So kann man die Kamera bequem aufstecken bzw. abnehmen ohne mit Klebebändern oder ähnliches herumfummeln zu müssen.
Welche Variante und Erweiterungen brauche ich?
Diese Frage hängt natürlich sehr vom Verwendungszweck ab. Möchte man wirklich NUR per FPV fliegen und quasi nebenbei die Aufnahme speichern um danach den Flug noch einmal anzusehen empfehle ich die 720p Version mit allen Erweiterungen. Man muss sich bewusst sein, dass man am Empfänger natürlich weder 720p noch 1080p sieht. So eine Kamera habe ich noch nirgendwo gesehen, das liegt aber auch daran, dass so eine hohe Auflösung eigentlich nicht benötigt wird.
Was ich aber nicht oft genug sagen kann ist, dass der Blickwinkel viel wichtiger ist. Die Standard 55° Linse lässt alles sehr nah erscheinen und man sieht nur sehr wenig. Die 170° Fischaugenlinse ist natürlich übertrieben, die 133° Linse ist vielleicht etwas ungewohnt, aber 96° sollten es unbedingt sein. Ob man nun die Patch-Antenne braucht oder nicht hängt vom eigenen Erfahrungsgrad ab wie weit man sich weg traut. Wenn man also FCO720p, 5,8Ghz Transmission-set, Videobrille und Weitwinkellinse hat, dann hat man sicherlich ein FPV System mit dem man zufrieden sein kann. Ich habe sehr viele FPV Produkte angeschaut und vom Preis/Leistungsverhältnis ist ACME sehr gut unterwegs. Hier kann ich auch nur wieder den Vorteil eines Sets bzw. modularen Systems erwähnen.
Möchte man jedoch die Kamera in erster Linie zum Aufnehmen benutzen empfehle ich auf jeden Fall die FlyCamOne HD 1080p. Den Unterschied zwischen 720p und 1080p merkt man auf jeden Fall. Dank der LynX-steuerung können sämtliche Funktionen der Kamera aus der Ferne gesteuert werden, die meisten Kameras bieten so eine Lösung nicht an bzw. müssen oft Eigenkonstruktionen gebaut werden.
Möchte man beides kombinieren, also Immersionsflug (=FPV) und schöne Videos drehen oder Fotos schießen, empfehle ich die 1080p Variante mit den Erweiterungen aber mit 96° Linse, da bei der noch 1080p Filme aufgezeichnet werden können.
Mein Fazit:
Das FCO-System ist in Sache FPV unschlagbar. Es gibt kein anderes Plug&Play FPV System auf dem Markt das so leicht zu bedienen ist und in dieser Weise ausgereift ist. Die meisten FPV Systeme setzten ein hohes Budget, ausgereifte Elektronik- und Fachkenntnisse voraus. Selbst dann hat man nur einen riesen Kabelsalat und eine schwache Kamera mit schlechten Eigenschaften. ACME hat außerdem klugerweise erkannt, dass vor allem im Flugmodellbau 2,4 GHz Sender schon fast Standard sind. Deswegen ist es unerlässlich ein 5,8Ghz Videoübertragungssystem zu benutzen. In Sache Bildqualität könnte ACME noch etwas drauflegen. Ich persönlich sehe allerdings das FCO-System in erster Linie als ein Ready-To-Use FPV-System an, welches die Flüge in einer annehmbaren Qualität auch aufzeichnen kann, was kein anderes FPV-System in dieser Form ermöglicht. Letztendlich spielt auch Geld eine Rolle und ich denke, dass das modulare System die Möglichkeit bietet schrittweise investieren zu können. Noch ein Vorteil ist, dass man natürlich jede beliebige Videoübertragungsmodule verwenden kann. Dazu sind aber Elektronikkenntnisse erforderlich.
Deswegen werde ich weiterhin diese Kamera auf meinem Quadrokopter benutzen, denn eines ist sicher: das Fliegen aus der Pilotenperspektive ist ein einzigartiges und unglaubliches Erlebnis.
Text & Bild: Gergely Mentsik




























Hallo.
Danke für diesen interessanten Artikel. Ich habe mir soeben eine Flycamone HD 720 zugelegt und habe vor mir die V-Eyes und den FPV-Kopf zuzulegen (ggf mit 5,8 GHZ Transmission Set). Jetzt habe ich eine Frage: ist es möglich die Headtrackingfunktion der V-Eyes mit dem FPV-Kopf zu nutzen? Ich habe an meiner Fernbedienung keinen Trainerport und nur 4 direkt ansteuerbare Kanäle. Bei der 1080 ist ja der 433mhz Empfänger für diese Funktionalität bereits integriert.
Vielen Dank im Vorraus.
Hallo Felix! Unser Produkttester Gergely Mentsik (http://www.techgeek.at) hat einiges an Erfahrung im FPV-Flug. Vielleicht willst du ja mal mit ihm Kontakt aufnehmen…
Hallo Felix
ich habe leider auch noch keine Erfahrungswerte, mit der HD 720
bitte wende dich direkt an den Hersteller, http://flycamone.com/
hallo
ich habe mir auch die flycam one hd 1080 gekauft. wenn ich richtig gelesen habe hast du an den transmitter einen externen monitor angeschlossen. wie funktioniert das ,die kamera oder der transmitter haben doch keinen av out ausgang. Da gibts doch so ein bus system oder liege ich da falsch.
gruß georg